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Hanwha und Chinas CATL konzentrieren sich auf Elektroschiffe, während die Branche auf Dekarbonisierung zusteuert

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Das Zeitalter der elektrisch angetriebenen Schiffe rückt immer näher und folgt damit den Spuren der Elektrofahrzeuge, da die globale Schifffahrtsindustrie ihren Wandel hin zur Dekarbonisierung beschleunigt.


Obwohl große Unternehmen wie Hanwha den Elektroantrieb als Lösung präsentieren, gibt es noch erhebliche technische Hürden.


Kim Dong-kwan, stellvertretender Vorsitzender der Hanwha Group, schlug laut Hanwha in einer Kolumne, die vor der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums am Montag in Davos, Schweiz, veröffentlicht wurde, die Schaffung eines „maritimen Ökosystems für Elektroschiffe” vor.


Kim argumentierte, dass die Schifffahrtsindustrie, die seit langem auf fossile Brennstoffe angewiesen ist, ihre Antriebssysteme grundlegend umstellen muss, um einen nachhaltigen Wandel zu erreichen.


Er skizzierte die Notwendigkeit der Entwicklung von Elektroschiffen, zuverlässigen Energiespeichersystemen (ESS), Ladeinfrastrukturen in Häfen und dekarbonisierten Energieversorgungsanlagen.


„Damit Elektroschiffe breite Akzeptanz finden, sind stabile ESS unerlässlich”, sagte Kim. „Außerdem müssen wir den Zugang zu Lade- und Austauschinfrastrukturen für Batterien verbessern.”


„Hanwha schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich Schiffe und Häfen gemeinsam mit dem gesamten Ökosystem weiterentwickeln können, indem es fortschrittliche ESS- und saubere Energielösungen in der gesamten maritimen Infrastruktur einsetzt“, fuhr er fort. „Wir führen derzeit Gespräche mit europäischen Hafenbehörden über Pilotprojekte mit ESS- und Schiffsaufladesystemen.“


Auch in Übersee gewinnt die Kommerzialisierung von Elektroschiffen an Dynamik. Chinas CATL $3750 (-2,82 %), der weltweit größte Batteriehersteller, ist auf dem besten Weg, den Markt für Elektroschiffe zu dominieren.


CATL – das einen Anteil von 40 Prozent am Markt für Elektroschiffbatterien hält – plant laut South China Morning Post, innerhalb der nächsten drei Jahre ein eigenes vollelektrisches Schiff auf den Markt zu bringen ☝🏻


Ein weiterer chinesischer Batteriehersteller, Gotion High-Tech, hat bereits Batterien für elektrische Containerschiffe auf den Markt gebracht.


Das wachsende Interesse der Schifffahrtsindustrie an Elektroantrieben wird durch globale regulatorische Veränderungen vorangetrieben. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen der Schifffahrt bis 2050 auf netto null zu senken.


Um dieses Ziel zu erreichen, hat die IMO Zwischenziele festgelegt, um die Emissionen bis 2030 um mindestens 20 Prozent und bis 2040 um 70 Prozent gegenüber dem Niveau von 2008 zu reduzieren.


Die Europäische Union hat auch die Vorschriften für Kohlenstoffemissionen verschärft und verlangt von Reedereien, dass sie ab 2027 Emissionszertifikate für ihre gesamten Kohlenstoffemissionen erwerben.


Elektrische Schiffe bieten mehrere klare Vorteile. Im Vergleich zu dieselbetriebenen Schiffen verursachen sie weitaus weniger Lärm und Vibrationen, wodurch die Schädigung der Meeresökosysteme verringert wird. Ihre einfachere Struktur führt außerdem zu geringeren Wartungskosten im Laufe der Zeit.


Während herkömmliche Schiffe mit Verbrennungsmotor einen Energieeffizienzgrad von etwa 20 Prozent aufweisen, können elektrische Schiffe bis zu 40 Prozent erreichen, was sie zu einer wirtschaftlicheren Option macht.


Infolgedessen wird der weltweite Markt für Elektroschiffe laut dem Marktforschungsunternehmen Future Market Insights voraussichtlich rasant von 6,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 58,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2035 wachsen – eine fast zehnfache Steigerung innerhalb eines Jahrzehnts mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 24,6 Prozent.


Das Unternehmen fügte hinzu, dass die Einführung von Hybrid- und vollelektrischen Antriebslösungen voraussichtlich zunehmen wird.


Allerdings gibt es noch einige Herausforderungen, bevor eine großflächige Einführung realisierbar ist. Auf See ist die Ladeinfrastruktur noch immer rar. Daher ist die Energiespeicherung an Bord – in Form von ESS – für lange Reisen von entscheidender Bedeutung.


ESS-Einheiten sind jedoch derzeit schwer, teuer in der Installation und technologisch noch nicht ausgereift, was ihren Einsatz in transozeanischen Schiffen einschränkt.


Daher werden die von CATL gelieferten Schiffsbatterien hauptsächlich in Binnenschiffen und auf Kurzstreckenkreuzfahrten eingesetzt.


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit, insbesondere die Notwendigkeit, die Brandgefahr auf See zu minimieren. Flüssigkeitsimmersion, eine Thermomanagementtechnik der nächsten Generation, bei der nichtleitende Kühlmittel zum Kühlen von Komponenten verwendet werden, entwickelt sich zu einer wichtigen Technologie.


Im Jahr 2024 gaben Hanwha Aerospace und SK Enmove bekannt, dass sie eine Technologie entwickelt haben, bei der Lithium-Ionen-Batteriemodule mit Kühlflüssigkeit gefüllt werden, um Brände in maritimen ESS zu verhindern. Ihr Design verhindert, dass sich Flammen von einer Zelle auf eine andere ausbreiten, aber die Technologie muss noch kommerzialisiert werden.


„Elektrisch angetriebene Schiffe befinden sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium“, sagte ein Brancheninsider. „Um eine Kommerzialisierung zu ermöglichen, benötigen wir umfangreiche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie institutionelle Unterstützung.“

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