Warum ich Infineon weiterhin für eines der interessantesten Technologieunternehmen Europas halte
Viele Anleger verbinden Infineon noch immer hauptsächlich mit der Automobilindustrie. Genau das könnte aus meiner Sicht einer der Gründe sein, warum das Unternehmen vom Markt häufig unterschätzt wird.
Wenn über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, denken die meisten sofort an NVIDIA. Dabei wird oft vergessen, dass jedes Rechenzentrum, jeder KI-Server, jede Ladesäule, jede Windkraftanlage und jedes moderne Fahrzeug Leistungshalbleiter benötigt. Genau in diesem Bereich gehört Infineon weltweit zu den Marktführern.
Ein Blick auf die Geschäftsfelder zeigt, wie breit das Unternehmen inzwischen aufgestellt ist:
• Automotive – Elektrifizierung, Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren
• Green Industrial Power – Energiewende, Stromnetze, Batteriespeicher und Industrieanwendungen
• Power & Sensor Systems – KI-Rechenzentren, Leistungshalbleiter und Stromversorgung
• Connected Secure Systems – Cybersecurity, digitale Identitäten und vernetzte Geräte
Besonders interessant finde ich die Entwicklung im KI-Bereich. Das Management erwartet, dass der Umsatz mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren von rund 700 Mio. € im Jahr 2025 auf etwa 2,5 Mrd. € bis 2027 steigen könnte. Das wäre innerhalb weniger Jahre mehr als eine Verdreifachung.
Kennzahlen 2025:
• Umsatz: 14,7 Mrd. €
• Segmentergebnis: 2,56 Mrd. €
• Segmentmarge: 17,5 %
• Rund 57.000 Mitarbeiter weltweit
Was mir gefällt: Infineon profitiert nicht von einem einzelnen Trend, sondern von mehreren Megatrends gleichzeitig.
• Künstliche Intelligenz
• Elektrifizierung des Verkehrs
• Ausbau der Stromnetze
• Erneuerbare Energien
• Industrieautomatisierung
• Digitalisierung und IT-Sicherheit
Die aktuelle Bewertung spiegelt aus meiner Sicht noch immer stark die zyklische Automobilindustrie wider. Die Frage ist jedoch, ob Infineon in fünf bis zehn Jahren überhaupt noch primär als Autozulieferer gesehen wird oder vielmehr als unverzichtbarer Technologiepartner für Energieeffizienz, KI und Elektrifizierung.
Für mich lautet die entscheidende Frage nicht, welches Unternehmen die besten KI-Chips entwickelt.
Die entscheidende Frage lautet: Wer liefert die Infrastruktur, damit diese Chips überhaupt betrieben werden können?
Genau dort sitzt Infineon.
Deshalb halte ich die Aktie weiterhin für eine der spannendsten langfristigen Positionen in meinem Depot.
Wie seht ihr das? Wird Infineon vom Markt noch zu sehr als zyklischer Halbleiterwert bewertet oder entwickelt sich hier gerade ein europäischer Compounder für die nächsten 10 Jahre?
