Spannender Ansatz, Oliver! Wenn man historisch allerdings ganz genau hinschaut, verbirgt sich hinter deiner Formulierung „im Kaiserreich gab“ sogar ein ziemlich kurioser Fakt:
Streng genommen wurden von deiner Liste nämlich nur zwei Unternehmen tatsächlich in einem Kaiserreich gegründet: Furukawa und Sumitomo. Prysmian entstand 1879 in Mailand – die Lombardei hatte sich da aber schon 20 Jahre zuvor vom österreichischen Kaiserreich abgespaltet und gehörte längst zum Königreich Italien (und die US- und kanadischen Firmen entstanden ohnehin in Republiken bzw. im British Empire). Das Paradoxe dabei: Das einzige echte Kaiserreich aus deiner Liste (Japan) existiert formal als einziges weltweit heute immer noch! 😉
Aber mal abseits der historischen Geografie: Wenn es rein um die Kombination aus über 100 Jahren Tradition und dem fundamentalen Fundament für absolute Zukunftstechnologien geht, fehlt hier eigentlich noch ein ganz bestimmter Gigant in deinem Depot:
IBM $IBM (gegründet 1911).
Wer heute das unsichtbare Rückgrat für globale Enterprise-KI und vor allem die reale Hardware für das Quantencomputing von morgen baut, würde perfekt in diese Reihe passen.
Wie siehst du IBM im Vergleich zu den anderen von dir genannten Infrastruktur-Werten?
Streng genommen wurden von deiner Liste nämlich nur zwei Unternehmen tatsächlich in einem Kaiserreich gegründet: Furukawa und Sumitomo. Prysmian entstand 1879 in Mailand – die Lombardei hatte sich da aber schon 20 Jahre zuvor vom österreichischen Kaiserreich abgespaltet und gehörte längst zum Königreich Italien (und die US- und kanadischen Firmen entstanden ohnehin in Republiken bzw. im British Empire). Das Paradoxe dabei: Das einzige echte Kaiserreich aus deiner Liste (Japan) existiert formal als einziges weltweit heute immer noch! 😉
Aber mal abseits der historischen Geografie: Wenn es rein um die Kombination aus über 100 Jahren Tradition und dem fundamentalen Fundament für absolute Zukunftstechnologien geht, fehlt hier eigentlich noch ein ganz bestimmter Gigant in deinem Depot:
IBM $IBM (gegründet 1911).
Wer heute das unsichtbare Rückgrat für globale Enterprise-KI und vor allem die reale Hardware für das Quantencomputing von morgen baut, würde perfekt in diese Reihe passen.
Wie siehst du IBM im Vergleich zu den anderen von dir genannten Infrastruktur-Werten?
•
11
•@TomInvest Stimmt, ich habe bewusst nicht geschrieben, dass die Unternehmen im Kaiserreich gegründet wurden, sondern dass es sie bereits zur Zeit des Kaiserreichs gab. 😊
Bei IBM bin ich zurückhaltender. Ohne Frage ein beeindruckendes Unternehmen mit enormer technologischer Bedeutung. In meinem DIBS-Ansatz suche ich allerdings gezielt nach Unternehmen, die auf einem möglichst konkreten Infrastruktur-Engpass sitzen oder direkt von einem solchen profitieren.
IBM sehe ich eher als breit aufgestellten Technologieanbieter. Bei Unternehmen wie Prysmian, Hammond, Comfort Systems oder Sumitomo lässt sich der Bezug zu einem spezifischen Engpass für mich deutlich direkter herstellen.
Aber genau solche Diskussionen machen den Ansatz spannend.
Bei IBM bin ich zurückhaltender. Ohne Frage ein beeindruckendes Unternehmen mit enormer technologischer Bedeutung. In meinem DIBS-Ansatz suche ich allerdings gezielt nach Unternehmen, die auf einem möglichst konkreten Infrastruktur-Engpass sitzen oder direkt von einem solchen profitieren.
IBM sehe ich eher als breit aufgestellten Technologieanbieter. Bei Unternehmen wie Prysmian, Hammond, Comfort Systems oder Sumitomo lässt sich der Bezug zu einem spezifischen Engpass für mich deutlich direkter herstellen.
Aber genau solche Diskussionen machen den Ansatz spannend.
••
@ScaleLimits
Touché, Oliver! Den zeitlichen Rahmen „zur Zeit des Kaiserreichs“ hast du damit natürlich sauber eingefangen. 😉
Was deinen DIBS-Ansatz und die konkreten Infrastruktur-Engpässe angeht: Genau da setzt mein Argument für IBM an. Ich verstehe vollkommen, warum du sie auf den ersten Blick als breiten, fast schon trägen Technologieanbieter siehst. Schaut man aber unter die Haube, sitzt IBM auf einem der kritischsten und unersetzlichsten Nadelöhre überhaupt - und das gleich in zwei Generationen:
1. Der physische Engpass von heute (Mainframes):
Im Core-Banking der globalen Traditionsbanken gibt es für hochvolumige, kritische Transaktionen bis heute in der Praxis schlichtweg keine ebenbürtige Alternative, was die extreme Stabilität, die Geschwindigkeit und den gigantischen Durchsatz angeht. Ein kompletter Austausch dieser Legacy-Systeme gleicht einer riskanten „Operation am offenen Herzen“. Der Mainframe ist für den weltweiten Zahlungsverkehr genau dasselbe wie die Hochspannungskabel von Prysmian für das Stromnetz: Ein physisches Nadelöhr, ohne das im globalen System sofort das Licht ausgehen würde.
2. Der physische Engpass von morgen (Quantencomputing):
IBM betreibt hier keine reine Software-Spielerei, sondern baut die physische Hardware-Infrastruktur für die nächste Computer-Ära. Während Konkurrenten wie Google oft nach rein wissenschaftlichen Labor-Meilensteinen suchen, treibt IBM die Industrialisierung voran - mit eigenen Quanten-Foundries (Fabriken), einem transparenten Hardware-Roadmap-Fahrplan und der nahtlosen Verknüpfung dieser Quanten-Chips mit klassischen Supercomputern.
IBM liefert damit die unersetzlichen „Schaufeln“ für die Rechenleistung der nächsten 50 Jahre.
Macht dieser doppelte Hardware-Infrastruktur-Case (Mainframe + Quanten-Foundry) das Unternehmen für deinen Ansatz nicht doch wieder extrem interessant?
Touché, Oliver! Den zeitlichen Rahmen „zur Zeit des Kaiserreichs“ hast du damit natürlich sauber eingefangen. 😉
Was deinen DIBS-Ansatz und die konkreten Infrastruktur-Engpässe angeht: Genau da setzt mein Argument für IBM an. Ich verstehe vollkommen, warum du sie auf den ersten Blick als breiten, fast schon trägen Technologieanbieter siehst. Schaut man aber unter die Haube, sitzt IBM auf einem der kritischsten und unersetzlichsten Nadelöhre überhaupt - und das gleich in zwei Generationen:
1. Der physische Engpass von heute (Mainframes):
Im Core-Banking der globalen Traditionsbanken gibt es für hochvolumige, kritische Transaktionen bis heute in der Praxis schlichtweg keine ebenbürtige Alternative, was die extreme Stabilität, die Geschwindigkeit und den gigantischen Durchsatz angeht. Ein kompletter Austausch dieser Legacy-Systeme gleicht einer riskanten „Operation am offenen Herzen“. Der Mainframe ist für den weltweiten Zahlungsverkehr genau dasselbe wie die Hochspannungskabel von Prysmian für das Stromnetz: Ein physisches Nadelöhr, ohne das im globalen System sofort das Licht ausgehen würde.
2. Der physische Engpass von morgen (Quantencomputing):
IBM betreibt hier keine reine Software-Spielerei, sondern baut die physische Hardware-Infrastruktur für die nächste Computer-Ära. Während Konkurrenten wie Google oft nach rein wissenschaftlichen Labor-Meilensteinen suchen, treibt IBM die Industrialisierung voran - mit eigenen Quanten-Foundries (Fabriken), einem transparenten Hardware-Roadmap-Fahrplan und der nahtlosen Verknüpfung dieser Quanten-Chips mit klassischen Supercomputern.
IBM liefert damit die unersetzlichen „Schaufeln“ für die Rechenleistung der nächsten 50 Jahre.
Macht dieser doppelte Hardware-Infrastruktur-Case (Mainframe + Quanten-Foundry) das Unternehmen für deinen Ansatz nicht doch wieder extrem interessant?
•
11
•@TomInvest Interessanter Punkt. Beim Mainframe-Geschäft würde ich dir sogar eine sehr starke Marktstellung zugestehen.
Für DIBS reicht eine starke Marktstellung allein allerdings nicht aus. Ich suche möglichst direkte Engpass-Exponierung und bevorzuge daher oft Pure-Player oder Unternehmen, bei denen ein Engpass einen wesentlichen Teil der Investmentstory ausmacht.
Rolls-Royce ist für mich ein gutes Beispiel. Das Thema SMR finde ich extrem spannend. Trotzdem ist Rolls-Royce kein typischer DIBS-Titel, weil das Unternehmen insgesamt deutlich breiter aufgestellt ist und SMR nur einen Teil der Story ausmacht.
Ähnlich sehe ich IBM. Quantum Computing beobachte ich durchaus. Für mich ist Quantum aktuell aber noch keine Technologie, die bereits an einem akuten Infrastrukturengpass scheitert. Das könnte sich in einigen Jahren ändern, ähnlich wie bei SMR.
Wenn Quantum irgendwann von einer wissenschaftlichen Disziplin zu einer realen Skalierungsherausforderung wird, würde ich eher nach den konkreten Engpässen suchen und dann überlegen, welche Unternehmen dort am direktesten exponiert sind.
Für DIBS reicht eine starke Marktstellung allein allerdings nicht aus. Ich suche möglichst direkte Engpass-Exponierung und bevorzuge daher oft Pure-Player oder Unternehmen, bei denen ein Engpass einen wesentlichen Teil der Investmentstory ausmacht.
Rolls-Royce ist für mich ein gutes Beispiel. Das Thema SMR finde ich extrem spannend. Trotzdem ist Rolls-Royce kein typischer DIBS-Titel, weil das Unternehmen insgesamt deutlich breiter aufgestellt ist und SMR nur einen Teil der Story ausmacht.
Ähnlich sehe ich IBM. Quantum Computing beobachte ich durchaus. Für mich ist Quantum aktuell aber noch keine Technologie, die bereits an einem akuten Infrastrukturengpass scheitert. Das könnte sich in einigen Jahren ändern, ähnlich wie bei SMR.
Wenn Quantum irgendwann von einer wissenschaftlichen Disziplin zu einer realen Skalierungsherausforderung wird, würde ich eher nach den konkreten Engpässen suchen und dann überlegen, welche Unternehmen dort am direktesten exponiert sind.
•
11
•