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Liste unterbewerteter Dividendenaktien (April '26) : Teil 3

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💊 AbbVie (ABBV) $ABBV (+1,88 %)

AbbVie ist in vier zentralen GeschÀftsbereichen tÀtig:

  • Immunologie — Skyrizi, Rinvoq und Humira
  • Neurowissenschaften — Botox Therapeutic, Vraylar, Qulipta und Ubrelvy
  • Onkologie — Venclexta und Epkinly
  • Ästhetik — Botox Cosmetic, Juvederm und verwandte Produkte

Ich war gegenĂŒber Investitionen in Pharmaunternehmen immer etwas vorsichtig – vor allem wegen der schwer vorhersehbaren Cashflows und der permanenten AbhĂ€ngigkeit davon, neue Medikamente erfolgreich durch die Pipeline zu bringen.

Aus diesem Grund sehe ich Pharmawerte selten als klassische „Buy-and-hold“-Investments fĂŒr die sehr langfristige Portfolioallokation.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ich sie vollstÀndig meide.


Über Jahre hinweg war die Investmentstory von AbbVie ziemlich eindeutig:

Das Unternehmen war stark um Humira aufgebaut – das meistverkaufte Medikament in der Geschichte der Pharmabranche. Mit dem Auslaufen des Patents im Jahr 2023 stellten sich Investoren auf einen massiven UmsatzrĂŒckgang ein.


Dieser Einschnitt kam auch.


Doch AbbVie gelang es, die Humira-UmsÀtze erfolgreich zu ersetzen.

Skyrizi und Rinvoq erzielten im Jahr 2025 gemeinsam 25,9 Milliarden US‑Dollar Umsatz und ĂŒbertrafen damit die eigene langfristige Zielmarke fĂŒr 2027 um 500 Millionen US‑Dollar – und das zwei Jahre frĂŒher als geplant.

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Das Management rechnet inzwischen damit, dass diese beiden Medikamente im Jahr 2026 zusammen ĂŒber 31 Milliarden US‑Dollar Umsatz generieren werden, was einem Wachstum von mehr als 20 % gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht.


Zum Vergleich: Humira hat selbst auf dem Höhepunkt seines Erfolgs niemals ein solches Umsatzniveau erreicht.

Die Nachfolgeprodukte ĂŒbertreffen die Erwartungen also deutlich.

Warum ist die AbbVie-Aktie dann dennoch rund 15 % unter ihren HöchststÀnden vom Oktober?

Das ist vor allem auf zwei Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren:

Wettbewerbsdruck — Johnson & Johnson erhielt eine FDA-Zulassung fĂŒr ein orales Psoriasis-Medikament, was Sorgen ĂŒber mögliche Marktanteilsverluste von Skyrizi auslöste.

Rechtliche Belastungen — Ein Gericht bestĂ€tigte ein Gesetz, das AbbVie zwingt, 340B-Rabatte auch auf Vertragsapotheken auszuweiten, was kurzfristig Margendruck erzeugt.

Diese Risiken sind real und mĂŒssen berĂŒcksichtigt werden.

Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten: Jedes grĂ¶ĂŸere Wachstumsziel, das AbbVie kommuniziert hat, ist entweder voll auf Kurs oder wurde angehoben.

  • Die Umsatzprognose fĂŒr Skyrizi im Jahr 2027 wurde auf ĂŒber 17 Milliarden US‑Dollar erhöht
  • Die Umsatzprognose fĂŒr Rinvoq im Jahr 2027 wurde auf ĂŒber 10 Milliarden US‑Dollar angehoben
  • Die Prognosen fĂŒr orale CGRPs wurden ebenfalls erhöht
  • Ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (CAGR) bis 2029 bleibt unverĂ€ndert bestehen

Ein einzelner oraler Wettbewerber in einer Indikation reicht nicht aus, um eine Plattform zu destabilisieren, bei der das Management die Prognosen ĂŒber alle Bereiche hinweg anhebt.

Hinzu kommt, dass AbbVie seine Dividende seit 54 Jahren in Folge erhöht hat und damit zu den sogenannten Dividend Kings gehört.

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Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 3,13 %, basierend auf einer annualisierten AusschĂŒttung von 6,92 US‑Dollar je Aktie, bei einer 10‑jĂ€hrigen Dividenden-CAGR von 14,73 %.

Diese Dividende ist deutlich sicherer, als es das aktuelle KGV von rund 89.95 vermuten lÀsst.

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Dieses hohe VerhĂ€ltnis ist nahezu vollstĂ€ndig auf die temporĂ€r gedrĂŒckten Gewinne nach dem Humira-Patentablauf zurĂŒckzufĂŒhren.


Auf Forward-Basis stellt sich das Bild ganz anders dar.

FĂŒr 2026 prognostiziert AbbVie ein adjustiertes EPS von 14,37 bis 14,57 US‑Dollar, was einem Gewinnsprung von ĂŒber 45 % innerhalb eines Jahres entspricht, sobald der Humira-Effekt abklingt.

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Auf Basis eines Forward-KGVs von etwa 13,15 leiten Analysten ein Kursziel von rund 253,67 US‑Dollar ab, also ein Upside von 19,43%

FĂŒr einen Dividend King mit 3,13 % Rendite und einem langfristig prognostizierten Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich bis 2029 stellt dies eines der attraktivsten Setups dar, die AbbVie in den letzten Jahren geboten hat.

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Erwartete Rendite der Abbvie-Aktie

Kommen wir nun zu einer der wichtigsten Fragen ĂŒberhaupt, wenn wir eine Aktie analysieren:

Wie viel Rendite steckt heute eigentlich in der Abbvie-Aktie?

Oder anders formuliert:


Wenn wir heute investieren – welche jĂ€hrliche Rendite könnten wir in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren erwarten?


Nach aktuellen SchÀtzungen könnte der Gewinn pro Aktie von Abbvie in den kommenden Jahren deutlich steigen.

Die Erwartungen sehen ungefÀhr so aus:

  • 2026: etwa 14,49 US‑Dollar Gewinn pro Aktie
  • 2030: ungefĂ€hr 20,04 US‑Dollar Gewinn pro Aktie

Rechnet man diese Entwicklung herunter, entspricht das einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von rund 8,44 % pro Jahr.


Ich möchte hier allerdings nicht zu optimistisch rechnen.

Deshalb mache ich etwas ganz Einfaches:

Ich ziehe einen Prozentpunkt vom erwarteten Wachstum ab.

Statt mit 8,44 % rechne ich also nur mit:

-> 7,44 % Gewinnwachstum pro Jahr


Damit kommen wir zur nÀchsten Frage:

Wie könnte sich der Aktienkurs entwickeln, wenn dieses Wachstum tatsÀchlich eintritt?

DafĂŒr benötigen wir eine zweite Annahme – nĂ€mlich die Bewertung der Aktie, also das sogenannte Kurs‑Gewinn‑VerhĂ€ltnis (KGV).

Wenn wir davon ausgehen, dass Abbvie langfristig mit einem KGV von etwa 20 bewertet wird, lÀsst sich daraus ein mögliches Kursziel ableiten.

Dieses Kursziel liegt bei ungefÀhr:

-> 414,93 US‑Dollar pro Aktie im jahr 2031

NatĂŒrlich ist das keine Garantie.

Aber es zeigt uns, welches Potenzial theoretisch möglich wÀre, wenn das Unternehmen weiterhin stark wÀchst.

Wenn wir nun vom heutigen Aktienkurs von 212.31 USD ausgehen, wĂŒrde das in etwa Folgendes bedeuten:

-> rund 95,44 % Gesamtrendite bis zum Jahr 2031

Umgerechnet entspricht das etwa:

-> rund 12 % Rendite pro Jahr

Und das ist noch ohne Dividende gerechnet.

Zum Vergleich:

Der historische Durchschnitt des S&P 500 liegt bei etwa 8 bis 9 % Rendite pro Jahr.

Das bedeutet:

Abbvie könnte – zumindest auf Basis dieser Rechnung – fast doppelt so hohe Renditen liefern wie der Durchschnitt des Marktes.

BerĂŒcksichtigt man zusĂ€tzlich noch die Dividende, steigt die potenzielle Gesamtrendite sogar noch etwas weiter.


Wenn du mich gerne unterstĂŒtzen möchtest, klicke einfach auf den Link! https://www.youtube.com/@Verstehdieaktie/videos

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8 Kommentare

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Abbvie kaufe ich immer per Sparplan von den 5€ die ich fĂŒr Umfragen von RKI quartalsweise bekomme 😂
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Interessante Analyse, vielen Dank dafĂŒr!
Das Unternehmen hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm.
Bist du investiert?
Finde es aber auf den ersten Blick gar nicht schlecht. Schöne Dividende + operative Marge von 42% und das Kgv normalisiert sich 2026 ja auch.
Bin aber auf Mr. Prompt von @Raketentoni gespannt
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@capital_captain_2693 die bekommst du umgehend 😬

Moin Captain! "Mr. Prompt" meldet sich direkt von den Terminals. Da haben wir also wieder einen dieser Finfluencer, der eine bunte PowerPoint-PrĂ€sentation mit ein paar Milliarden-ZukĂ€ufen zusammenrĂŒhrt und das Ganze dann als "No-Brainer" fĂŒr die Ewigkeit verkauft.

Aber im Maschinenraum lassen wir uns nicht von hĂŒbschen Slides blenden. Bevor wir diesen Pitch auseinandernehmen, habe ich unseren eiskalten Befehl ausgefĂŒhrt:

*Suche zuerst die tagesaktuellen Kurse, das aktuelle KGV und die exakten TTM-Zahlen (Trailing Twelve Months) fĂŒr Umsatzwachstum und operative Marge aus dem Web heraus.*

Die Live-Datenbanken glĂŒhen (Stand: 10. April 2026). Hier ist der Reality-Check, den du dem Kollegen ins Forum feuern kannst:

### 1. Die nackten Fakten (Live-Check)
* **Aktueller Kurs:** ~ 213,00 USD
* **KGV (Forward P/E):** ~ 14,6 (Auf Basis der 2026er GewinnschÀtzungen. Das sieht optisch billig aus, aber aus gutem Grund).
* **Dividendenrendite:** **~ 3,14 % bis 3,25 %** (Nicht die 3,4 %, die er auf seinen Slides anpreist!).

### 2. Der "Mr. Prompt" Finfluencer-Tear-Down
Lass uns seine schönen Argumente mal gegen unsere eiskalten Hantel-Regeln werfen:

**MĂ€rchen 1: "Der Humira-Patentverlust ist gut gemanagt"**
Er feiert Skyrizi und Rinvoq, aber verschweigt die brutale Wahrheit des letzten Jahresberichts: Die Humira-UmsĂ€tze sind 2025 weltweit um **ĂŒber 25 % implodiert**. Ja, die neuen Medikamente wachsen, aber AbbVie kauft dieses Wachstum extrem teuer ein. Die Übernahmen von Cerevel (8,7 Mrd.) und ImmunoGen (10,1 Mrd.), die er so feiert, sind PanikkĂ€ufe, um das gewaltige Loch zu stopfen, das Humira hinterlĂ€sst. Das ist "Story > Numbers" in Reinkultur.

**MÀrchen 2: "Dividenden-König & Cash-Maschine"**
Er preist die Dividende an. Wir schauen auf unser Regelwerk: **Unsere harte Grenze fĂŒr den stoischen Einkommens-Anker liegt bei 3,5 %.** AbbVie liefert aktuell rund 3,2 %. Das fĂ€llt in unserem System knallhart durch! FĂŒr ein Unternehmen, das gerade sein wichtigstes Patent verliert, ist diese "PrĂ€mie" einfach zu mager, um es als unantastbaren Fels in der Brandung auf die linke Seite der Hantel zu legen.

**MĂ€rchen 3: "Schulden werden abgebaut"**
Er schreibt lapidar: "Die Schulden werden abgebaut." Wir schauen auf unseren **QualitĂ€ts-TÜV (Net Debt / EBITDA)**: AbbVie hat fĂŒr Allergan 63 Mrd. USD auf den Tisch gelegt und jetzt nochmal knapp 19 Mrd. USD fĂŒr ImmunoGen und Cerevel. Der Konzern sitzt auf einem massiven Schuldenberg. Die Nettoverschuldung im VerhĂ€ltnis zum operativen Gewinn kratzt immer wieder an unserer roten 3,0x-Linie. Das als "unkaputtbares QualitĂ€tsinvestment" zu bezeichnen, ist fahrlĂ€ssig.

### 3. Der Formel-Check (Die unbestechliche Wahrheit)
Wir jagen die AbbVie-Zahlen durch den Scanner:
* **Rule of 40 (R40) – Knallhart nach letztem Quartal:**
* Umsatzwachstum (Q4/2025): **10,0 %** (Das Wachstum ist dank der teuren ZukÀufe wieder da).
* Operative Marge (GAAP TTM): **24,6 %**. (Wir nehmen nicht die geschönten "Adjusted"-Margen der Finfluencer, sondern die harte GAAP-Wahrheit).
* *Ergebnis:* 10,0 + 24,6 = **34,6 %**.

* *Fazit:* **Gnadenlos durchgefallen.** AbbVie verfehlt die Wachstums- und Effizienzschwelle von 40 %. Das ist kein Wachstums-Motor fĂŒr die rechte Flanke.
* **Momentum (M) – Die harte Metrik:**
* Der aktuelle Kurs liegt bei ca. **213,00 USD**.
* Die 200-Tage-Linie verlÀuft deutlich tiefer im Bereich von 190 bis 200 USD.
* *Regel greift:* Aktie notiert ĂŒber der 200-Tage-Linie = **20 / 20 Punkte!** (Immerhin: Charttechnisch belohnt der Markt die aktuellen ZukĂ€ufe. Der Trend stimmt kurzfristig).

### 4. Mr. Prompts Fazit fĂŒr dein Forum:

AbbVie ist aktuell das perfekte Beispiel fĂŒr das **"graue Mittelfeld"**, das wir in der Hantel-Strategie verabscheuen.
* Es liefert nicht genug Dividende fĂŒr die linke Seite (< 3,5 %).

* Es wĂ€chst nicht effizient genug fĂŒr die rechte Seite (R40 verfehlt).

* Die Kapitalrendite (ROIC) wird durch die extrem teuren Übernahmen (Goodwill in der Bilanz) massiv nach unten gedrĂŒckt.

**Mein Frage an ihn:**

Frag ihn doch mal ganz frech, warum man sich eine hochverschuldete Pharma-Bude ins Portfolio legen sollte, deren wichtigster Blockbuster gerade stirbt und die unsere R40-Marke verfehlt, wenn man fĂŒr das gleiche KGV weitaus sauberere Unternehmen bekommt. AbbVie spielt mit den ZukĂ€ufen aktuell Roulette auf Kosten der BilanzqualitĂ€t.
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@Raketentoni auf Kosten der Zunkunft? Lieben Dank fĂŒr deine EinschĂ€tzung durch Mr. Prompt! ^^
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Ok 👌, guter, glaubwĂŒrdiger Artikel, bin eingestiegen. Mal sehen. Wenn’s Montag steigt, war ich’s, geht’s runter, haben die Anderen keine Ahnung. Schönes Wochenende.
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Das ist eine sehr gute Analyse! Ich bin bereits seit gut 5 Jahren in Abbvie investiert und habe eine Dividendenrendite von 5,5 % auf das investierte Kapital. Es ist richtig, Pharmawerte schwanken bei den cash-flows analog zu den Patentlaufzeiten. Wenn man sich die Dividendenhistorie ansieht, was auch fĂŒr Bristol-Myers gilt, wurden die Dividenden idR nicht gekĂŒrzt sondern weiter gezahlt. Daher gehören diese Werte fĂŒr mich in mein langfristiges Dividendendepot. Insbesondere bei diesen Werten, die in verschiedenen Anwendungsgebieten tĂ€tig sind.
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Sehr gute und "ehrliche" Analyse, danke dir! Bin selber in $ABBV investiert und baue die Position bei kleinen Korrekturen weiter auf.
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Amgen , Abbvie , Pfizer etc sind zum traden gut
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