Photonics wird zumeist auf Laser, Transceiver oder optische Netzwerke reduziert. Dabei beginnt die eigentliche Wertschöpfung deutlich früher. Bevor Licht Daten übertragen kann, müssen hochspezialisierte Halbleiterschichten überhaupt erst erzeugt werden. Genau hier kommen Unternehmen wie Aixtron und Riber ins Spiel.
$AIXA (-1,82 %) (Aixtron, Deutschland) entwickelt MOCVD-Anlagen für die Metallorganische Gasphasen-Epitaxie (Metal-Organic Chemical Vapor Deposition). Vereinfacht gesagt werden damit die Materialschichten hergestellt, die später beispielsweise in Lasern, optischen Bauteilen, Leistungshalbleitern oder anderen optoelektronischen Komponenten zum Einsatz kommen.
Der Fokus liegt auf industrieller Skalierung. Wenn neue Technologien den Schritt aus dem Labor in die Massenfertigung schaffen, werden oft genau solche Produktionswerkzeuge benötigt.
$ALRIB (-1,84 %) (Riber, Frankreich) verfolgt einen anderen Ansatz. Das Unternehmen baut Systeme für die Molekularstrahl-Epitaxie (Molecular Beam Epitaxy, MBE). Dieses Verfahren arbeitet langsamer und deutlich spezialisierter, erlaubt dafür aber eine außergewöhnlich präzise Kontrolle einzelner Materialschichten.
Solche Systeme werden beispielsweise für fortschrittliche Laserstrukturen, Quantum-Dots oder andere anspruchsvolle Photonik-Anwendungen eingesetzt.
Aus Investorensicht unterscheiden sich beide Titel deutlich:
- Aixtron wirkt eher wie die industrielle Skalierungsmaschine des Themas. Größer, breiter aufgestellt und mit mehreren Absatzmärkten. (Deshalb auch in meinem wikifolio TechLimits enthalten, das auf akute Engpässe setzt.)
- Riber sitzt näher an der technologischen Frontier. Kleiner, volatiler und stärker von einzelnen Projekten abhängig. Dafür können technologische Durchbrüche einen deutlich größeren Einfluss haben. (Riber als spekulativerer Titel nehme ich vielleicht bald in mein wikifolio NextLimits auf, das zukünftige Engpässe adressiert.)
Der interessante Punkt: Der Engpass liegt oft nicht im fertigen Produkt, sondern eine Ebene darunter. Wer nur auf Laser und Netzwerke schaut, übersieht möglicherweise die Unternehmen, die die technologischen Voraussetzungen dafür überhaupt erst schaffen.
