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Vorstellung meiner "Bagholder-Aktien" 🚧🤕

Es ist an der Zeit Euch einmal durch meine "Bagholder-Aktien" zu führen. Immer nur die Gewinner zu sehen, wird ja auf Dauer auch langweilig ... und als professioneller Bagholder habe ich natürlich (leider) einige zu bieten! 😉


Heute möchte ich Euch meine "neue Nummer 1" vorstellen. Wie Lindner sagen würde, die wohl dornigste aller Chancen - die Grenke AG $GLJ (+0,1 %) :


👉🏻 Kaufwert: 55.000 Euro

👉🏻 Verlust: 23.000 Euro (-41%)


🏢 Kurzprofil

Grenke ist ein deutscher Finanzdienstleister und spezialisiert sich vor allem auf Small-Ticket-Leasing für kleine und mittlere Unternehmen. Finanziert werden unter anderem IT-Hardware, Büroausstattung, Medizintechnik und E-Mobilität. Das Unternehmen ist in über 30 Ländern aktiv und verfügt über ein Leasingportfolio von mehr als 7 Mrd. €. Neben Leasing gehören Factoring und Banking zum Konzern.


📊 Fundamentaldaten

Bei einem Aktienkurs von rund 10,50 € ergibt sich ungefähr:


Marktkapitalisierung: ~490 Mio. €

KGV (TTM): ~7,8x

EPS (TTM): ~1,35 €

Dividende: 0,42 € (2025)

Dividendenrendite: ~4,0 %

Eigenkapital je Aktie: ~30,50 €

2025er Gewinn: 71,8 Mio. €


📈 Wie läuft das Geschäft aktuell?

Operativ läuft es 2026 deutlich besser als der Aktienkurs (nicht besonders schwer). Im ersten Halbjahr 2026 stieg das Konzernergebnis von 26,2 Mio. € auf 32,6 Mio. € (+24,8 %). Die operativen Erträge legten um 11 % auf 352,6 Mio. € zu, während die Kosten nur um 1,5 % stiegen. Auch das Leasingneugeschäft wuchs trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds leicht auf 1,645 Mrd. € (+1,4 %). Besonders Deutschland, Frankreich und Italien entwickeln sich gut; in den USA konnte grenke das Geschäft im ersten Halbjahr sogar verdoppeln. Die Jahresprognose wurde bestätigt: 74–86 Mio. € Gewinn und 3,4–3,6 Mrd. € Leasingneugeschäft.


🤔 Warum könnte die Aktie günstig sein?

Für mich ist der Investment Case relativ simpel. Der Markt preist offenbar ein dauerhaft hohes Kreditrisiko ein, während sich die operative Ertragskraft gerade verbessert.

Grenke wächst wieder, die Kosten steigen kaum, die Margen sind relativ stabil und der Gewinn wächst zweistellig. Gleichzeitig wird das Unternehmen an der Börse nur mit etwa dem 7–8fachen Gewinn bewertet.


Sollte sich die wirtschaftliche Lage normalisieren und die Insolvenzen wieder zurückgehen, könnte sich die Schadenquote normalisieren. Dann wäre durchaus eine Kombination aus steigendem Gewinn + höherem Bewertungsmultiple + Dividende möglich.


⚠️ Warum ist die Aktie trotzdem so billig?

Der entscheidende Punkt ist die Schadenquote. Sie ist von 1,3 % (2024) auf 1,7 % (2025) gestiegen und lag im ersten Halbjahr 2026 bereits bei 2,0 %. Hintergrund sind weiterhin hohe Insolvenzzahlen und Zahlungsausfälle bei Kunden. Die Risikovorsorge stieg entsprechend deutlich. Das ist für einen Leasing-/Finanzierungskonzern natürlich das zentrale Risiko: Wenn die Insolvenzen weiter steigen, können die zusätzlichen Kreditausfälle die operativen Verbesserungen wieder auffressen.


Dazu kommt, dass grenke stark fremdfinanziert ist. Die CET1-Quote lag Ende 2025 bei 12,4 %, gegenüber 14,4 % ein Jahr zuvor. Gleichzeitig bleibt die Refinanzierung ein wichtiger Faktor für das Geschäftsmodell.


🎯 Mein Bagholder-Fazit -> 7/10 Bagholder-Punkte 💸


Grenke ist für mich aktuell weniger ein „kaputtes Unternehmen“ als eine günstig bewertete Aktie mit einem durchaus realen Kreditrisiko.

Wenn die Schadenquote wieder Richtung langfristigen Durchschnitt von ~1,5 % fällt, könnte Grenke meiner Meinung nach deutlich mehr wert sein als die aktuellen ~490 Mio. € Börsenwert. Wenn die Insolvenzwelle dagegen anhält oder sich verschärft, ist die niedrige Bewertung möglicherweise völlig gerechtfertigt.


Ein Verkauf auf diesem Niveau kommt für mich nicht (mehr) in Frage auch wenn ich da einiges an gezahlten Steuern zurück bekommen könnte. Meine Erwartung: Irgendwann wird es besser werden... 😉😅


👉🏻 Morgen gibt es Teil 2 zu meiner Bagholder-Liste. Was sind Eure größten Fails? 😅

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7 Kommentare

Du könntest verkaufen und gleich wieder zurückkaufen. das gäbe auch eine Steuererstattung
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@Solitair Du hast vollkommen recht. Habe ich gerade auch gemacht. Damit ist ein Großteil meiner realisierten Erträge durch Kursgewinne weg ... aber mein Bag in Grenke-Aktien ist ein wenig größer geworden. Mal schauen, ob das eine kluge Entscheidung war... 😉
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Ich sehe das Problem eher darin, dass Dein Risikomanagement in dem Fall für eine deutsche Nebenwerteaktie kurz und bündig beschissen war. So einen Wert sollte man aus meiner Sicht nie mit 40% ins minus laufen lassen. 15% -max- 20% wenn man wirklich überzeugt ist. Die Aktie muss quasi 80% plus machen, damit Du bei +/- 0 ca. rauskommst. Das sehe ich bei einem solchen fundamental begründeten Absturz nicht. Das ist ja kein Absturz von wenigen Tagen wie bei nem Coronacrash etc.
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@Multibagger Das ist halt die Frage, ob der Absturz wirklich fundamental gerechtfertigt ist. Immerhin steht das Unternehmen besser dar als 2025 und die Aktie deutlich schlechter.

Ich denke eher, dass der Wert einfach im Moment out ist. Ähnlich wie bei Vonovia oder auch PayPal. Die Musik spielt halt einfach im Moment woanders. Hätte ich vorher rausgehen sollen... vielleicht. Auf der anderen Seite habe ich schon bei 17 Euro gedacht, dass es ein attraktiver Kurs ist. Daran hat sich eigentlich nichts geändert...
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@Part_Time_Joe die Aktie steht besser da als 2025?, das mag sein, aber sie ist schon seit 2022 auf dem absteigenden Ast. Und die Probleme werden grösser, steigende Zinsen für die Refinanzierung durch generell höheres Zinsniveau und dazu noch höhere Ausfälle. Und das nächste Damoklesschwert, was ich sehe, ist das die immer schneller KI Weiterentwicklung auch zu höheren und schneller Afa führen wird. Dies muss durch höhere Leasingraten aufgefangen werden, die aber das Klientel welches Grenke in erster Linie bedient nicht zahlen will und kann. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir eher 5 als 17€ sehen werden. Aber vielleicht liege ich auch total daneben und sie kommen wie Phönix aus der Asche.
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@Multibagger Ich glaube nicht, dass die Zinsen ein Problem werden. 2022 hatte Grenke sein Rekordjahr bei steigenden Zinsen. 2023 war der EZB-Leitzins bei 4,5 % (also rund doppelt so hoch) und Grenke hatte das zweitbeste Ergebnis. Danach sind die Zinsen gefallen und Grenkes Ergebnis mit. Steigende Zinsen können aufgrund des Zeitverzugs vielleicht kurzfristig zum Problem werden, aber sie werden an die Kunden weitergegeben - vielleicht verlangsamt sich das Neukundengeschäft etwas, aber das wäre zu verschmerzen.

Das Hauptproblem bei Grenke ist aktuell die Schadensquote. Da es in Deutschland wirtschaftlich recht schlecht läuft, wird sie, befürchte ich, noch länger hoch bleiben. Daher auch der Rückgang im Aktienkurs seit 2022. Makroökonomisch sehe ich wenig Rückenwind für Grenke. Dazu ist die Deutsche Regierung einfach (leider) zu unfähig.

Ob AI jetzt in dem Segment viel Unterschied macht wo Grenke beheimatet ist? Ich glaube nicht. Aber who knows...

Ich hoffe natürlich, dass du mit den 5 Euro nicht recht behältst! 😉
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@Part_Time_Joe ich wünsche es Dir natürlich auch. Aber für mich wäre es zur Zeit kein Investmentcase.
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