Im ersten Beitrag habe ich VIBS (Value Infrastructure Bottleneck Stack) als Ergänzung meines DIBS-Ansatzes vorgestellt. DIBS untersucht, an welchen Stellen neue Technologien nicht beliebig skalieren können. VIBS richtet den Blick auf eine andere Fragestellung: An welchen Stellen scheitert die wirtschaftliche Wertschöpfung?
Aus meiner Sicht lassen sich dabei vier zentrale Wertschöpfungsfelder unterscheiden:
1. Data Foundation
KI benötigt hochwertige, strukturierte und verfügbare Daten. Ohne diese Grundlage bleibt ihr wirtschaftlicher Nutzen begrenzt. Ein typischer Vertreter dieses Feldes ist Snowflake $SNOW. (-3,47 %)
2. AI Application Infrastructure
Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert. Sie müssen in produktive Anwendungen eingebunden werden. MongoDB
$MDB (-7,29 %) steht beispielhaft für diese Ebene.
3. Workflow Transformation
Erst wenn Unternehmen ihre Prozesse verändern und KI in den Arbeitsalltag integrieren, entsteht messbare Produktivität. ServiceNow
$NOW (+1,38 %) adressiert diesen Engpass.
4. Trust Infrastructure
KI muss sicher, kontrollierbar und vertrauenswürdig eingesetzt werden können. Erst dann gelingt eine breite Einführung im Unternehmen. Ein Vertreter dieses Feldes ist Cloudflare $NET (-2,33 %) .
Diese Unternehmen dienen als Beispiele für die vier VIBS-Felder. Sie zeigen, welche strukturellen Engpässe auf dem Weg von KI zu wirtschaftlicher Wertschöpfung überwunden werden müssen.
VIBS ist zunächst kein neues Software-Portfolio oder gar eine Kaufempfehlung.
Ein strukturell relevantes Wertschöpfungsfeld allein macht eine Aktie noch nicht attraktiv. Für eine Investition müssen zusätzlich Qualität, Wachstum, Bewertung und Marktverhalten überzeugen.
DIBS und VIBS bilden gemeinsam einen Analyse-Rahmen. DIBS beantwortet die Frage, wo Technologie nicht skaliert. VIBS beantwortet die Frage, wo wirtschaftliche Wertschöpfung nicht skaliert.
Erst wenn beide Engpassarten überwunden werden, können aus hohen KI-Investitionen nachhaltige Unternehmenswerte entstehen.