Die Vorstellung eines vierjährigen Kryptozyklus wird meist mit dem Bitcoin-Halving in Verbindung gebracht, einem Protokollereignis, das das neue Angebot in regelmäßigen Abständen reduziert. Auch wenn dieser Mechanismus weiterhin von Bedeutung ist, hat sein direkter Einfluss im Laufe der Zeit abgenommen, da die Marktliquidität gewachsen ist und #bitcoin zunehmend in die globalen Kapitalmärkte eingebettet wird. Das Halving wirkt heute weniger als mechanischer Schock und stärker als struktureller Bezugspunkt für das Verhalten von Anlegerinnen und Anlegern.
Positionierung und Psychologie spielen dabei eine wichtige Rolle. In den vergangenen Monaten hat starker Verkaufsdruck großer Halterinnen und Halter die Kursentwicklung belastet und zu einem Gefühl von spätzyklischer Ermüdung beigetragen. Dieses Muster hat es bereits zuvor gegeben: Eine Phase der Verteilung geht typischerweise in ein engeres Angebotsumfeld über, sobald der Verkaufsdruck nachlässt. In diesem Sinne kann das Halving weiterhin Erwartungen koordinieren, statt Ergebnisse vorzugeben.
Der aktuelle Zyklus spiegelt zudem bedeutende Veränderungen wider. Spot-Bitcoin-ETFs haben einen neuen Nachfragekanal geschaffen, und die Kurse erreichten im Jahr 2024 erstmals vor einem Halving neue Höchststände. Dieser Wandel allein deutet darauf hin, dass sich der Zyklus weiterentwickelt, statt zu verschwinden.
Letztlich bleibt der vierjährige Zyklus ein nützliches Rahmenkonzept, jedoch keine Regel. Liquidität, Positionierung und makroökonomische Bedingungen werden zunehmend entscheidend und sollten im Zusammenspiel mit dem Halving betrachtet werden, nicht untergeordnet.