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Safran — Das beste Geschäftsmodell Europas das kaum jemand kennt

Ich investiere seit einigen Jahren eigenständig — und eines der Unternehmen, das mich immer wieder beeindruckt, ist Safran. Nicht weil es ein Hype-Titel ist. Sondern weil das Geschäftsmodell strukturell so gut ist, dass ich es jedem erklären will der es noch nicht kennt.


$SAF (-0,24 %) — Das beste Geschäftsmodell Europas das kaum jemand kennt


Safran baut Triebwerke. Aber das ist nicht womit sie Geld verdienen.


Das eigentliche Geschäft läuft danach — jahrzehntelang. Jedes LEAP-Triebwerk das heute auf einem Airbus A320neo oder Boeing 737 MAX installiert wird, generiert über seine Lebenszeit Aftermarket-Einnahmen via RPFH-Verträge: Rate per Flight Hour. Safran bekommt Geld jedes Mal wenn das Flugzeug fliegt. Nicht einmal, sondern für 20–25 Jahre.


Das Triebwerk ist der Rasierer. Der Aftermarket ist die Klinge.


Was die Zahlen sagen


2025 wuchs der Umsatz auf 31,3 Mrd. EUR — ein Plus von 14,7% gegenüber dem Vorjahr, mit rekordhohen LEAP-Auslieferungen und starkem Aftermarket. Das operative Ergebnis stieg um 26% auf 5,2 Mrd. EUR, die Marge expandierte um 150 Basispunkte auf 16,6%. Freier Cashflow: 3,9 Mrd. EUR — und das obwohl massiv in neue Produktionskapazitäten investiert wurde.


Der Propulsion-Bereich — das Herzstück — liefert noch mehr: im ersten Halbjahr 2025 lag die operative Marge der Propulsion-Sparte bei 23,3%, ein Anstieg von 3,4 Prozentpunkten.


Warum es erst jetzt richtig losgeht


Der LEAP ist noch jung. Die Triebwerke wurden ab 2016 ausgeliefert — die ersten großen Wartungszyklen kommen jetzt erst. Safran erwartet, dass der LEAP-Aftermarket-Umsatz zwischen 2024 und 2028 mehr als verdreifacht wird.


2025 wurden 1.802 LEAP-Triebwerke ausgeliefert — ein Plus von 28% gegenüber 2024. Im vierten Quartal allein stieg die Auslieferungsrate um 49% gegenüber dem Vorjahr. Jedes dieser Triebwerke ist ein zukünftiger Aftermarket-Umsatzstrom der erst in 5–8 Jahren wirklich einsetzt.


Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz organisch um 23%, mit Ersatzteilverkäufen die um 29% stiegen und Services die um 43% zulegten. LEAP-Auslieferungen überstiegen zum dritten Mal in Folge die Marke von 500 Einheiten pro Quartal.


Die 2028-Ziele


Safran hat sein EBIT-Ziel für 2028 auf 7,0–7,5 Mrd. EUR angehoben und plant rund 2.600 LEAP-Auslieferungen in diesem Jahr. Kumulierter freier Cashflow 2024–2028: ca. 21 Mrd. EUR.


Das Währungshedging — der unterschätzte Faktor


Safran hat ein Netto-USD-Exposure von ca. 16 Mrd. USD pro Jahr — fast alle Luftfahrtverträge laufen in Dollar. 2026, 2027 und 2028 sind vollständig gehedgt mit einem Zielkurs von EUR/USD 1,12. Das bedeutet: Währungsvolatilität ist für die nächsten drei Jahre weitgehend aus der Gleichung raus. Das Ergebnis ist planbar.


Das Risiko


Luftverkehrsvolumen ist die Grundannahme. Weniger Flüge bedeuten weniger RPFH-Einnahmen. Supply-Chain-Probleme bei der LEAP-Produktion sind ein bekanntes Thema — 2024 war ein schwieriges Jahr, 2025 die Aufholjagd. Ob der Ramp-up 2026/27 reibungslos läuft bleibt ein Watchitem. Und der starke Euro bleibt trotz Hedging ein langfristiger struktureller Gegenwind.


Fazit


Safran ist kein Zykliker. Es ist ein Infrastrukturunternehmen das in Flugzeugtriebwerken verpackt ist. Der installierte LEAP-Bestand von mittlerweile über 10.000 Triebwerken weltweit ist ein Annuitätenstrom der gerade erst anfängt zu laufen. Wer das versteht, versteht auch warum das Unternehmen Jahr für Jahr Guidance übertrifft — und warum die 2028-Ziele möglicherweise noch zu vorsichtig sind.


Die Aktie ist kein Schnäppchen. Aber wer Safran als klassischen Industriewert bewertet, begeht den gleichen Fehler wie jemand der Microsoft nach der CD-ROM-Marge bewertet. #stockanalysis

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2 Kommentare

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Gut erkannt und erklärt , ich für meinen Teil hab mich da für MTU entschieden, die ihre Beteiligungen am GTF und V2500 in ebenso beeindruckender Weise in Wachstum umsetzten. Die Bewertunge der MTU ist etwas günstiger und das Wachstum wohl etwas größer als bei Safran.
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@Matzke MTU hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm – danke für den Hinweis. Die Grundlogik ist dieselbe wie bei Safran: Risk-Sharing-Beteiligung an dominanten Triebwerksprogrammen, Geld verdienen im Aftermarket über Jahrzehnte.

$MTX hat das über zwei Hauptpartner gebaut: Mit Pratt & Whitney (RTX) hält man Anteile am GTF/PW1100G-JM (A320neo) und V2500 (A320ceo) – die beiden meistverkauften Narrowbody-Triebwerke überhaupt. Mit GE Aerospace kommt der Widebody-Hebel dazu: GEnx (Boeing 787/747-8) und GE9X (777X), jeweils über den Turbine Center Frame. Was das Modell besonders macht: In neuen Programmen entspricht MTUs MRO-Anteil automatisch dem OEM-Programmanteil – jeder Produktionsvertrag ist also gleichzeitig ein langfristiger Aftermarket-Vertrag.

Werde mir das strukturiert anschauen, vor allem wie sich GTF-LTSA-Mechanik und Margenentwicklung im Vergleich zu Safran darstellen.
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