Du wirst heute in diesem Artikel viel über das Thema Bitcoin lernen und es anschließend besser verstehen können. Wichtig ist dabei, dass du dich selbst weiter informierst, viel liest, schaust und hinterfragst. Bitcoin ist ein sehr komplexes Thema. Es wird oft gesagt, dass Bitcoin wie ein Kaninchenbau ist: Überall tauchen Fragen auf, und man möchte Antworten finden. Von einem Thema zum nächsten zu gelangen, ist dabei ganz normal. $BTC (-0,5 %)
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BITCOIN ENTSTEHUNG
Die meisten Menschen, die von Bitcoin hören, schauen sich vor allem den Kurs an und wie dieser schwankt. Oft hinterfragen sie jedoch nicht, warum Bitcoin überhaupt entstanden ist. Im Jahr 2009 veröffentlichte Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Whitepaper. Satoshi ist ein Cypherpunk – eine Person oder Gruppe von technisch versierten Menschen, die sich für den Datenschutz in der elektronischen Datenverarbeitung einsetzen. Sie verfolgen das Ziel, dies durch die Verschlüsselung von Daten und Kommunikationskanälen zu realisieren.
Die Cypherpunks haben schon seit mehreren Jahren eine entscheidende Rolle im Schutz unserer Privatsphäre gespielt. Sie verfügen über umfangreiches Wissen über unser System und sind oftmals sehr intelligent und fortgeschritten. Diese Personen haben unser bestehendes System verstanden und waren uns häufig einen Schritt voraus, was zukünftige Entwicklungen betrifft. Sie öffnen oft unsere Augen und bieten Perspektiven, die in der Zukunft relevant sein könnten.
Satoshi Nakamoto wollte Staat und Geld trennen. Im späteren Verlauf der 'Geldgeschichte' werden wir lernen, warum unser aktuelles Geldsystem gescheitert ist und welche Veränderungen Bitcoin mit sich bringen kann.
HINTERFRAGEN
Wichtig zu verstehen ist, dass Bitcoin aus der Not heraus entstanden ist. Es soll uns vor zukünftigen Herausforderungen schützen. Die Digitalisierung schreitet rasant voran, und Staaten planen, digitales Zentralbankgeld (CBDCs) einzuführen und Bargeld abzuschaffen. Mit der Einführung von CBDCs würden wir unsere Freiheit verlieren und viele weitere negative Konsequenzen erfahren – dazu später mehr.
Es ist entscheidend, sich die folgenden Fragen zu stellen: Warum bestimmen Regierungen über Währungen, und woher kommt eigentlich Geld? Zudem müssen wir verstehen, warum das aktuelle System nicht funktioniert und warum Fiat- sowie Staatswährungen zunehmend an Stabilität verlieren.
Warum durften Staaten während der Corona-Krise Billionen Dollar drucken? Was gibt Staaten das Recht dazu? Wir werden in dieses System hineingeboren, das mit der Matrix verglichen werden kann – wir müssen aufwachen. Es ist wichtig, sich des Systems, dieser Matrix, bewusst zu werden. Nur dann können wir verstehen, warum unsere Realität nicht so funktioniert, wie sie sollte.
WIE GING ES JETZT MIT BITCOIN LOS?
Im ersten Bitcoin-Block, dem sogenannten Genesis Block, stand folgende Nachricht: „The Times 03/Jan/2009 Chancellor on brink of second bailout for banks.“ Damit bezog sich Satoshi Nakamoto auf einen Artikel, der das Cover der Times-Ausgabe vom 3. Januar 2009 zierte. Da der erste Bitcoin-Block ebenfalls an diesem Datum geschürft wurde, dient die Nachricht auch als eine Art Zeitstempel. Der zitierte Artikel handelte von weiteren Bankenrettungen im Zuge der Finanzkrise 2008.
Nach dem Vorfall mit WikiLeaks wurde Satoshi Nakamoto zunehmend vorsichtig. WikiLeaks, eine im Jahr 2006 gegründete Enthüllungsplattform, ermöglicht die anonyme Veröffentlichung von Dokumenten, die aufgrund von Geheimhaltung oder Zensur eingeschränkt sind. Die Plattform setzt ein öffentliches Interesse an den Informationen voraus und nutzt das Anonymisierungsnetzwerk Tor, um den Upload von Dateien zu realisieren. Laut der WikiLeaks-Website wurde diese Plattform von Julian Assange gegründet. Sie veröffentlichte geheime Informationen von staatlicher Seite.
Wegen seiner Enthüllungen galt Assange als „Gefahr“ und wurde auf die Rote Liste gesetzt, was bedeutete, dass es Drohungen gegen ihn gab. Verschiedene Regierungen drängten Unternehmen wie PayPal und Visa, WikiLeaks-Transaktionen zu blockieren. Daraufhin wandte sich WikiLeaks an Bitcoin, um Spenden annehmen zu können. Dies war ein beeindruckender Beweis für die Robustheit von Bitcoin als erlaubnislose Währung. Mit Bitcoin kann dir niemand Geld wegnehmen oder Spenden stoppen.
DER ERSTE BITCOIN KAUF - PIZZA-DAY
Für die vermutlich zwei exklusivsten Pizzen, die jemals bestellt wurden, bezahlte der US-amerikanische Programmierer Laszlo Hanyecz am 22. Mai 2010. Für sein Abendessen und das seiner Kinder „blätterte“ er 10.000 Bitcoin hin.
Hanyecz fragte damals: „Will wirklich niemand mir zwei Pizzen verkaufen? Sind 10.000 Bitcoin zu wenig?“ Schließlich ging der Student und Papa John’s-Mitarbeiter Jeremy Sturdivant auf den Deal ein. Die Pizzen wurden geliefert, die Bitcoin überwiesen, und Laszlo postete zum Beweis Fotos des Abendessens mit seinen Kindern.
Das digitale Geld hatte Hanyecz, wie damals üblich, selbst geschürft. Hätte er die Bitcoin nicht fürs Dinner ausgegeben, wäre er heute Multimillionär. Bereut er das? Natürlich nicht, sagt er. „Bitcoin war ein interessantes System, aber niemand benutzte es. Und wenn es niemand nutzt, ist es egal, wie viele Bitcoin ich besitze.“ Er trieb die Idee von Bitcoin weiter voran und wurde nicht reich, sondern zur Legende.
DER VORFALL – WIKILEAKS
Satoshi meinte, WikiLeaks habe ins Wespennest gestochen, und jetzt habe der Schwarm es auf uns abgesehen. Bitcoin stand zu sehr im Scheinwerferlicht, viel zu früh. Satoshi hatte eine neue Währung erschaffen. Er befürchtete, dass dieser 'Stich ins Wespennest' für das Projekt zu früh kam. Es würde einen Angriff nicht überstehen. Vermutlich begann er damals zu überlegen, ob er aus dem Projekt aussteigen sollte. Und schließlich verschwand Satoshi Nakamoto.
ÜBER SATOSHI NAKAMOTO
Unklar ist allerdings, ob sich hinter dem Namen oder Pseudonym der einzelne Softwareentwickler oder das gesamte Team verbirgt. Im Internet kursieren unzählige Theorien darüber, wer der Vater der Kryptowährungen sein könnte. Es gibt keine gültigen Antworten. Was auch wichtig zu verstehen ist: Satoshi Nakamoto oder die Gruppe der Cypherpunks waren. Satoshi Nakamoto war nicht nur ein genialer Kryptograf, sondern hat auch jahrelang die Österreichische Schule der Volkswirtschaft rund um Ludwig von Mieses studiert. Satoshi Nakamoto hält bis heute 1,1 Millionen Bitcoin, die bisher noch nie bewegt wurden.
Bitcoin ist absolut unpolitisch. Es ist ein wahrhaft freies, erlaubnisloses Netzwerk für Wertaufbewahrung und Werttransfer. Die virtuelle Welt ist keine abgekapselte Welt. Nein, sie ist fest mit unserer Welt verbunden. Jede digitale Handlung wirkt sich im realen Leben aus.
1 BITCOIN = 1 DOLLAR
Bitcoin wurde nicht für Kriminelle erschaffen, nein, es wurde erschaffen, um freie, autonome Transaktionen zu ermöglichen. 2011 wurde die Marke von 1 Bitcoin = 1 Dollar geknackt. Ab diesem Tag hat sich Satoshi Nakamoto aus dem Projekt zurückgezogen. Es gab keine öffentlichen Posts mehr, nur noch wenige E-Mails an die Bitcoin-Entwickler. Er wollte nur noch lenken und beraten.
SATOSHI MACHT EINEN CUT.
Gavin Andresen sagte: 'Ich war gerade bei der CIA. Die wollten über Bitcoin reden.' Im April 2011 bekam Satoshi Nakamoto eine E-Mail von Gavin Andresen, einem der Programmierer. Er nahm die Einladung der CIA an, um über Bitcoin zu sprechen. Ab diesem Tag schrieb Satoshi Nakamoto nie wieder eine E-Mail. Das war es. Gavin Andresen wusste nichts über Satoshi Nakamoto. Aber Satoshi machte einen Cut. Er wollte kein Risiko eingehen und das Projekt gefährden. Er wusste, dass sie alles tun würden, um ihn zu finden. Aber es würde ihnen nicht gelingen. Das Programm 'Bitcoin' brauchte Satoshi Nakamoto nicht mehr. Es war stabil genug, um zu wachsen und seine Funktion zu erfüllen, egal für welche Zwecke. Satoshi Nakamoto wusste, dass ein Mensch hinter einem solchen Projekt eine Schwachstelle sein würde. Er wusste, dass wenn Bitcoin zu etwas Großem werden sollte, er gehen musste, um Bitcoin zu schützen.
UNBEZWINGBARE ZITADELLE
Das Netzwerk konnte ohne Satoshi Nakamoto leben. Es war egal, ob er noch da ist oder nicht, es brauchte ihn nicht mehr. Es brauchte keine Zwischeninstanz, das Vertrauen beruhte auf dem Code und entfaltete sich im Netzwerk. Satoshi Nakamoto schwieg, und Bitcoin wuchs und stabilisierte sich immer mehr. Das Programm lief dezentral auf unzähligen Rechnern. Das machte Bitcoin unangreifbar.
SATOSHI NAKAMOTO GEFUNDEN
Die 'Newsweek'-Leute fanden jemanden, der Satoshi Nakamoto hieß. Alle meinten, sie hätten ihn gefunden. Es war absurd. Der Satoshi Nakamoto, der nur den Namen hatte, wusste nicht einmal etwas über Bitcoin. Satoshi Nakamoto hätte nicht seinen echten Namen benutzt. Im Grunde suchten sie einen Max Mustermann. Sie fanden einen und behaupteten, das sei Satoshi Nakamoto. Die Reporter belästigten den Mann zu Hause. Er stand im Rampenlicht. Er war ein stiller Typ, er wollte keine Aufmerksamkeit. Es war für ihn sehr unangenehm. Die 'Newsweek'-Leute handelten ziemlich unethisch. Er war auch kein Softwareentwickler, sondern Entwicklungsingenieur bei anderen Projekten.
Hal Finney im Jahr 2009 war einer der ersten Informatiker, die sich für Bitcoin interessierten und mit Satoshi Nakamoto kommunizierten. Er entwickelte einige Schlüsselelemente für Bitcoins Erfolg. Satoshi Nakamoto hatte um Hilfe gebeten. Er brauchte Leute, die ihm beim Implementieren und beim Mining halfen, um Bitcoin zu 'aktivieren'. Hal Finney und Satoshi Nakamoto kooperierten. Satoshi Nakamoto schickte ihm die allerersten Bitcoin. Nur ein autonomes System kann frei sein, das hatte Hal Finney verstanden. Bitcoin ist nicht nur eine einfache digitale Währung, sondern ein Mittel zur absoluten Unabhängigkeit. Bitcoin ist das neue Gold, digitales Gold. Wie bei Gold ist die Menge an Bitcoin beschränkt. Wie bei Gold wächst die Schwierigkeit für die Schürfer, es zu finden.
BLOCKCHAIN UND MINING
Es ist mittlerweile eine Industrie und auch eine Philosophie und es ist der Grundpfeiler der Bitcoin-Technologie. Es ist ein Geldsystem, und Geld kann man verdienen oder versenden. Mehr tut man damit gar nicht. In Computersystemen ist das in Datenbanken verankert, die zeigen, wer wie viel Geld hat. Wenn jemand Geld senden will, ändert man die Datenbank.
Soll es dezentral sein, wie bei Bitcoin, haben alle Beteiligten eine Kopie derselben Datenbank – Bitcoin-Node. Wenn eine Transaktion die Datenbank verändert, müssen sich alle koordinieren. Alle müssen zustimmen, dass die Transaktion zulässig ist. Es ist unmöglich, 30.000 oder 2.000.000 Computer zu hacken, um die Datenbank zu modifizieren, im Vergleich zu einem einzelnen Bankcomputer.
Um dir einen Bitcoin zu senden, muss ich eine Transaktion vornehmen. Sie findet in einer Transaktionsgruppe statt. Dahinter stehen die sogenannten Bitcoin-Miner. Die Miner vereinen ihre Rechenleistung in einem Miningpool und erzeugen einen Block. Die Miner befinden sich alle in Konkurrenz zueinander, um den Transaktionsblock zu validieren. Das Netzwerk kreiert sozusagen ein sehr komplexes mathematisches Rätsel, das gelöst werden muss, um die Blockchain zu erweitern und einen neuen Block hinzuzufügen.
Das ganze kann man wunderbar auf mempool.space anschauen: https://mempool.space
Man muss alle Kombinationen ausprobieren. Bei 'Kopf oder Zahl' müsste man 90 Mal nacheinander 'Zahl' werfen. Das schafft man im Leben nicht. Deswegen muss man es Abermilliarden Mal wiederholen. Es ist kein kompliziertes Problem, es sind nur hohe Material- und Energiekosten. Irgendwer löst das Problem als Erster, er gewinnt, und dafür bekommt er die Bitcoin, das ist die Motivation.
Ein Block besteht aus (Netzwerkgebühren + neu erschaffenen Bitcoin, aktuell 2023 – 6,25 Bitcoin). Diese fallen später weg, dafür steigen dann die Netzwerkgebühren.
Der Block wird der Kette hinzugefügt. Damit ist die Transaktion validiert, und du bekommst den Bitcoin von mir. Die Bitcoin-Blockchain ist das Register, das alle Bitcoin-Transaktionen seit der allerersten Transaktion verzeichnet. Blockchains gab es bereits vor Bitcoin. Es ist eine alte Idee, jede Information ist mit der vorherigen verknüpft, und man kann die Kette zurückverfolgen. Schon die Kunsthändler machten es so. Seit dem 16. Jahrhundert weiß man, 'Dies ist ein Gemälde von Rubens, Herr Sowieso hat es gekauft', dann landet es im Museum. Daher kann man die Herkunft einiger Gemälde über mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen.
Das Mining ist sehr wichtig, um die Systemsicherheit zu gewährleisten. Diese wird in TH/s gemessen. Terahash nennt man es bei Bitcoin: https://www.blockchain.com/explorer/charts/hash-rate
Niemand würde diese riesige Menge Strom investieren, wenn er nicht sicher wäre, dass alle Transaktionen des aktuellen Blocks legitim sind. Wenn nicht alles legitim ist, wird der Block nicht validiert, und Kosten und Mühen wären vergebens. Der Miner hätte umsonst Zeit und Energie investiert.
ICH VERTRAUE BITCOIN
SONST NIEMANDEN.
Aber ich vertraue weder den Minern noch den Transaktionen und den erzeugten Blöcken. Ich überprüfe alles - meine Node überprüft alles, und da jeder jeden überprüft und niemand dem anderen vertraut, können wir alle dem Endergebnis vertrauen. Denn es wird von Tausenden von Nodes/Computern verifiziert. Es ist unglaublich schwierig, im Bitcoin-Netzwerk zu lügen bzw. unmöglich.
Bitcoin ist von niemandem abhängig. Ein ganzes Netzwerk stützt Bitcoin. Es gibt keine Zentralbank. Es ist ein unangreifbares, transparentes, verteiltes Register. Ein so verzweigtes System kann man nicht aufhalten, nicht einnehmen. Es ist eine Festung.
MINING UND DIE UMWELT
Es erfordert hohe Rechenleistung. Deshalb investieren die Miner in spezielle Geräte wie ASIC-Miner, Server, Rechner usw. Menschen sagen, dass Bitcoin-Mining zu viele Ressourcen verbraucht und die Umwelt unverhältnismäßig verschmutzt. Sie haben recht! Es braucht viel Energie. Es ist nicht umsonst. Doch man muss die Kosten als Investition betrachten. Bitcoin verlangt hohe 'Ausgaben' an Energie.
ABER WAS BEKOMMEN WIR DAFÜR?
Die breite Masse der Leute sieht noch nicht die Philosophie dahinter – was Satoshi Nakamoto eigentlich ändern wollte. Es ist eine Cypherpunk-Idee! Schutz der eigenen Daten, Dezentralität, Unabhängigkeit von den Banken. Ein neues System, das in den Händen des Volkes liegt. Es sind große Ideen. Die Menschen denken, der billige, einfache Weg sei die Nutzung von Kohlekraft oder Gas und es sei teurer und verantwortungsvoller, grünen Strom zu nutzen. Aber Kohle- oder Gaskraft ist gar nicht so billig. Man muss die Kohle ja schließlich abbauen und dann verbrennen. Für erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft muss man zwar in Staudämme investieren, aber danach hat man Strom für hunderte Jahre. Mehr dazu aber im oben genannten Artikel.
Jede virtuelle Handlung hinterlässt Spuren. Der digitalen Verschmutzung. Es ist hier nicht nur die Rede von Bitcoin. Ein Großteil unseres modernen Lebens spielt sich online ab. Bitcoin ist ebenso nützlich wie soziale Netzwerke oder Streaming-Dienste, und das wird auch so bleiben. Daher müssen wir das System konstant verbessern.
HAL FINNEY
Die E-Mail-Konversation zwischen Satoshi und Hal Finney ist öffentlich. Sie sprachen über die CO2-Bilanz, darüber, dass sich immer mehr Miner professionalisieren würden. Über all das diskutierten sie schon in den ersten Tagen von Bitcoin, und es spiegelte genau wider, was wirklich passierte. Er steckte viel Zeit in das Bitcoin-Projekt. Als er starb, wurde er kryokonserviert, also eingefroren. Hal Finney ist nach unserer klinischen Definition also tot. Aber es gibt eine kleine Chance, dass er irgendwann zurückkommt. Er war ein guter Mann, Philanthrop und ein begnadeter Softwareentwickler und Kryptograf.
INTERESSE STEIGT
Im Januar 2013 waren nur ein Dutzend Leute beim Bitcoin-Treffen in San Francisco. Im März stand der Kurs bei 260 Dollar. Es kamen hundert Leute. Risikoinvestoren verteilten Visitenkarten. Da wurde Bitcoin plötzlich real. Leider haben die Menschen sich nur für den Kurs interessiert, wie es heute immer noch die meisten tun, und die Idee und Philosophie hinter Bitcoin nicht richtig verstanden. Mit dem Abtauchen von Satoshi Nakamoto wurde die Schöpfung entfesselt. Durch das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage wurde Bitcoin zu einem extrem volatilen Spekulationsobjekt, wie es auch viele heute noch nennen, vor allem Finanzinvestoren. Heute kann man für einen Bitcoin ein kleines Auto kaufen und morgen einen Sportwagen. Aktuell noch zu unbeständig für eine Währung. Bitcoin wurde zum Thema im US-Kongress. Viele Unternehmen investierten in Produkte und Dienstleistungen. Ein Bitcoin war mehr als 1000 Dollar wert, und die Menschen waren baff. Es war eine neue Technologie, eine Wertanlage. Natürlich stieg der Kurs, wenn mehr Menschen von der Philosophie erfuhren: Datenkontrolle und Kritik am Bankensystem – Fiat-Geldsystem. Das Vertrauen in die Banken bröckelt immer mehr, daher wächst das Interesse an neuen Währungssystemen, die bessere Wertstabilität bieten als Staatswährungen.
HINTERFRAGUNG VOM AKTUELLEM GELDSYSTEM
Bitcoin wurde von Anfang an begrenzt geplant. Die schürfbare Menge ist festgelegt und verringert sich nach und nach durch das Halving, etwa alle 4 Jahre, wo sich die Auszahlung der Miner bei den Rewards halbiert. Eines Tages wird es kein Halving mehr geben und keine neuen Bitcoin mehr kommen. Klassische Währungen wie zum Beispiel der Euro können von Zentralbanken nach Belieben ausgegeben werden, ohne Limit und ohne demokratische Kontrolle durch die Bevölkerung. Wozu dient dieses Geld? Worin liegt zum Beispiel der Sinn, Steuern zu zahlen, wenn man unbegrenzt Geld schöpfen kann?
Satoshi Nakamoto war geldpolitisch brillant. Er erfand digitale Knappheit: Die Bitcoin-Obergrenze liegt bei 21 Millionen, genauer gesagt bei 20.999.999,97690000 Bitcoin. Die maximale Geldmenge berechnet sich nach der Formel. Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Aus diesem Grund werden die existierenden Bitcoin ihren Wert bewahren – ein hartes Versprechen oder sogar an Wert gewinnen, wie im Moment, anstatt mit der Zeit an Wert zu verlieren.
WALLET – PRIVATE UND PUBLIC KEY
Eine Bitcoin-Wallet ist das Äquivalent zum Bankkonto. Aber man kontrolliert es selbst. Man hat ein Passwort und den sogenannten Private Key. Mit dem Public Key können andere das Konto ansehen, um Transaktionen zu ermöglichen. Aber nur mit dem Private Key hat man wirklich Zugriff. Deswegen ist er auch extrem wichtig! 'Not your Keys, not your Coins!' Ohne den Private Key kommt man nicht an die Bitcoin heran. Jemand, der den Schlüssel hat, besitzt die Bitcoin auch nicht. Das ist gut und schlecht. Denn wenn man ihn verliert, ist die Wallet bzw. das Konto für alle Ewigkeiten verloren, und es ist eine Spende an alle im Bitcoin-Universum.
In einem dezentralen System gibt es keine Zentralinstanz, der man vertrauen muss. Es gibt hier natürlich Pro und Kontra. Denn es gibt keinen Kundenservice, den man um Hilfe bitten kann, außer man vertraut wieder einer Dritten Instanz, die sich um die Verwahrung kümmert. Aber wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat, wird dieses Vertrauen missbraucht, und am Ende verliert man alles. Deshalb ist es wichtig, sich selbst um die Verwahrung und den Key zu kümmern.
SATOSHI NAKAMOTO REICHTUM
Er konnte seinen Reichtum nicht antasten, sonst würde das Vertrauen und die Arbeit, die er so mühevoll aufgebaut hatte, zerstört werden. Die 1,1 Millionen Bitcoin wurden bis heute nicht bewegt. Satoshi konstruierte die Wertschöpfungsmaschine und rührte das Geld nicht an. Er ist ein moderner Prometheus, ein moderner Held. Es ist unglaublicher Stoff, wie aus einem Roman oder einem Film. Satoshi hätte Einfluss auf Bitcoin wieder nehmen können, indem er Bitcoin kaufte und verkaufte und es somit wieder stabilisierte. 'Mal sehen, was passiert.' Aber durch eine Key-Signatur könnte er uns wissen lassen, was er mit den Bitcoin vorhat. Nur so kann Satoshi beweisen, dass er Satoshi ist.
CRAIG WRIGHT
Ein Clown, der sich als Satoshi Nakamoto ausgeben wollte, würde sich nie wieder den Medien und dem Fernsehen präsentieren. Aber er tat es vor laufender Kamera... Der australische Unternehmer stützte seine Behauptung, indem er auf Bitcoin-Blöcke zugriff, die ganz zu Beginn des Bitcoin-Systems geschaffen wurden. Er wollte demonstrieren, wie er eine Nachricht mit dem Public Key signiert, der mit den allerersten Bitcoin-Transaktionen verknüpft ist. Es ging daneben. Das Streben nach Ruhm, Eitelkeit. Anonymität ist der Preis für Satoshis Freiheit.
'Jeder, der behauptet, der Bitcoin-Erfinder zu sein, lügt.
META UND CRYPTO
Menschen und Firmen versuchten eine Währung auf den Markt zu bringen, mit der sie ihre Vorteile erspielen können. Die Firma Facebook, heute Meta, 'der Weltenzerstörer', wollte Libra den Menschen verkaufen. Auch viele weitere versuchten ihr Glück – Krypto. Egal ob Cardano, Ethereum usw., alles Projekte, die danach streben, eine neue Währung zu werden. Es drehte sich aber in Wirklichkeit alles um das schnelle Geld und die Macht.
CBDCs -Digitale Zentralbankwährung
CBDCs sind keine Kryptowährungen auf einer Blockchain. Es sind eher Datencenter-Währungen wie Libra von Meta. Bitcoin - Dezentrale, autonome Währung ohne eine dritte Instanz. Das Gegenteil von dem, was Meta mit Libra versprach. Die Privatsphäre hat zwei große Feinde: die Internetriesen (Big Data) und die Staaten. Die Staaten haben Projekte für digitales Zentralbankgeld. Diese Währungen sind zentral und schuldenbasiert ausgegeben. 'Wie seit eh und je.' Doch einen Unterschied gibt es. Durch die Digitalisierung würde das Bargeld früher oder später verschwinden. Die Deanonymität. Das Ende der Freiheit.
PERSÖNLICHE DATEN
Sie sind sehr wertvoll, das wissen nur wenige Menschen.
Wir nutzen Apps, interagieren, liken, posten, teilen usw., ohne finanzielle Gewinne zu erzielen. Dabei bereichern sich die Anbieter dieser Dienste daran. Es ist quasi ein stiller Raubüberfall. Sie lernen noch mehr über uns, verkaufen uns noch mehr Dienste und machen damit Profit. Sie können genau definieren, wer wir sind - wer DU bist! Das vergrößert ihre Macht über die Nutzer, über die Wirtschaft, über das Leben der Menschen und auch staatliche Gebilde, besonders totalitäre Staaten, hätten gerne CBDCs. Für mehr Kontrolle über die Privatsphäre der Bürger und die Wirtschaft und auch die Versuche demokratischer Staaten, in Europa CBDCs zu schaffen, verfolgen ähnliche Ziele. Nicht totalitäre Kontrolle wie in China, aber sie folgen einer ähnlichen Logik.
SOZIAL
Alles dematerialisiert sich und hinterlässt digitale Spuren. Diese digitalen Spuren werden unter anderem im Social Credit System verarbeitet. Es ist ein Punktesystem, das auf den Informationen verschiedener Apps basiert. Beispielsweise auf dem Kaufverhalten, aber nicht nur darauf. Das soziale Rating hat konkrete Auswirkungen auf die Menschen/Verbraucher. Manches wird für dich teurer. Wenn du zum Flughafen kommst, heißt es vielleicht 'Du darfst nicht fliegen, weil du ein Bußgeld nicht bezahlt hast.' Es ist eine große Bedrohung für die Privatsphäre, für uns Menschen, die viele leider nicht erkennen, wovor die Cypherpunks schon seit Ewigkeiten warnen. Es ist eine Bedrohung für unsere Freiheit, wenn diese Technologie zu Überwachungszwecken eingesetzt wird. Stellen wir uns das Ganze noch mit moderner KI vor. Es ist einfach ein sehr mächtiges Tool.
Auf Kosten unserer Privatsphäre und Freiheit bauen sie immer mehr ihre Macht aus. Eine ultrazentrale, intransparente, rückverfolgbare, digitale Staatswährung. Die unsere Daten gegen uns einsetzen wird. Genau das haben die Cypherpunks schon immer befürchtet. Ein Albtraum und das Ende der Privatsphäre. Das Ende der Privatsphäre zu sehen, ist das eine. Es mitzuerleben, ist etwas ganz anderes. Es ist nicht überraschend, dass China an CBDCs baut und solch ein Finanzsystem will.
Es ist ja eine totalitäre Gesellschaft. Doch es ist überraschend, dass europäische, amerikanische und japanische Behörden es auch in Erwägung ziehen und umsetzen wollen. Dazu arbeiten sie fröhlich auf das Ende des Bargeldes hin und somit auf die Möglichkeit, jede noch so kleine Zahlung zu überwachen und zu kontrollieren.
Den Grad der totalitären Ausprägung eines Staates kann man nun anhand der Entwicklung seiner digitalen Währung bestimmen, denn elektronische Transaktionen sind rückverfolgbar und gefährden die Privatsphäre.
PRIVATSPHÄRE
Ein Weg aus diesem System führt über FOSS, Self Custodial, NoKYC und Open Source Anwendungen, die die Privatsphäre achten und transparent sind.
Open Source bedeutet, dass der Quellcode der Software öffentlich ist und von jedem eingesehen werden kann. Die Entwicklung ist öffentlich, kollaborativ und transparent. Es ist eine großartige Sache. Bitcoin ist Open Source und hat auch ein kollaboratives Entwicklungssystem. Bei Bitcoin wollen wir außerdem die Entscheidungsprozesse dezentralisieren. Die ganze Gemeinschaft entscheidet, welche Änderungen vorgenommen werden oder auch nicht. Jeder kann mitmachen. Jeder kann Änderungen vorschlagen. Allerdings ist die Technologie wirklich sehr spezifisch und komplex. Die Menschen, mit denen man arbeitet, kollaboriert und auch konkurriert, sind erstklassige Kryptografen und erstklassige Softwareentwickler auf dem Höhepunkt ihres Könnens.
HEUTE
Es hat sich bisher extrem viel getan, und das tut es auch weiterhin jeden Tag. Die Entwicklung beschleunigt sich immer mehr. Es entstehen viele Unternehmen um Bitcoin und auch ganze neue Industrien.
Saaten und Große Banken verkünden offiziell, dass Bitcoin in ihre Anlageportfolios aufgenommen wird. Das sind große Neuigkeiten. Auch erste Länder akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel. Es wird ernst! Privatunternehmen kaufen Bitcoin und nennen es eine „Zukunftsinvestition“. Bitcoin wird immer benutzerfreundlicher und kommt langsam in der Gesellschaft an. Bitcoin ist bereits eine Währung. Es funktioniert. Vielleicht erleben wir noch den Triumphzug von Bitcoin mit, auf jeden Fall wird es uns überdauern. Es wird aber noch eine Weile dauern. Nur ein winziger Teil der Weltbevölkerung versteht es, aber es wird die Welt verändern.
Bitcoin ist heimatlos. Aber dahinter steht eine Armee aus Computern – Nodes, Programmierern, Minern und Nutzern. Es ist wie eine Hydra. Es ist zwecklos, der Hydra die Köpfe abzuschlagen. Sie hat zu viele und sie würden immer wieder nachwachsen. Außerdem, wie wollt ihr all die Milliarden verschwinden lassen, die im Umlauf sind?
Es gibt Menschen, die Satoshi Nakamoto verehren. Und wenn Satoshi Nakamoto nicht anonym wäre, würden sie eine konkrete Person verehren. Alles, was diese Person sagen oder tun würde, hätte auf das Projekt unverhältnismäßig großen Einfluss. Ich denke, es ist brillant und eine große Geste, dass Satoshi Nakamoto anonym geblieben ist. Es hat Symbolkraft. Das Motiv der Vatersuche, die Suche nach dem fast göttlichen Schöpfer, trägt dazu bei, einen Mythos um Bitcoin herum zu kreieren. Und Mythen haben einen Nutzen. Du kannst den Dingen Körperlichkeit verleihen, erst recht virtuellen Dingen.
Ob Satoshi Nakamoto immer noch an Projekten für den Datenschutz arbeitet oder in Ruhestand gegangen ist, weiß heute keiner. Bitcoin wächst unaufhaltsam weiter. Satoshi Nakamoto wollte eine Alternative schaffen zu Banken, Staaten und den gesichtslosen Großkonzernen. Bitcoin ist aus der Not heraus entstanden.
Wir hoffen, dass ihr einige wertvolle Erkenntnisse mitnehmen konntet und ein besseres Verständnis für Bitcoin entwickelt habt. Bleibt weiterhin am Thema dran, denn es ist ein Tor zu einem faszinierenden Kaninchenbau. Einmal eingetaucht, entdeckt man immer neue Aspekte und stellt sich endlose Fragen, während man nach Antworten sucht.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass wir nur den Weg zeigen können; den Schritt in die Tiefe müsst ihr selbst gehen. Fangt an, zu hinterfragen und eure eigenen Entdeckungen zu machen.
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