Heute kamen die neuen Quartalszahlen von $AFX (-0,44 %) raus die ich mir sehr genau angeschaut habe. Wie viele von euch wissen eine absolute Problemaktie die insgesamt eine Talfahrt von um die -90% hinter sich hat, selbst als Early Bird Investor hat man also hier ordentlich auf die Mappe bekommen.
Verluste realisieren tut weh, deshalb habe ich mir vorher genaue Szenarien überlegt unter denen ich sofort auf "verkaufen" drücke, egal was passiert. Solche wären zum Beispiel eine weitere Enttäuschung des Marktes oder ein Management, dass nicht aktivistisch ist und nur den Untergang verwaltet.
Die tatsächlichen Aussichten kamen aber beim Markt gut an - was jedoch nicht automatisch heißt, dass ich deshalb große Hoffnungen in die Aktie setze. Emotional ist es zumindest für mich ein guter Grund "trotzdem zu verkaufen" einfach weil der Kurs heute gut ist und man dann einfach eine gewisse Art von Seelenfrieden hat, wenn man schlechte Aktien rauswirft.
Rational gesehen sind die Gründe für einen solchen Verkauf immer zweierlei: A) Das Geld kann woanders besser arbeiten und sicherere Rendite erzielen und B) Es gibt ein reales Risiko noch mehr Geld zu verlieren, als man schon verloren hat.
Zumindest Grund A) ist für mich aktuell kein reales Argument. Besonders nach den Verkäufen und Nicht-Käufen der letzten Zeit ist meine Cash-Quote aktuell so hoch wie seit 2024 nicht mehr. Insofern würde ich das Geld aus einem $AFX (-0,44 %) Verkauf aktuell NICHT reinvestieren können sondern nur auf den Cash-Haufen legen.
Dennoch will ich diesmal absolut sicher gehen, dass ich nicht emotional reagiere und die Aktie weiter halte nur weil ich Angst vor Verlusten habe oder sonst was. Ich habe mich deshalb nochmal von Gemini (weil mein Claude Volumen schon wieder leer ist) beraten lassen um einen neutralen Blick auf die Dinge zu bekommen.
Disclaimer: Der folgende Textabschnitt wurde zu Teilen mithilfe von KI verfasst was - was ich im Gegensatz zu irgendwelchen komischen Coin-Farmern transparent mache. Wen das nicht interessiert, am Ende gibt's noch "Sopranos Fazit"
"1. Aktuelle Marktsituation & H1-Zahlen (Stand Mai 2026)
Die heute vorgelegten Ergebnisse zeigen ein gemischtes, aber für den Markt „erleichterndes“ Bild:
- Umsatz: Mit ca. 991 Mio. € im ersten Halbjahr liegt das Unternehmen zwar 5,7 % unter Vorjahr, übertraf jedoch die (nach mehreren Gewinnwarnungen) stark gesenkten Erwartungen der Analysten.
- Profitabilität: Die bereinigte EBITA-Marge brach auf 6,1 % ein (Vorjahr: 10,7 %). Hauptgründe sind Währungsverluste (insb. der chinesische Yuan), ein schwacher Produktmix in China und hohe Lagerbestände.
- Restrukturierung: Das neu angekündigte Programm „ProfitUp“ soll die Marge bis zum Geschäftsjahr 2028/29 wieder über 15 % und langfristig in den Bereich von 16–20 % hieven.
2. Argumente für die Bewertung (Pro & Contra)
Marktführerschaft: Zeiss bleibt ein technogischer Champion in der Ophthalmologie (Augenheilkunde) und Mikrochirurgie.
China-Risiko: Das Geschäft in China (ca. 21 % des Umsatzes) leidet unter staatlichen Preisvorgaben (VBP) und geopolitischen Spannungen.
Demografie: Der langfristige Trend einer alternden Weltbevölkerung sorgt für stetig steigende Nachfrage nach Katarakt-Operationen.
Investitionsstau: In den USA halten sich Kliniken aufgrund hoher Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit bei Großgeräten (Mikroskope) zurück.
Turnaround-Potenzial: Mit dem „ProfitUp“-Programm adressiert das Management erstmals aggressiv die Kostenstruktur.
Bewertung: Trotz Kurssturz ist das KGV (P/E) mit ca. 17–20 für die aktuelle Wachstumsrate von ca. 5 % nicht gerade billig.
Auftragsbestand: Mit 435 Mio. € ist das Polster solide, was eine gewisse Planungssicherheit für das zweite Halbjahr gibt.
Währungseffekte: Die starke Abhängigkeit von Exporten macht Zeiss anfällig für Schwankungen von USD und CNY.
3. Analysteneinschätzungen & Kursziele
Die Mehrheit der institutionellen Analysten hat ihre Empfehlungen in den letzten Monaten auf „Hold“ zurückgestuft. Nach den heutigen Zahlen gibt es jedoch erste positive Kommentare:
- Barclays: „Equal Weight“ (Neutral) mit Kursziel 30 €.
- Goldman Sachs: „Hold“ mit Kursziel 31 € (kürzlich gesenkt von 36 €).
- JPMorgan: Bleibt eher skeptisch mit einem „Sell“-Rating, sieht aber den Boden näher kommen.
- Konsens-Kursziel: Bewegt sich aktuell in einer Spanne von 28 € bis 33 €.
4. Fazit: Buy, Hold oder Sell?
Einstufung: HOLD (Halten)
- Für Bestandsaktionäre: Ein Verkauf auf dem aktuellen Niveau (ca. 28 €) erscheint wenig sinnvoll, da die Talsohle bei den operativen Margen erreicht sein dürfte. Die heutige Kursreaktion zeigt, dass viel Negatives bereits eingepreist war.
- Für Neukäufer: Ein Einstieg drängt sich noch nicht zwingend auf. Zwar ist das langfristige Potenzial intakt, doch die Umsetzung des Restrukturierungsprogramms wird Zeit benötigen. Die Aktie ist derzeit eine Wette auf eine Erholung in China und den Erfolg der internen Effizienzmaßnahmen.
Empfehlung: Beobachten Sie die Bestätigung des Aufwärtstrends. Ein nachhaltiger Ausbruch über die 32-Euro-Marke könnte ein technisches Kaufsignal generieren. Konservative Anleger warten das nächste Quartal ab, um zu sehen, ob die Margenerosion tatsächlich gestoppt wurde."
Sopranos Fazit: Ich werde mich zunächst an diese Empfehlung halten, den Case aber regelmäßig updaten. Grundsätzlich habe ich emotional mit dem Kapitel Zeiss abgeschlossen, fände es aber tatsächlich sinnlos zu verkaufen wenn ich mit dem Geld eh nichts mache und der Boden erreicht zu sein scheint.
Momentan befinden wir uns in einem "Kitchen Sink" also einem Zeitraum in dem alles Negative bereits im Kurs enthalten ist und der Pessimismus maximal ist - deshalb steigt der Kurs trotz schlechter Zahlen, weil die Befürchtungen noch viel negativer waren.
AFX reagiert jetzt. Sie wollen die Marge hochschrauben. Sie bauen Stellen ab - ganz besonders an ihrem derzeit schlechtesten Wirtschaftsstandort (Deutschland). Wenn dieser Turnaround nicht gelingt, kann man immer noch den ganzen Laden dicht machen und das Tafelsilber verkaufen. Das wäre dann zu einem Kurs von 20€. Wäre dann auch als Übernahmekandidat extrem interessant. Momentan glaubt der Markt aber an die Restrukturierung. Wenn diese tatsächlich gelingt oder zumindest Fortschritte ersichtlich sind, können bis Herbst noch ein paar Euronen abgeholt und dann immer noch mit genügend Minus verkauft werden (keine Sorge, da kommen wir in absehbarer Zeit nicht mehr raus)
