NEW YORK (Reuters) – Ein US-Bundesgericht hat am Montag (26. Oktober 2026) den Antrag des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk abgelehnt, Werbeanzeigen des Rivalen Eli Lilly vorläufig zu stoppen. Novo Nordisk hatte Eli Lilly beschuldigt, in der Werbung falsche und irreführende Angaben zu ihren Abnehmpräparaten zu machen.
Hintergrund des Streits
Novo Nordisk reichte die Klage im Juli 2026 ein. Gegenstand des Anstoßes war eine TV- und Online-Werbekampagne für Eli Lillys Medikament Zepbound. Darin behauptete Lilly unter anderem, dass Patienten mit Zepbound im Schnitt 50 Pfund (ca. 23 kg) abnehmen, während Patienten mit Novo Nordisks Wegovy im Schnitt nur 33 Pfund (ca. 15 kg) verlieren.
Novo Nordisk argumentierte vor Gericht, dass Eli Lilly hierfür veraltete Studien verwendet habe und neuere Daten ignoriere – insbesondere Ergebnisse zur höher dosierten 7,2-mg-Variante von Wegovy, bei der der Gewichtsverlust vergleichbar hoch ausfalle.
Die Gerichtsentscheidung
Der Richter lehnte die einstweilige Verfügung (Injunction) ab und entschied, dass Eli Lilly die Werbung während des laufenden Verfahrens weiter zeigen darf. Zur Begründung hieß es, dass Novo Nordisk nicht ausreichend nachweisen konnte, dass die Vorwürfe zu einer unfairen Täuschung führen oder dass dem Unternehmen ein irreparabler Schaden entsteht, solange der Hauptprozess läuft.
Reaktionen der Konzerne
Eli Lilly zeigte sich erfreut über die Entscheidung und betonte, dass ihre wissenschaftlichen Angaben unangreifbar und die Werbeaussagen wahrheitsgemäß seien.
Novo Nordisk äußerte sich direkt nach der Urteilsverkündung nicht, fordert im Hauptverfahren jedoch weiterhin Schadenersatz sowie die Herausgabe von Gewinnen, die Eli Lilly durch die Werbekampagne erzielt haben soll.