IQM Quantum Computers $IQMX (-7,97 %) hat seinen allerersten Earnings Call (Q2 2026) als börsennotiertes Unternehmen abgehalten. Da wir den Wert hier ja bei der Vorstellung schon auf dem Radar hatten, kommt hier ein kurzes Update zu den Finanzen und der Strategie, um das Ganze mal auf den aktuellen Stand zu bringen:
1. Die nackten Zahlen (Finanzpolster & Aufträge)
- Volle Kassen: Der Börsengang hat geliefert. IQM sitzt post-IPO auf satten 309,4 Mio. € an Barmitteln. Das Management hat klar kommuniziert, dass sie damit bis ins zweite Quartal 2028 komplett durchfinanziert sind. Das Verwässerungsrisiko durch schnelle Kapitalerhöhungen ist also erst einmal vom Tisch.
- Umsatz H1 2026: Mit 8,9 Mio. € im ersten Halbjahr noch sehr überschaubar (Warum das so ist, siehe Punkt 2).
- Auftragsbestand (Backlog) explodiert: Hier spielt die eigentliche Musik. Der Backlog lag Ende Q2 bei 69,1 Mio. €. Da nach Quartalsende aber noch der fette Deal für den LUMI-Supercomputer dazukam, liegt der Auftragsbestand aktuell bei über 102 Mio. €.
- Jahresprognose 2026: Angepeilt werden 42 bis 47 Mio. € Umsatz bei einem neuen Order-Intake von 65 bis 75 Mio. €.
2. Die Umsatz-Mechanik (Alles blickt auf Q4)
Wer physische Hardware baut, hat extrem "klumpige" Bilanzen. Der Zyklus von der Bestellung bis zur Umsatzrealisierung dauert bei Quantencomputern 1,5 bis 2 Jahre (inkl. Vorbereitung, Vakuumtests, Kalibrierung vor Ort). Das bedeutet: Die Jahresprognose ist extrem Q4-lastig. Der absolute Löwenanteil des Umsatzes für 2026 hängt an der geplanten Auslieferung und Kundenabnahme ihres neuen 150-Qubit-Systems am Ende des Jahres.
3. Der strategische Burggraben & KI-Fantasie
- "Production Quantum" statt reiner Cloud: IQM hebt sich von vielen Mitbewerbern ab, weil sie funktionsfähige Full-Stack-Quantencomputer physisch bei den Kunden ("On-Premise") in die Rechenzentren bauen. Bisherige Bilanz: 26 Systeme verkauft, 17 erfolgreich ausgeliefert.
- Hybride KI-Integration: IQM sieht Quantencomputer nicht als Stand-Alone-Lösung, sondern als spezialisierten Beschleuniger innerhalb von KI- und Supercomputing-Workflows. Sie arbeiten hier eng mit Schwergewichten wie NVIDIA und HPE zusammen, um ihre Systeme direkt mit herkömmlichen CPU/GPU-Clustern zu vernetzen.
Fazit für uns:
Die kommerzielle Story ist intakt, die Nachfrage ist real und das Kapital reicht für die nächsten Jahre. Wer hier dabei ist, braucht aber Hardware-Nerven, da die Quartalszahlen von Natur aus stark schwanken. Der Lackmustest wird das vierte Quartal, wenn das 150-Qubit-System über die Ziellinie gebracht werden muss.

