Wer darauf setzt, dass die USA ihren Einfluss auf Grönland ausbauen werden (in welcher Form auch immer), der sollte Energy Transition Minerals Ltd auf dem Schirm haben. Schon als das Thema Grönland im letzten Jahr hochkam, schoss die Aktie innerhalb kurzer Zeit deutlich nach oben, und jetzt wiederholt sich das Muster.
Die Aktie habe ich seit Anfang 2025 im Depot und hab sie trotz starkem und anhaltenden Minus nicht verkauft, da ich mir sicher war, dass das Grönland-Thema irgendwann wieder aktuell wird.
Kurz zum Unternehmen: Energy Transition Minerals ist ein australischer Rohstoffexplorer mit dem Fokus auf Seltene Erden. Das größte Projekt ist Kvanefjeld im Süden Grönlands – eine der größten bekannten Lagerstätten für Seltene Erden weltweit, neben Uran und Zink.
Aktuell steckt das Projekt jedoch in einem politischen und juristischen Tauziehen:
- Grönland hat 2021 ein Gesetz verabschiedet, das Uranabbau verbietet, und weil im Kvanefjeld-Vorkommen Uran praktisch immer mit Seltenen Erden vergesellschaftet ist, wurde die Erteilung einer Abbaulizenz blockiert.
- Energy Transition Minerals zieht das jetzt vor ein Schiedsgericht in Kopenhagen und hat auch Verfahren vor den Gerichten in Grönland und Dänemark am Laufen, um entweder die Lizenz durchzusetzen oder Schadenersatz zu bekommen. Die Entscheidung über die Zuständigkeit des Tribunals fiel im Juni 2025, ein weiteres Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.
Was ETM hier interessant macht: Das Unternehmen ist nicht irgendein Mitläufer, sondern seit Jahren zentraler Projektträger des Kvanefjeld-Projekts, hält die Explorationsrechte, die Datenbasis und hat die Abbaulizenz bereits beantragt. Genau darum dreht sich der gesamte Streit. Sollte das politische Umfeld kippen oder das Projekt juristisch wieder freigegeben werden, wäre ETM der direkte Profiteur – entweder über eine tatsächliche Lizenz und Projektentwicklung oder über mögliche Entschädigungsansprüche. Garantiert ist davon nichts
die Fantasie, dass die USA durch ihren Einfluss, die teilweise aus Umweltschutzgründen bestehenden Regularien lockert, verleiht der Aktie bereits Flügel.
Das macht die Story zu einer Kombination aus geopolitischer Fantasie und handfestem Rechtsstreit. Sollte es tatsächlich gelingen, den Uran-Bann zu kippen oder die Lizenz zu bekommen bzw. ein positives Urteil zu erzielen, wäre das für das Papier eine massive Katalysatorstory. Wenn nicht, kann es auch zum Totalausfall kommen.
