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Rivian setzt auf KI: Wie die Eigenentwicklung von Chips den Autonomie-Wettbewerb neu definiert

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Als Zuhörer der gestern stattgefundenen AI Days von $RIVN (+3,6 %) bin ich beeindruckt von der Klarheit, mit der Rivian seine technologische Wende präsentiert, die das Unternehmen von einem reinen "Software-definierten Fahrzeug" zu einem "KI-definierten Fahrzeug" führen soll.


Die Rate des Wandels, die uns durch Künstliche Intelligenz erwartet, wird in den kommenden drei bis vier Jahren um eine Größenordnung höher sein als in der jüngsten Vergangenheit. Der Schlüssel zu dieser Entwicklung liegt in Palo Alto, dem Zentrum für Autonomie, wo Rivian beschlossen hat, die gesamte Architektur und Software seiner Fahrzeuge direkt zu kontrollieren. Dies ist die Basis, um KI im gesamten Geschäftsbereich und in den Fahrzeugen zu ermöglichen.


Die Autonomie-Strategie hat sich grundlegend verschoben: Weg von einem alten, regelbasierten Ansatz (bei dem Objekte erkannt und dann strikten menschlich definierten Regeln übergeben wurden) hin zu einem KI-zentrierten Ansatz. Heute geht es darum, ein neuronales Netz-ähnliches Verständnis für das Fahren aufzubauen, gestützt durch Innovationen wie transformerbasierte Kodierung. Dies führte zu einem kompletten Neuanfang der Plattform im Jahr 2022.


Die Gen 2 R1 Fahrzeuge, die Mitte 2024 auf den Markt kamen, verkörperten diesen ersten Schritt, ausgestattet mit 55 Megapixeln Kameras und fünf Radaren, die auf einer Inferenz-Plattform laufen, die zehnmal leistungsstärker ist als die Gen 1. Dieses KI-zentrierte System wird durch das sogenannte Data Flywheel kontinuierlich verbessert: Jedes gefahrene Fahrzeug sammelt relevante Daten, die zum Training des großen Fahrmodells genutzt werden, das wiederum über Updates in die Fahrzeuge zurückgespielt wird. Bessere Sensoren und Rechenleistung verbessern dabei ständig das bereits Gelernte und die Fähigkeit, Nuancen und komplexe Situationen zu meistern, ganz wie wenn man als Fahrer eine Brille aufsetzt und ein besseres "Gehirn" erhält.


Der nächste große Technologiesprung kommt mit der Gen 3 Autonomie-Plattform, die Ende 2026 mit dem R2 startet. Hier setzt Rivian auf eine konsequente vertikale Integration, das heißt, es werden wichtige Technologiekomponenten intern entwickelt. Die Gen 3 wird 65 Megapixel Kameras, eine verbesserte Radaranordnung und erstmalig einen Front-LiDAR (Licht-Radar) umfassen. LiDAR ist wichtig, da es optische Daten liefert, aber im Gegensatz zu Kameras (die bei schlechtem Licht oder Nebel schwächeln) eine aktive Lichtquelle nutzt und somit sehr präzise 3D-Modelle des Fahrraums liefert.


Die wichtigste Neuerung ist jedoch der hauseigene Rivian Autonomy Processor (RAP1). Dies ist der erste in einer Reihe von Spezialchips für physische KI. RAP1 erreicht 800 TOPS (was für **Billionen von Operationen pro Sekunde** steht und ein Maß für die KI-Leistung ist) und ermöglicht in der Gen 3 Compute-Plattform eine Gesamtleistung von 1.600 TOPS. Der Grund für die Eigenentwicklung dieses Siliziums ist klar: Geschwindigkeit, Performance und Kostenreduktion, da man auf Marge von Zulieferern verzichtet und das Design perfekt auf den Anwendungsfall im Auto optimieren kann. Rivian plant eine aggressive Ausweitung der Autonomie-Funktionen: Bereits in diesem Monat wird das Hands-Free-Fahren auf über 3,5 Millionen Meilen in Nordamerika ausgeweitet (zuvor unter 150.000 Meilen).


Ab 2026 folgt die Point-to-Point-Fähigkeit, bei der das Fahrzeug komplett von Startadresse zu Zieladresse selbstständig fährt. Danach sind Eyes Off (Fahren, ohne die Straße beobachten zu müssen) und schließlich Personal Level 4 (das Fahrzeug operiert vollständig autonom, z. B. für Abhol- oder Bringdienste) geplant. Diese Fortschritte werden durch ein inhouse entwickeltes großes Fahrmodell (Large Driving Model) und einen cloudbasierten Simulator abgesichert, der Millionen von Szenarien durchläuft, bevor neue Funktionen freigegeben werden.


Über die Autonomie hinaus wird die Rivian Unified Intelligence (RUI) als gemeinsames KI-Fundament im gesamten Unternehmen eingesetzt. RUI hilft bereits jetzt in der Fertigung bei der Qualitätskontrolle und reduziert die Reparaturzeit im Servicebereich um Stunden, indem Techniker mit KI-Systemen unterstützt werden, die auf Echtzeitdaten und Reparaturhistorien trainiert sind. Für Kunden wird diese Intelligenz ab Anfang 2026 im Rivian Assistant sichtbar, der für alle Gen 1 und Gen 2 Kunden verfügbar sein wird. Der Assistent nutzt natürliche Sprache, um komplexe Fahrzeugbefehle auszuführen (z. B. nur bestimmte Sitze zu wärmen), merkt sich den Kontext und die Historie des Gesprächs und vereinfacht die Interaktion mit dem Fahrzeug massiv.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das jahrelange Fundamentlegen der Software-Architektur und der Elektronik nun Früchte trägt und das Unternehmen in eine Phase exponentieller Verbesserung eintritt, vergleichbar mit einer Aufwärts-Helix, bei der jeder Kreislauf des Daten-Schwungrads zu einem besseren Ergebnis führt. Rivian positioniert sich damit als einer der führenden Akteure, die das Potenzial von KI in der Automobilindustrie voll ausschöpfen.


Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt und halte euch auf dem Laufenden.

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1 Kommentar

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Danke dir für die Mühen und deine Zusammenfassung!
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