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Volkswagen: Schnäppchen oder dem Untergang geweiht?

Stell dir vor, du könntest einen der weltweit größten Automobilhersteller kaufen – und obendrauf gibt’s noch ein Luxusunternehmen wie Porsche und ein Nutzfahrzeugunternehmen wie Traton „gratis“ dazu. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Genau so wird Volkswagen ($VOW (-1,76 %) ) aktuell an der Börse bewertet. Doch woran liegt das, und was bedeutet das für Anleger? Lass uns die Fakten analysieren! 💡


SWOT-Analyse: Wo steht VW?

Stärken 🌟

  • Markenvielfalt: Mit Volkswagen, Audi, Porsche, Škoda und Lamborghini deckt VW fast alle Segmente ab.
  • Finanzielle Stabilität: Nettoliquidität im Automobilbereich von 34,4 Milliarden € bietet Sicherheit.
  • Elektromobilität: Erfolgreiche Modelle wie der ID.7 und ID.Buzz zeigen VWs Fortschritte in der Elektromobilität.

Schwächen

  • China-Abhängigkeit: Die Auslieferungen in diesem zentralen Markt sind um 10 % eingebrochen.
  • Hoher Investitionsbedarf: 13,6 % des Umsatzes werden für Forschung und Entwicklung aufgewendet.

Chancen 🌍

  • Bewertung: Die Aktie wird aktuell so niedrig gehandelt, dass das Kerngeschäft von VW praktisch „umsonst“ ist. 🚨
  • Technologie: Partnerschaften wie mit QuantumScape könnten VW einen langfristigen Vorteil sichern.

Risiken 🚧

  • Wettbewerb: Tesla $TSLA (+1,07 %) , BYD $BYD (+0,76 %) und chinesische Hersteller erhöhen den Druck – besonders bei Elektroautos.
  • Regulierung: CO₂-Flottenziele könnten zusätzliche Kosten verursachen.


Volkswagen: Ein Schnäppchen? 📉

Die aktuelle Marktkapitalisierung von Volkswagen beträgt 55 Milliarden €. Doch wie kommt diese niedrige Bewertung zustande? Ein Blick auf die Tochtergesellschaften verrät erstaunliches:

Porsche AG ($P911 (-0,06 %)):

  • Marktkapitalisierung: 51 Milliarden €
  • VW hält 75 % daran, was einen Wert von 38,25 Milliarden € ausmacht.

Traton SE ($8TRA (-4,13 %)):

  • Marktkapitalisierung: 15 Milliarden €
  • VW hält 90 %, was einen Wert von 13,5 Milliarden € bedeutet.


Zusammen ergibt das 51,75 Mrd. 👉 Fazit: Allein die Beteiligungen von Volkswagen sind fast so viel wert wie die gesamte Marktkapitalisierung des Konzerns. Das bedeutet, dass das operative Kerngeschäft von VW – das jedes Jahr Milliarden an Umsatz und Gewinn generiert – quasi „gratis“ dazu kommt. 🚨


Dividende: Attraktiv, aber nicht ohne Risiko 💰⚠️

Volkswagen lockt mit einer Dividendenrendite von 8,7 % (8,70 € pro Aktie bei 100 € Kurs) – ein Traum für Dividenden-Investoren. Doch diese hohe Ausschüttung spiegelt auch die Herausforderungen wider: Der Gewinn ist rückläufig, und hohe Investitionen in Elektromobilität sowie Restrukturierungen könnten die Dividende in Zukunft unter Druck setzen. Zwar bleibt die Liquidität mit 34,4 Milliarden € robust, doch Risiken wie Strafzahlungen für CO2 Flottenwerte oder weitere Kostenbelastungen z.B. durch die teuren Restrukturierungen bei VW und Audi in Höhe von 2,2 Milliarden € könnten Kürzungen notwendig machen. Dennoch bietet VW insgesamt eine attraktive Dividende, die selbst bei Kürzungen sicherlich interessant ist.


Graham-Bewertung: Was ist VW wirklich wert? 🧮

Benjamin Graham, der Mentor von Warren Buffett, hatte eine einfache Methode entwickelt, um den fairen Wert eines Unternehmens zu berechnen. Seine Formel berücksichtigt sowohl den Gewinn je Aktie (EPS) als auch das Wachstumspotenzial. Schauen wir uns Volkswagen durch diese Brille an:


Der Gewinn je Aktie (EPS) von VW liegt bei 24,3 €. Um die Bewertung konservativ zu halten, nehmen wir eine langfristige moderate Wachstumsrate von 2 % also lediglich ca. der Inflation an. Grahams Formel lautet sinngemäß: Der Wert eines Unternehmens ergibt sich aus dem EPS multipliziert mit einem Basiswert von 8,5, zu dem noch ein Faktor für das Wachstum addiert wird. Setzen wir die Werte ein: Wir multiplizieren die 24,3 € Gewinn mit 8,5 + (2 × 2). Das ergibt einen geschätzten fairen Wert von über 300 € pro Aktie.


Selbst bei einer Annahme von 0 % Wachstum würde der berechnete Wert noch bei 206 € pro Aktie liegen – also deutlich über dem aktuellen Kurs von rund 100 €.


Natürlich ist dies nur eine Schätzung und berücksichtigt nicht alle Risiken wie die Herausforderungen im E-Auto-Markt oder die hohen Investitionen. Doch selbst unter konservativen Annahmen zeigt die Berechnung: Volkswagen könnte erheblich unterbewertet sein. 🚀


Fazit: Schnäppchen oder zu viele Risiken? 🚗⚠️

Volkswagen wirkt mit einer Marktkapitalisierung von 55 Milliarden € wie ein Schnäppchen – allein Porsche und Traton decken fast den gesamten Wert. Doch wie steht es um die Risiken?


  • E-Auto-Kampf: Tesla, BYD und chinesische Hersteller machen VW das Leben schwer – besonders in China, wo die Auslieferungen um 10 % gefallen sind.
  • Hohe Kosten: Milliarden fließen in Elektromobilität und Restrukturierungen. Können Gewinne und Margen da mithalten?
  • Regulatorische Hürden: CO₂-Ziele und mögliche Strafzölle könnten weitere Belastungen bringen.


Was meinst du: Wird VW die Transformation meistern oder sind die Risiken zu groß? Schreib es mir in die Kommentare! 💬


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#Automobilindustrie

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12 Kommentare

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It’s a bargain that is doomed :)
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1Mon.
Bei den bisherigen Ertragsperlen, Porsche und Audi brechen gerade die Margen zusammen … ich glaube, wir müssen zur Bodenbildung noch etwas geduldig sein. Für mich vorerst kein Kauf.
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Geile News mein Lieber!
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$VOW ist auf jeden Fall extrem negativ bewertet… ich denke trotz der vielen Risiken ist da sicherlich noch einiges an Potential da… selbst wenn man nur die Dividende als Rendite hat.
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@Moritz_M für die Dividende sehe ich eher schwarz.
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@Solitair Glaube ich eher nicht, denn da gibt es einige Familienmitglieder des Konzerns, die von der Dividende leben müssen^^
@Da_Fischi von denen wird glaube ich ohne Dividende keiner verhungern müssen. Aber die IG Metall wird Wolfsburg in Brand setzen, wenn die raffgierigen Aktionäre bezahlt werden während gleichzeitig 30.000 Stellen gestrichen werden sollen.
Cooler Beitrag!
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Neben den negativen politischen Rahmenbedingungen kommt dazu noch ein grottenschlechtes management. Wenn ich nicht schon investiert wäre würde ich mich da fernhalten. Zum Glück ist es nur eine mini-position bei mir.
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Wer vw abschreibt ist irre
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Folgende Punkte:
1) Abhängigkeit von China
2) Ungewissheit der Entwicklung des Automarktes, wovon man als Massenhersteller am meisten betroffen ist
3) schlechtes Management
4) noch schlechtere Mehrheitseigner
5) noch viel schlechtere Stakeholder (Gewerkschaften, Politiker etc.)
--> die Börse hasst alle 5 Punkte
--> sollte sich nur einer der Punkte bessern, wird es auch nach oben gehen können
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