Das Projekt „Stargate“ markiert einen Wendepunkt in der globalen Vorherrschaft um künstliche Intelligenz und verwandelt die Wüste von Abu Dhabi in das neue Epizentrum des „Industrial AI“. Das Vorhaben ist Teil einer gigantischen, auf 500 Milliarden US-Dollar geschätzten Infrastruktur-Initiative, die federführend von OpenAI, Microsoft und dem emiratischen Staatsfonds MGX vorangetrieben wird.
Die geopolitische Weichenstellung: Trumps Unterschrift
Ein entscheidender Katalysator für dieses Projekt war die formale Genehmigung durch Präsident Trump (Stand 2026). Nach intensiven Verhandlungen unterzeichnete das Weiße Haus Exportlizenzen, die den Weg für die Lieferung der leistungsfähigsten Nvidia-Chips – namentlich der Blackwell GB300-Serie – in den Golfstaat ebneten.
Diese Unterschrift war kein reiner Verwaltungsakt, sondern ein strategisches Tauschgeschäft: Die USA lockerten die Exportbeschränkungen im Gegenzug für Sicherheitsgarantien der VAE, sich technologisch stärker vom chinesischen Einfluss zu distanzieren und massiv in die US-Infrastruktur zu investieren. Dies sicherte Nvidia Aufträge in Milliardenhöhe und festigte die Rolle der VAE als „Brückenkopf“ zwischen dem Westen und den aufstrebenden Märkten des globalen Südens.
Der Architekt hinter MGX: Scheich Tahnoon bin Zayed
Der Hauptverantwortliche auf emiratidischer Seite ist Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan. Als Nationaler Sicherheitsberater der VAE und Vorsitzender des dedizierten KI-Fonds MGX sowie der KI-Firma G42 ist er der strategische Kopf hinter der technologischen Transformation von Abu Dhabi. Er gilt als Visionär, der das Kapital der Öl-Ära in die digitale Infrastruktur der Zukunft lenkt. Unter seiner Leitung positioniert sich Abu Dhabi nicht mehr nur als Käufer, sondern als Betreiber von Rechenzentren mit einer Kapazität von bis zu 5 Gigawatt (GW).
Die Ambitionen der Saudis
Parallel dazu verfolgt Saudi-Arabien mit seinem Projekt „HUMAIN“ (oft im Kontext von GAIA und NEOM genannt) ähnliche Pläne. In enger Zusammenarbeit mit Nvidia-Chef Jensen Huang baut das Königreich sogenannte „AI Factories“. Das Ziel der Saudis unter Kronprinz Mohammed bin Salman ist es, die reichhaltigen Energieressourcen des Landes direkt vor Ort in Rechenleistung umzuwandeln. Das Volumen der geplanten Investitionen in US-Halbleiter und Infrastruktur wird auf Hunderte Milliarden Dollar geschätzt, was einen direkten Wettbewerb – aber auch Synergien – mit den Plänen aus Abu Dhabi erzeugt.
Börsennotierte Profiteure
Die massiven Kapitalströme in diese Infrastrukturprojekte lassen klare Gewinner an den Märkten erkennen:
• Nvidia (NVDA): Der unangefochtene Hardware-Lieferant. Allein der Verkauf der Blackwell-Systeme an die VAE und Saudi-Arabien sorgt für planbare Milliardenumsätze.
• Microsoft (MSFT) & Oracle (ORCL): Als operative Partner des Stargate-Projekts profitieren sie von der Cloud-Infrastruktur und der Integration ihrer Software-Stacks in diese neuen Supercluster.
• SoftBank (SFTBY): Masayoshi Son ist ein Hauptgeldgeber und Vorsitzender des Stargate-Projekts, was SoftBank eine zentrale Rolle in der KI-Wertschöpfungskette sichert.
• Energiewerte: Aufgrund des immensen Strombedarfs (Stargate benötigt bis zu 10 GW) rücken AKW-Betreiber und Energie-Infrastruktur-Titel wie Constellation Energy (CEG) oder Vistra (VST) in den Fokus.
weitere: $VRT (-1,38 %) für Kühlung (kritisch in den Wüsten Abu Dhabis)
$IREN (-6,36 %) um Microsofts Bedarf abzufedern
