đ AbbVie (ABBV) $ABBV (+1,88Â %)
AbbVie ist in vier zentralen GeschÀftsbereichen tÀtig:
- Immunologie â Skyrizi, Rinvoq und Humira
- Neurowissenschaften â Botox Therapeutic, Vraylar, Qulipta und Ubrelvy
- Onkologie â Venclexta und Epkinly
- Ăsthetik â Botox Cosmetic, Juvederm und verwandte Produkte
Ich war gegenĂŒber Investitionen in Pharmaunternehmen immer etwas vorsichtig â vor allem wegen der schwer vorhersehbaren Cashflows und der permanenten AbhĂ€ngigkeit davon, neue Medikamente erfolgreich durch die Pipeline zu bringen.
Aus diesem Grund sehe ich Pharmawerte selten als klassische âBuy-and-holdâ-Investments fĂŒr die sehr langfristige Portfolioallokation.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ich sie vollstÀndig meide.
Ăber Jahre hinweg war die Investmentstory von AbbVie ziemlich eindeutig:
Das Unternehmen war stark um Humira aufgebaut â das meistverkaufte Medikament in der Geschichte der Pharmabranche. Mit dem Auslaufen des Patents im Jahr 2023 stellten sich Investoren auf einen massiven UmsatzrĂŒckgang ein.
Dieser Einschnitt kam auch.
Doch AbbVie gelang es, die Humira-UmsÀtze erfolgreich zu ersetzen.
Skyrizi und Rinvoq erzielten im Jahr 2025 gemeinsam 25,9 Milliarden USâDollar Umsatz und ĂŒbertrafen damit die eigene langfristige Zielmarke fĂŒr 2027 um 500 Millionen USâDollar â und das zwei Jahre frĂŒher als geplant.
Das Management rechnet inzwischen damit, dass diese beiden Medikamente im Jahr 2026 zusammen ĂŒber 31 Milliarden USâDollar Umsatz generieren werden, was einem Wachstum von mehr als 20 % gegenĂŒber dem Vorjahr entspricht.
Zum Vergleich: Humira hat selbst auf dem Höhepunkt seines Erfolgs niemals ein solches Umsatzniveau erreicht.
Die Nachfolgeprodukte ĂŒbertreffen die Erwartungen also deutlich.
Warum ist die AbbVie-Aktie dann dennoch rund 15 % unter ihren HöchststÀnden vom Oktober?
Das ist vor allem auf zwei Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren:
Wettbewerbsdruck â Johnson & Johnson erhielt eine FDA-Zulassung fĂŒr ein orales Psoriasis-Medikament, was Sorgen ĂŒber mögliche Marktanteilsverluste von Skyrizi auslöste.
Rechtliche Belastungen â Ein Gericht bestĂ€tigte ein Gesetz, das AbbVie zwingt, 340B-Rabatte auch auf Vertragsapotheken auszuweiten, was kurzfristig Margendruck erzeugt.
Diese Risiken sind real und mĂŒssen berĂŒcksichtigt werden.
Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten: Jedes gröĂere Wachstumsziel, das AbbVie kommuniziert hat, ist entweder voll auf Kurs oder wurde angehoben.
- Die Umsatzprognose fĂŒr Skyrizi im Jahr 2027 wurde auf ĂŒber 17 Milliarden USâDollar erhöht
- Die Umsatzprognose fĂŒr Rinvoq im Jahr 2027 wurde auf ĂŒber 10 Milliarden USâDollar angehoben
- Die Prognosen fĂŒr orale CGRPs wurden ebenfalls erhöht
- Ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (CAGR) bis 2029 bleibt unverÀndert bestehen
Ein einzelner oraler Wettbewerber in einer Indikation reicht nicht aus, um eine Plattform zu destabilisieren, bei der das Management die Prognosen ĂŒber alle Bereiche hinweg anhebt.
Hinzu kommt, dass AbbVie seine Dividende seit 54 Jahren in Folge erhöht hat und damit zu den sogenannten Dividend Kings gehört.
Die Dividendenrendite liegt aktuell bei 3,13 %, basierend auf einer annualisierten AusschĂŒttung von 6,92 USâDollar je Aktie, bei einer 10âjĂ€hrigen Dividenden-CAGR von 14,73 %.
Diese Dividende ist deutlich sicherer, als es das aktuelle KGV von rund 89.95 vermuten lÀsst.
Dieses hohe VerhĂ€ltnis ist nahezu vollstĂ€ndig auf die temporĂ€r gedrĂŒckten Gewinne nach dem Humira-Patentablauf zurĂŒckzufĂŒhren.
Auf Forward-Basis stellt sich das Bild ganz anders dar.
FĂŒr 2026 prognostiziert AbbVie ein adjustiertes EPS von 14,37 bis 14,57 USâDollar, was einem Gewinnsprung von ĂŒber 45 % innerhalb eines Jahres entspricht, sobald der Humira-Effekt abklingt.
Auf Basis eines Forward-KGVs von etwa 13,15 leiten Analysten ein Kursziel von rund 253,67 USâDollar ab, also ein Upside von 19,43%
FĂŒr einen Dividend King mit 3,13 % Rendite und einem langfristig prognostizierten Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich bis 2029 stellt dies eines der attraktivsten Setups dar, die AbbVie in den letzten Jahren geboten hat.
Erwartete Rendite der Abbvie-Aktie
Kommen wir nun zu einer der wichtigsten Fragen ĂŒberhaupt, wenn wir eine Aktie analysieren:
Wie viel Rendite steckt heute eigentlich in der Abbvie-Aktie?
Oder anders formuliert:
Wenn wir heute investieren â welche jĂ€hrliche Rendite könnten wir in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren erwarten?
Nach aktuellen SchÀtzungen könnte der Gewinn pro Aktie von Abbvie in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Die Erwartungen sehen ungefÀhr so aus:
- 2026: etwa 14,49 USâDollar Gewinn pro Aktie
- 2030: ungefĂ€hr 20,04 USâDollar Gewinn pro Aktie
Rechnet man diese Entwicklung herunter, entspricht das einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von rund 8,44 % pro Jahr.
Ich möchte hier allerdings nicht zu optimistisch rechnen.
Deshalb mache ich etwas ganz Einfaches:
Ich ziehe einen Prozentpunkt vom erwarteten Wachstum ab.
Statt mit 8,44 % rechne ich also nur mit:
-> 7,44 % Gewinnwachstum pro Jahr
Damit kommen wir zur nÀchsten Frage:
Wie könnte sich der Aktienkurs entwickeln, wenn dieses Wachstum tatsÀchlich eintritt?
DafĂŒr benötigen wir eine zweite Annahme â nĂ€mlich die Bewertung der Aktie, also das sogenannte KursâGewinnâVerhĂ€ltnis (KGV).
Wenn wir davon ausgehen, dass Abbvie langfristig mit einem KGV von etwa 20 bewertet wird, lÀsst sich daraus ein mögliches Kursziel ableiten.
Dieses Kursziel liegt bei ungefÀhr:
-> 414,93 USâDollar pro Aktie im jahr 2031
NatĂŒrlich ist das keine Garantie.
Aber es zeigt uns, welches Potenzial theoretisch möglich wÀre, wenn das Unternehmen weiterhin stark wÀchst.
Wenn wir nun vom heutigen Aktienkurs von 212.31 USD ausgehen, wĂŒrde das in etwa Folgendes bedeuten:
-> rund 95,44 % Gesamtrendite bis zum Jahr 2031
Umgerechnet entspricht das etwa:
-> rund 12 % Rendite pro Jahr
Und das ist noch ohne Dividende gerechnet.
Zum Vergleich:
Der historische Durchschnitt des S&P 500 liegt bei etwa 8 bis 9 % Rendite pro Jahr.
Das bedeutet:
Abbvie könnte â zumindest auf Basis dieser Rechnung â fast doppelt so hohe Renditen liefern wie der Durchschnitt des Marktes.
BerĂŒcksichtigt man zusĂ€tzlich noch die Dividende, steigt die potenzielle Gesamtrendite sogar noch etwas weiter.
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