20Std.·

Smarte Idee, die nicht kommen wird

$VNA (+0,2 %) - ich bin heute auf folgenden Artikel gestoßen. Es wird hier darüber nachgedacht, dass es viel effizienter und schlauer wäre Vonovia vom Bund kaufen zu lassen, anstatt den Wohnungsbestand in Berlin enteignen zu wollen. Für mich ein lesenswerter Artikel und eine gewisse Genugtuung, dass es ab und an doch noch Leute gibt, die rational denken können.


Ökonom: Bund soll Vonovia kaufen: "Ich bezweifle, dass eine Enteignung am Ende günstiger ist" - n-tv.de https://share.google/Fgg6zm6b0KFvLD08M


Informativ: Nein, ich bin nicht bei Vonovia investiert.


Meine Meinung: Natürlich wäre es viel einfacher und viel besser Vonovia zu kaufen als den unsinnigen Versuch einer Enteignung in Berlin durchzudrücken. Man bekommt mehr Wohnungen (auch außerhalb von Berlin) zu einem relativ gesehen günstigeren Preis. Man würde auch nicht an dem Fundament der Rechtsstaatlichkeit sägen. Und man kauft eine in sich funktionierende Gesellschaft und ist sofort handlungsfähig (ob die für seine Effizienz bekannte Berliner Verwaltung überhaupt in der Lage ist zeitnah die Struktur für die Verwaltung eines riesigen Mietwohnungsbestands aufzubauen halte ich für äußerst fraglich. Von Neubau aus dem Verwaltungsapparat heraus brauchen wir gar nicht reden).

Natürlich wäre der Kauf von Vonovia durch den Bund ein echter Aufreger für die Aktionäre - erst drücke ich den Aktienkurs durch öffentlichwirksame Überlegungen zur Enteignung, dann kaufe ich das Unternehmen günstig auf. Ist dann wie eine Leerverkäuferstrategie 😉 .

8
7 Kommentare

Und wer sagt, dass die Aktionäre bereit sind, ihre Anteile zum aktuellen Preis abzugeben? 😉
•
2
•
Profilbild
@fabfrey98 Eine faire, saubere Aktion seitens des Staates wäre es tatsächlich nicht. Dennoch halte ich einen Kauf für deutlich einfacher und problemloser als die Enteignung.

Wie das in der Praxis aussehen würde weiß ich natürlich nicht, da ich noch nie vorhatte oder in der Lage gewesen wäre ein börsennotiertes Unternehmen aufzukaufen. Ich schätze man wird nicht einfach eine Order bei Tradegate aufgeben können. 😅

Ich denke es wäre ggfls 'am Einfachsten' über Projektgesellschaften, die KFW oder verschiedene Träger innerhalb des Bundes jeweils über die nächsten Wochen und Monate Anteile unterhalb der Meldeschwellen im Markt aufzukaufen und parallel die großen institutionellen Eigner bei Vonovia anzusprechen. Später würde man den Aktionären ein Angebot unterbreiten, nochmal später dann Squeeze-Out.
••
@NichtRelevant Schon klar. Nichtsdestotrotz müssen die Aktionäre zum angebotenen Kurs bereit sein, die Aktien zu verkaufen. In solch einem Umfeld würde das den Preis enorm treiben. Es wird weder auf einen regulären Kauf noch auf Enteignung herauslaufen…
••
Profilbild
@fabfrey98 Ich glaube auch - weder noch.

Kauf wird nicht stattfinden, da das Land Berlin nicht die Mittel hat und die Enteignung von der neuen Landesregierung auch politisch als Zeichen gewollt ist. Primäres Ziel sind nicht niedrigere Mieten und Schaffung von Wohnraum (dann würde man bauen), sondern der 'Kampf gegen den Kapitalismus'. Man will 'den Reichen' eines auswischen - die Vorstufe zu Vergesellschaftung in allen Bereichen und Rückkehr zum Sozialismus. Der Bund wird bei einem Kauf auch nicht unterstützen, da das ja das Projekt der politischen Opposition ist. Der Kauf ist somit wirklich eher ein Gedankenspiel als eine Möglichkeit, die Aussicht auf Umsetzung hat.

Die Enteignung wird meiner Meinung nach auch nicht kommen, aber einen dielletantischen Versuch wird es geben! Keine normale Bank wird eine Enteignung finanzieren. Kein Gericht wird eine Enteignung auf Basis von irgendwelchen Wunschpreisen durchwinken.
Selbst wenn tausende Wohnungen in Berlin tatsächlich enteignet würden: Es wäre nur die Enteignung der Wohnungen, die zugehörige Organisation bleibt ja Vonovia und wandert nicht mit. Ich würde mich schwer wundern, wenn das Land Berlin von einem Tag auf den anderen eine funktionierende Immobilienverwaltung mit Technischem Service, Abrechnung, Gebäude- und Mietermanagement auf die Beine stellen könnte (und das unter rechtlich äußerst wackeligen Rahmenbedingungen). Das klappt nie - wenn, dann endet es in einer Milliardenschweren Katastrophe, deren Aufarbeitung Jahrzehnte dauern wird.
••
Profilbild
Als ob es da um Effizienz und um Wohnraum geht. Es geht bei der Nummer doch nur um Macht und Ideologie.
•
1
•
Profilbild
@marda304 Korrekt. Leider gehts genau um das (Ideologie und Kampf gegen 'die Reichen' und den Kapitalismus).
••
Profilbild
@NichtRelevant Ich finde die Idee mehr als grenzwertig. Für mich geht es dabei nicht nur um $VNA oder den Wohnungsmarkt in Berlin, sondern um grundsätzliche Fragen der Rechtssicherheit und des Investitionsstandorts Deutschland.

Wenn Investoren damit rechnen müssen, dass eine ganze Assetklasse durch politische Entscheidungen erheblichen Risiken ausgesetzt wird, betrifft das langfristig weit mehr als nur die unmittelbar betroffenen Unternehmen. Es kann auch die Bereitschaft für zukünftige Investitionen in Wohnraum schwächen.

Was mich besonders stört: Statt die strukturellen Ursachen des Wohnungsmangels konsequent anzugehen (zu wenig Neubau, langwierige Genehmigungsverfahren, hohe Baukosten und übermäßige Bürokratie), wird über eine extrem teure staatliche Übernahme diskutiert. Ob das rechtlich tragfähig ist und wie das Ganze finanziert werden soll, ist längst nicht abschließend geklärt.

Und ganz ehrlich, ich habe wenig Vertrauen darin, dass staatliches Eigentum allein die Probleme besser löst. Die Deutsche Bahn ist sicherlich kein perfektes Vergleichsbeispiel für die Wohnungswirtschaft, zeigt aber, dass Verstaatlichung und öffentliche Kontrolle nicht automatisch für bessere Ergebnisse sorgen.

Am Ende brauchen wir mehr bezahlbaren Wohnraum, nicht einfach nur einen anderen Eigentümer der bestehenden Wohnungen. Für mich wäre es sinnvoller, die Rahmenbedingungen für Neubau und private Investitionen zu verbessern, statt Milliarden in eine Umverteilung des Bestands zu stecken.
••
Werde Teil der Community