Eine weitere Zusammenfassung der Telefonkonferenz folgt nun von der AUTO1 Group ($AG1 (-14,21 %) ) zu ihren Ergebnissen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2024.
Christian Bertermann, der Co-Founder und CEO von AUTO1 sprach von einem fantastischen Jahr 2024, das einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu profitablem Wachstum darstelle und die Stärke des vertikal integrierten Geschäftsmodells sowie die Leistungsfähigkeit der digitalen Handelsplattform unterstreiche.
Die Ergebnisse für das Gesamtjahr und das vierte Quartal seien herausragend gewesen und markierten das beste Jahr in der 12-jährigen Unternehmensgeschichte. Dies sei ein Beleg für die erfolgreiche Strategie, die konsequente Umsetzung und das Engagement der Teams. AUTO1 habe die Vorteile des integrierten Modells genutzt und gleichzeitig die Automatisierung und Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz vorangetrieben.
Beeindruckend waren die Zahlen: Der Gruppenabsatz stieg auf ein Allzeithoch von 690.000 Fahrzeugen, ein Plus von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtbruttogewinn explodierte um mehr als 37 % auf 725 Millionen Euro, was fast 200 Millionen Euro mehr als im Jahr 2023 sind. Auch der Bruttogewinn pro Einheit (GPU) stieg deutlich um 17 % auf 1.049 Euro (2023: 899 Euro). Das letzte Jahr markierte das sechste Jahr in Folge mit sequenziellen GPU-Steigerungen auf Gruppeneben. Das bereinigte EBITDA wuchs in jedem der vier Quartale des Jahres 2024 und erreichte mit 109 Millionen Euro den besten Wert des Unternehmens überhaupt, eine Verbesserung um 153 Millionen Euro im Vergleich zu 2023. Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf 1,7 %, was einer Steigerung von 2,5 Prozentpunkten gegenüber 2023 entspricht und die signifikante operative Hebelwirkung des Geschäftsmodells verdeutlicht.
Bertermann betonte, dass AUTO1 eine Value-First-Strategie in allen Segmenten verfolge und sich stark auf die Wertschöpfung für alle Kunden konzentriere. Im vergangenen Jahr habe man ein noch besseres Verständnis für die Bedürfnisse, Erwartungen und Prioritäten der Kunden entwickelt, was zu einer überlegenen Nachfrage geführt habe.
Anschließend ging Bertermann detaillierter auf die einzelnen Segmente ein und begann mit Merchant. Hier habe es ein außergewöhnliches Jahr und ein starkes viertes Quartal gegeben. Im Jahr 2024 wurden 615.000 Einheiten verkauft, ein Wachstum von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Das vierte Quartal setzte mit 163.000 verkauften Einheiten einen weiteren Rekord und beschleunigte das Wachstum auf 24 % gegenüber dem Vorjahr. Der Bruttogewinn im Merchant-Segment erreichte 563 Millionen Euro für das Gesamtjahr, ein Anstieg von 34 %.
Im vergangenen Jahr wurden die Produkte und Dienstleistungen für Partnerhändler weiter verbessert, immer mit dem Ziel, maximalen Wert zu liefern. Die durchschnittliche Lieferzeit wurde um 4 Tage verkürzt, was die Effektivität der Transportlösungen belege. Die KI-Empfehlungsalgorithmen wurden verbessert, die Dokumentenverfolgung optimiert und die Übersetzung von Ausstattung und Fahrzeugzustand verfeinert, um den Komfort für die Partner zu maximieren. Diese Fortschritte führten zu einer überlegenen Nachfrage im Merchant-Segment. Insgesamt konnten 44.600 Partnerhändler bedient werden, 14 % mehr als im Jahr 2023. Der durchschnittliche Warenkorb wuchs im vergangenen Jahr um 3 % auf 13,8 Fahrzeuge. Im vierten Quartal kauften 27.500 Händler Fahrzeuge, verglichen mit 23.700 im Vorjahresquartal (plus 16 %).
Insgesamt wurden 114 neue Filialen im Einkaufsbereich eröffnet, ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr . Zusammen mit dieser deutlichen Erhöhung der Filialanzahl hätten die Teams das Management des Einkaufsbetriebs verbessert und ihn für nachhaltiges langfristiges Wachstum bei gleichzeitiger strikter Kostenkontrolle positioniert.
Als Nächstes sprach Bertermann über das Segment Retail. Dieses habe im Jahr 2024 neue Rekorde in allen Kennzahlen erzielt. Es wurden 74.400 Autos in dieser jüngsten Sparte verkauft, ein Plus von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Während das erste Quartal mit leicht rückläufigen Absatzzahlen verhalten begann, beschleunigte sich das Wachstum in den folgenden Quartalen deutlich. Infolge des starken Wachstums bei Absatz und GPU stieg der gesamte Bruttogewinn im Retail-Segment auf 162 Millionen Euro, ein Anstieg von 49 % gegenüber dem Vorjahr. Neben der starken finanziellen Entwicklung sei es besonders erfreulich, dass AUTO1 weiterhin hohe NPS-Werte von rund 70 von seinen Kunden erhalte.
Die interne Finanzierungslösung biete einen nahtlos digital integrierten Prozess mit sofortiger Genehmigung und maßgeschneiderten Zahlungsplänen für ein erstklassiges Kundenerlebnis, was Vertrauen und langfristige Loyalität fördere und Kundenbindung und wiederholte Transaktionen steigere. In den extern finanzierten Märkten arbeite man mit über 30 starken Partnern zusammen, um maximale Flexibilität und Attraktivität zu gewährleisten.
Für das Jahr 2025 gab CFO Boser eine Prognose ab: Es sollen zwischen 735.000 und 795.000 Einheiten verkauft werden, davon 650.000 bis 700.000 im Merchant-Bereich und 85.000 bis 95.000 über Autohero. Der Bruttogewinn soll zwischen 800 Millionen und 875 Millionen Euro liegen, und das bereinigte EBITDA wird zwischen 135 Millionen und 165 Millionen Euro erwartet. Die CapEx beliefen sich im Jahr 2024 auf knapp über 11 Millionen Euro, sollen aber im Jahr 2025 auf rund 22 Millionen Euro steigen, da zusätzliche interne Logistikkapazitäten aufgebaut und die nutzbaren Aufbereitungskapazitäten in den bestehenden Anlagen erweitert werden sollen. Möglicherweise werde auch eine begrenzte Anzahl zusätzlicher Aufbereitungseinrichtungen an strategischen Standorten in Betracht gezogen. Insgesamt zeigte sich Boser sehr zufrieden mit der Performance im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2024. Nun werde profitabel in die Zukunft investiert, um sicherzustellen, dass das erreichte Wachstums- und Rentabilitätsniveau beibehalten und die Marktanteils- und Margensteigerung weiter vorangetrieben werden könne.
Im anschließenden Fragen- und Antwort Teil stellten Analysten verschiedene Fragen, auf die das Management ausführlich einging:
Nizla Naizer von der Deutschen Bank fragte nach der Einschätzung der europäischen Gebrauchtwagenpreisentwicklung im Jahr 2025. Christian Bertermann antwortete, dass nach den sehr volatilen Jahren 2021-2023 das Jahr 2024 ein deutlich stabileres Umfeld mit geringerer Volatilität und einem allmählichen, normalen Rückgang der Gebrauchtwagenpreise gebracht habe. Man befinde sich nun wieder in normalem Fahrwasser, in dem Gebrauchtwagen stabil und normal abschrieben, und erwarte, dass sich dieses Umfeld im Jahr 2025 fortsetzen werde, da keine großen Volatilitäten bei den Neuwagenvolumina oder andere negative oder positive Faktoren erwartet würden.
Naizer fragte auch nach den
Marketingbemühungen. Naizer lobte die Effizienz im Jahr 2024 und fragte nach den Schwerpunkten für 2025. Boser gab keine spezifische Prognose für das Marketing ab, wies aber darauf hin, dass die operativen Kosten pro Einheit in der Prognose leicht ansteigen würden. Dies sei teilweise auf einen Mix-Shift hin zu Autohero zurückzuführen, wo höheres Wachstum erwartet werde, was tendenziell höhere operative Kosten pro Einheit mit sich bringe.
Christopher Johnen von HSBC kam auf die operativen Kosten (OpEx) zurück und stellte fest, dass das prognostizierte OpEx-Wachstum von rund 15 % bei einem erwarteten Absatzwachstum von ebenfalls rund 15 % deutlich über dem Verhältnis von 8 % OpEx-Wachstum zu 18 % Absatzwachstum im Jahr 2024 liege. Er fragte, ob dies möglicherweise konservativ sei, angesichts der stärkeren Fokussierung auf Autohero. Markus Boser bestätigte, dass dies die gestiegenen Investitionen in Autohero widerspiegele. Das Unternehmen sehe hier große Chancen, befinde sich aber auch noch in einer Lernphase.
Johnen fragte nach Erwartungen für die Entwicklung der Händleranzahl und der Nutzung der Merchant-Finanzierung im Jahr 2025. Christian Bertermann antwortete, dass man mit einem Anstieg der Händleranzahl, die die Merchant-Finanzierung nutzen, im Einklang mit dem geplanten Wachstum rechne. Bezüglich der Einführung der Merchant-Finanzierung in weiteren Märkten erklärte Bertermann, dass dies in der Prognose berücksichtigt sei, soweit es geplant und wahrscheinlich erscheine.
Andrew Ross von Barclays erkundigte sich nach den Trends bei den Absatzzahlen im Januar und Februar , insbesondere im Retail-Bereich, um eine Vorstellung vom sequenziellen Wachstum von Q4 zu Q1 zu bekommen. Christian Bertermann berichtete von einem guten Jahresstart. Die erste Woche sei aufgrund der Feiertagskonstellation nicht optimal gewesen, aber danach habe man eine gute Dynamik gesehen, die sich auch im Februar fortsetze.
Ross fragte auch nach den Kosten der Kundengewinnung im Retail-Bereich und der Konversionsrate beim Hochfahren des Geschäfts, sowie dem Management von Marketingkosten und Asset Turn. Bertermann erklärte, dass das Ziel sei, die Marketingkosten im Einklang mit den optimierten Kosten beizubehalten. Möglicherweise seien leichte Steigerungen von 10-15 % in einzelnen Märkten denkbar. Man lerne aber kontinuierlich, wie dies effizienter gestaltet werden könne, und gewinne wertvolle Erkenntnisse über die Kundenakquise und -bindung. Er gehe von stabilen bis leicht steigenden Marketingkosten aus.
James Tate von Goldman Sachs fragte nach den Schlüsselfaktoren für das Erreichen des unteren und oberen Endes der EBITDA-Guidance für 2025. Markus Boser erklärte, dass dies im Wesentlichen von den erreichten Bruttogewinnzahlen (Absatz und GPU) und der Kontrolle der Ausgaben abhänge. Die Spanne spiegele die Unsicherheiten wider.
2024 war für die AUTO1 Group ein Rekordjahr mit der besten Performance in der Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen verzeichnete Allzeithochs beim Gruppenabsatz (690.000 Fahrzeuge) und Gesamtbruttogewinn (725 Mio. EUR), sowie einen signifikanten Anstieg des Bruttogewinns pro Einheit (GPU).
Für 2025 erwartet die AUTO1 Group weiteres Wachstum in Absatz und Profitabilität . Das Unternehmen blickt optimistisch in die Zukunft und strebt langfristig einen höheren Marktanteil und eine verbesserte EBITDA-Marge an.