Indiens zweitreichster Mann will den nächsten großen Schritt gehen. Gautam Adani plant gemeinsam mit Embraer eine Endmontagelinie für Regionaljets. Und die Regierung in Delhi will sicherstellen, dass indische Fluggesellschaften die Flieger «Made in India» auch kaufen.
10.01.26 - 08:01
Stefan Eiselin
Meine Lieben, ich bleibe weiterhin bei Embraer investiert.
Bisher baut Embraer E-Jets und E2-Jets nur in Brasilien
Bald kommt noch etwas hinzu. Denn gemäß einem Bericht der Zeitung Times of India hat Adani Group im Dezember eine Absichtserklärung mit Embraer unterzeichnet. Der Inhalt: der Bau einer Endmontagelinie für Regionaljets in Indien. Bisher stellt der brasilianische Flugzeugbauer seine E-Jets und E2-Jets ausschließlich in Brasilien her, auch wenn diverse Komponenten durchaus schon aus dem Ausland kommen.
Details wie der geplante Standort der Endmontagelinie für Embraer-Jets, die Investitionssumme und der Zeitplan sind noch nicht bekannt. Eine offizielle Ankündigung wird gemäß dem Bericht für Ende Januar auf der Luftfahrtmesse in Hyderabad erwartet. Damit wird Indien in die Liga der Nationen aufsteigen, die große Verkehrsflugzeuge bauen. Die indische Flugzeugbauindustrie ist bisher stark staatlich und militärisch geprägt.
Indien will Anreize für Fluggesellschaften schaffen
Indien will auch Anreize dafür schaffen, dass heimische Fluggesellschaften dann Embraer-Jets «Made in India» kaufen. «Es werden mehrere Dinge in Betracht gezogen, darunter steuerliche Anreize für diejenigen, die bei diesem Werk bestellen», erklärte ein Beamter gegenüber der Times of India. Derzeit sind im Subkontinent rund 50 Embraer-Jets im Einsatz. Kürzlich hat Star Air bekannt gegeben, eine große Bestellung von E2-Jets platzieren zu wollen.