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Ein weiterer Nachteil der Branche wird im Beschaffungsprozess der ukrainischen Streitkräfte sichtbar:

In einem Krieg, der auf höchstem technologischen Level geführt wird, kommt es durchgehend darauf an, schnell und flexibel Material beschaffen zu können. Das bieten riesige Rüstungskonzerne schlichtweg nicht.

Ukrainische Einheits- und Verbandsführer bestellen Ausrüstung, UAV‘s, Waffen und Zubehör über eine staatliche Website, auf der viele kleine Unternehmen ihre Ware anbieten. Dieser dezentrale Beschaffungsprozess bietet den Streitkräften das, was sie brauchen. Unmittelbar verfügbares Gerät, welches ausprobiert, adaptiert, verworfen & ersetzt wird.

Die taktische Ebene einer Armee ist nicht an Langzeitverträgen, Wartungsfristen oder Ersatzteilproduktionslaufzeiten interessiert. All das, was Rüstungskonzerne einem Staat, der Kunde werden will, aufschwatzen, um langfristig und planbar Geld zu verdienen.

Wenn wir über große Rüstungsprojekte sprechen wie Kampfpanzer, Marschflugkörper, Fregatten, U-Boote & Kampfflugzeuge, bleiben die großen Rüstungskonzerne einsame Spitze. Allerdings muss man sich vor Augen führen, dass in der Ukraine auch folgendes zu sehen ist:

- ein 35 Mio € Panzer kann problemlos durch eine 1500€ Drohne vernichtet werden

- der Einsatzwert eines Kampfflugzeugs wird in einem Krieg zweier ebenbürtiger Parteien, aufgrund von fehlender Luftüberlegenheit, extrem reduziert

- Fregatten und U-Boote können in Häfen gefangen sein, da ein Auslaufen durch Untersee UAV‘s zu gefährlich ist

- Millionenschwere Marschflugkörper werden durch günstige Langstrecken-UAV‘s ersetzt, welche bessere Luftaufklärung und selektivere Zielbekämpfung ermöglichen

Die Rüstungskonzerne werden nicht aufhören Geld zu verdienen, gerade da Staaten wie Deutschland weiterhin viel auf konventionelle Kriegsführung setzen, aber man kann auch Gründe dafür finden, warum das, was Rüstungskonzerne bieten, für eine Armee nicht attraktiv sein kann.
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@hendrik_lmr danke für deine tiefergehende Analyse und Darstellung, die absolut zutreffend ist.
Ich denke, dass sich in Zukunft auch viele Gefechtsaufgaben grundsätzlich ändern werden.

Erste Ansätze erkennt man bei dem CCAs Programm für die F35. Ähnliches ist auch für Panzer denkbar. Meines Wissens nach MUM-T genannt und basiert ebenfalls auf dem loyal wingman Prinzip.

Und wenngleich die Infanterie mittlerweile am stärkensten durch Drohnen gefährdet ist, so wird man doch immer "boots on the ground" benötigen und auch dort nach Lösungen suchen, die Gefahr weitestgehend zu minimieren.
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