Als Zuhörer der Beyond Meat ($BYND (-4,88 %) ) Analystenkonferenz konnte ich tiefe Einblicke in die aktuelle Lage und die zukünftige Strategie des Unternehmens gewinnen.
Ethan Brown, der Gründer, Präsident und CEO von Beyond Meat, eröffnete seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass 2024 einen Wendepunkt für das Unternehmen darstellte. Nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze konnte Beyond Meat in der zweiten Jahreshälfte zwei aufeinanderfolgende Quartale mit Umsatzwachstum verzeichnen. Dies sei besonders bemerkenswert, da die gesamte Kategorie und die Marke selbst mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen hätten, einschließlich weitverbreiteter Verwirrung der Konsumenten über das Wertversprechen der Produkte.
Brown betonte, dass das Team diese Herausforderungen offensiv angegangen sei, von der Produktentwicklung über das Marketing bis hin zu Partnerschaften. Besonders stolz sei er auf die Einführung von Beyond IV, der Sun Sausage Linie und der Erweiterung der Beyond Steak Plattform, die alle verschiedene Auszeichnungen von der American Heart Association, der American Diabetes Association und dem Clean Label Project erhalten haben.
Ein Schlüsselaspekt für den Erfolg von Beyond Meat sei ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Im Jahr 2024 konnten die Betriebskosten um über 50 Millionen US-Dollar gesenkt und das bereinigte EBITDA deutlich verbessert werden. Der Nettoumsatz für das Gesamtjahr belief sich auf 326,5 Millionen US-Dollar, was einem Rückgang von 4,9 % gegenüber 2023 entspricht, aber das Wachstum in den letzten beiden Quartalen zeigt eine deutliche Verlangsamung des Rückgangs. Die Bruttomarge erreichte 12,8 % für das Gesamtjahr.
Für das vierte Quartal 2024 wurden folgende Highlights genannt:
- Ein Nettoumsatz von 76,7 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
- Eine verbesserte Bruttomarge von 13,1 %, die durch höhere Preise, geringere Werbeausgaben und niedrigere COGS pro Pfund gestärkt wurde.
- Eine Reduzierung der Betriebskosten um 29,1 Millionen US-Dollar auf 47,8 Millionen US-Dollar.
Mit Blick auf 2025 formulierte Brown das klare Ziel, das Unternehmen so aufzustellen, dass bis Ende 2026 ein bereinigtes EBITDA von Null erreicht wird. Um dies zu erreichen, wurden vier Schlüsselziele für 2025 definiert:
Vergleichbarer Nettoumsatz im Vergleich zum Vorjahr.
Verbesserung der Bruttomarge auf etwa 20 % mit dem Ziel, langfristig über 30 % zu liegen.
Weitere Reduzierung der Betriebskosten in den Jahren 2025 und 2026.
Stärkung der Bilanz durch die Prüfung von Optionen zur Verbesserung der Liquidität und Optimierung der Kapitalstruktur.
Lubi Kutua, CFO & Treasurer, ging detaillierter auf die Finanzergebnisse des vierten Quartals 2024 ein. Der Nettoumsatz stieg um 4 % auf 76,7 Millionen US-Dollar, hauptsächlich aufgrund eines Anstiegs des Nettoumsatzes pro Pfund um 6,3 %, der teilweise durch einen Rückgang des Produktvolumens um 2,1 % ausgeglichen wurde. In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze um 5,7 %, während die Umsätze im Foodservice-Bereich um 2,1 % sanken. International sanken die Einzelhandelsumsätze leicht um 1,7 %, während die Umsätze im Foodservice-Bereich um 9,2 % stiegen. Die Bruttogewinnmarge verbesserte sich deutlich auf 13,1 % gegenüber -113,8 % im Vorjahresquartal. Der Nettoverlust betrug 44,9 Millionen US-Dollar, verglichen mit 155,1 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 26 Millionen US-Dollar, verglichen mit minus 125,1 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Beyond Meat einen Nettoumsatz zwischen 320 und 335 Millionen US-Dollar und eine Bruttomarge von etwa 20 %. Die Betriebskosten sollen zwischen 160 und 180 Millionen US-Dollar liegen, und die Investitionsausgaben werden auf 15 bis 20 Millionen US-Dollar geschätzt.
Im anschließenden Frage-und-Antwort-Teil der Konferenz wurden verschiedene Themen von Analysten angesprochen.
Ben Theurer von Barclays fragte nach der Wahrnehmung der Konsumenten und der Marktdynamik. Brown antwortete, dass die Botschaft, saubere und einfache Produkte zu einem höheren Preis anzubieten, zu funktionieren scheint. In Bezug auf die Auswirkungen der Aussetzung der Aktivitäten in China auf die Umsatzprognose erklärte Brown, dass die konservative Prognose hauptsächlich auf dem Wunsch beruhe, das Team nicht durch kurzfristige Umsatzgenerierungsaktivitäten abzulenken, die dem Ziel eines positiven EBITDA entgegenwirken würden.
Kaumil Gajrawala von Jefferies erkundigte sich nach dem Kernkonsumenten und ob sich dieser verändert habe. Brown antwortete, dass sich das Unternehmen zunehmend auf gesundheitsorientierte Konsumenten konzentriere, die in der Lage sind, die von der etablierten Industrie gestreute Fehlinformation zu durchschauen.
Ken Goldman von JPMorgan fragte detaillierter nach den Treibern für die erwartete Verbesserung der Bruttomarge im Jahr 2025. Brown erklärte, dass die Konsolidierung des Produktionsnetzwerks und gezielte Investitionen in Automatisierung und Ausrüstung die Hauptfaktoren seien. Kutua fügte hinzu, dass auch die Preiserhöhungen in den USA und weitere Rationalisierungen des Produktionsnetzwerks eine Rolle spielen würden.
Robert Moskow von TD Cowen fragte nach der Umsatzprognose für das erste Quartal und den neuen Kunden, die das Unternehmen gewinnen möchte. Brown erklärte, dass es aufgrund der Konsolidierung des Netzwerks und des Verlusts von Vertriebskanälen bei einem Großkunden einige vorübergehende Herausforderungen gebe. Kutua präzisierte, dass es nicht um die Gewinnung neuer Kunden gehe, sondern um die Erweiterung der Präsenz in verschiedenen Bereichen des Einzelhandels, in denen Beyond Meat bisher unterrepräsentiert war.
Alexia Howard von Bernstein fragte nach den Preispunkten und ob Beyond Meat mit den Preisabständen zu tierischem Fleisch zufrieden sei. Brown antwortete, dass das Unternehmen dieses Ziel bereits bei einem bestimmten Produkt in einem bestimmten Markt erreicht habe und dass dies weiterhin ein Ziel sei, insbesondere im Foodservice-Bereich. Darüber hinaus fragte sie nach den relativen Wachstumsraten der Märkte in Europa und den USA. Brown erklärte, dass Europa nicht homogen sei und dass es in einigen europäischen Märkten auch Gegenwind gebe. Er betonte, dass der Schlüssel zum Wachstum der Kategorie in der Aufklärung der Verbraucher über die Einfachheit und Reinheit der Produkte liege.
Peter Saleh von BTIG fragte, ob der Rückgang des Anteils der Konsumenten, die pflanzliches Fleisch als gesunde Alternative betrachten, gestoppt sei. Brown antwortete, dass das Unternehmen eine Veränderung innerhalb der eigenen Marke feststelle und dass die Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten und die Betonung der gesundheitlichen Vorteile der Produkte dazu beitragen, das Vertrauen der Konsumenten zurückzugewinnen.
Insgesamt vermittelte die Analystenkonferenz ein Bild von Beyond Meat als einem Unternehmen, das sich in einer Phase des Übergangs und der Neuausrichtung befindet. Trotz der Herausforderungen, mit denen die gesamte Kategorie zu kämpfen hat, zeigt sich das Management zuversichtlich, dass Beyond Meat durch eine Kombination aus Kostensenkungen, Margenverbesserungen und gezielter Innovation in der Lage sein wird, bis Ende 2026 ein positives EBITDA zu erreichen.
Ein zentraler Erfolgsfaktor wird dabei die Aufklärung der Konsumenten über die gesundheitlichen Vorteile und die Einfachheit der Produkte sein, um das Vertrauen in die Marke zurückzugewinnen und Marktanteile zu gewinnen.
Die Betonung der wissenschaftlichen Fundierung und die Zusammenarbeit mit anerkannten Institutionen wie der American Heart Association und der American Diabetes Association sollen dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit von Beyond Meat zu stärken und sich von irreführenden Kampagnen der etablierten Fleischindustrie abzugrenzen.