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Die Energiewende wurde hart verschlafen, aber alle schreien jetzt rum, dass jetzt wegen der Energiewende die Preise durch die Decke schießen? Selbst heute, wo jeder Blinde erkennt, dass eine Energieabhängigkeit von Gas und Öl einfach nicht zukunftsfähig ist, klatschen alle weiter der unglaublich inkompetenten Wirtschaftsministerin zu. Warum wird die nicht einfach rausgeworfen?
Und die Energiewende ist nicht das einzige, auch Elektromobilität wurde und wird absichtlich weiter verschlafen.
Was dieses Land brauchte ist eigentlich mehr progressive Wirtschaftspolitik. Habeck muss man als Person nicht mögen, fehlerfrei war er sicher auch net ganz, aber er hatte wenigstens immer eine Erklärung für sein Handeln.
Wir müssen mal endlich davon wegkommen, dass hier Verbrenner-, Gas- und Öllobby den Alltag der durchschnittlichen Bürger bestimmen.
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@Keineui Das Märchen der Energiewende wird nicht deshalb wahr, wenn man es noch tausend mal erzählt und lächerlicherweise noch behauptet, man müsse noch viel mehr in die falsche Richtung gehen.

Es gibt absehbar keine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern für Industrienationen.
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@Keineui Unabhängigkeit von Öl und Gas ist ja sogar etwas, für das ich bin. Aber das erreicht man doch nicht, indem man einfach den Gashahn zudreht und gleichzeitig Atomkraftwerke in die Luft sprengt …

Erneuerbare Energien ausbauen und bestehende Infrastruktur solange wie nötig nutzen – das muss man doch parallel machen. Mit einem Plan über viele Jahre, womöglich Jahrzehnte.
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@FairValue es gibt einfach keine Alternative. Kernkraft kann man diskutieren, ob man da zu schnell und zu früh raus ist. Aber fakt heute ist das unbezahlbar, da wieder rein zu gehen. Was passiert, wenn man von autoritären Regierungen bei der Öl- und Gaslieferung abhängig ist, sollte bekannt sein (und ja, zähle jetzt die USA mal der Einfachheit halber dazu). Also was tun, Kohle verbrennen? Ich bitte dich, da lach ich mich ja schlapp.

Also Solar auf die Felder und Dächer, WEAs überall dort hin wo es geht und dann das ganze mit BESS unterstützend im Netz abfedern und intelligent steuern. Die Lösungen sind alle da und noch dazu käme das ganze deutlich schneller und billiger als jetzt wieder die Kernkraftdiskussion aufzumachen.

Gern dann noch mit lokaler Energieerzeugung, sei es Biogas-betriebene Brennstoffzellen oder was weiß ich. Aber man schmeißt lieber Unternehmen wie VoltStorage GmbH (und nein, bin da in keinster Weise verbandelt) Knüppel zwischen die Beine, Würgt den Solar- und PV-markt ab und verschenkt diesen Vorsprung an China (Solarworld/QCells, you name it)...

Soll ich noch von der Windbranche anfangen? Lieber damit dass die Hersteller auch auswandern müssen oder damit dass der Aktenberg für die Errichtung einer WEA mittlerweile kilometerlang ist und es 5+ Jahre dauert bis man die Genehmigung bekommt?

Lieber verbuddeln wir unsere Steuergelder in unsinnigen und noch dazu klimaschädlichen Subventionen anstatt auch nur 1 Schritt in die richtige Richtung zu laufen. Ich muss aufhören, rede mich hier in Rage...

Aber wenn ich Märchen der Energiewende höre/lese muss das nun mal raus.
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@Keineui wir haben über 170 GW installierte Leistung bei Solar und Wind und obwohl das ne massive Überkapazität ist, können wir damit noch nicht mal verlässlich unseren Strom produzieren und müssen dort massive Backups bereithalten und regelmäßig nutzen. Die Gründe sind bekannt und die Speicherkapazitäten sind halt faktisch einfach nicht da. Wenn das mal so weit ist, bin ich sofort dabei aber wir sind davon einfach noch meilenweit entfernt.

Und Davon dass derzeit gerade mal 20% der Primärenergie in Deutschland durch die EE geliefert werden kann, will ich gar nicht anfangen. Man kann doch nicht ernsthaft behaupten dass man nur mehr machen müsste, hier und da und bisschen Biogas und dann ginge das schon zeitnah mit dem Ersatz von 8k Petajoule aus den fossilen. Das ist doch irre.

Und jenseits dessen scheint ja nun auch die Wirtschaft diesen Versprechungen zur Energiewende keine Sekunde zu glauben. Sonst müssten in der Konsequenz ja die Investitionen am Standort Deutschland nur so in den Himmel schießen. Das Gegenteil ist der Fall.
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@FairValue ich bin jetzt nicht sooo tief im Thema drin, aber das Speicherproblem soll doch langfristig gesehen dadurch gelöst werden, dass wir die Überkapazität dafür nutzen mit Elektrolyse Wasserstoff zu produzieren und diesen zu speichern.
Dafür soll dann die vorhandene und neue Gas-Infrastruktur genutzt werden.

Klar das sorgt mittelfristig für massive Kosten, aber wenn das einmal steht, ist man komplett Energieunabhänig und die kosten pro kwh sollten auch geringer sein.

Nebenbei muss man allerdings noch Verkehr und Heizung elektrifizieren. Und natürlich auch das Netzt ausbauen.

Aber für unmöglich halte ich das nicht, wir sind ja auch nicht die einzigen die das machen.
China baut seine Erneuerbaren auch massiv aus, und das nicht weil das linksversifte Grüne sind.

Ich denke wir wollen vorankommen?
Weiter Fossile Brennstoff zu verheizen, ist allerdings genau der Stillstand der immer angeprangert wird.
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@Keineui Sehe ich ähnlich. In der Ampel wurden mit Sicherheit viele Fehler begangen, insbesondere die Außendarstellung war katastrophal und die Boulevardmedien haben das auch gekonnt ausgeschlachtet. Wodurch wohl auch einiges schlimmer wirkte als es war. Aktuell macht sich jedoch bemerkbar was einige vor der letzten Wahl befürchtet haben, Wähler verwechseln bei der Union leider oftmals Wirtschaftsnähe mit Wirtschaftskompetenz.
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@Keineui die Russen würden immer noch billig liefern hätte die Ukraine die Pipeline nicht gesprengt
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@TotallyLost Speicherproblem soll(!) gelöst werden. Okay, reden wir wenn es gelöst ist. Das nützt uns in den nächsten 5 Jahren gar nichts.


China baut in allen Bereichen massiv aus, auch Atomkraft und Kohle, weil die Weltmacht Nummero Uno werden wollen und verstanden haben, dass sie dafür astronomische Mengen Energie, möglichst diversifiziert und günstig umgewandelt brauchen.

Wir wollen vorankommen? Ja. Dank grüner Transformation rauscht der Standort Deutschland mit Volldampf in den Abgrund. Nochmal. Die Realität zeigt es: wir können absehbar nicht ohne massive Nutzung von fossilen. In 20-30 Jahren möglicherweise, aber absehbar nicht.
Und viele Risk Assesments bei Großkonzernen aber auch im Mittelstand kommen genau zu dieser Einschätzung, weshalb die ihre Standorte immer mehr ins Ausland verlagern und an den hiesigen Standorten zunehmend nu noch Substanzverzehr betreiben.
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@FairValue ... "Okay, reden wir wenn es gelöst ist. Das nützt uns in den nächsten 5 Jahren gar nichts."

Und sollten wir deshalb aufhören es auszubauen?

Nach der Logik können wir alle Projekte einstellen die nach 5 Jahren nicht abgeschlossen sind.

Das sendet übrigens auch kein gutes Zeichen, wenn ein Land alle Furz lang seine Strategie ändert.
Weder an die Wirtschaft noch an Partner.
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@TotallyLost Wir sollten nicht aufhören an der Speichertechnologie zu arbeiten. Hab ich auch nicht gesagt. Nur ohne die bringt uns ein Zubau bei Wind und Solar halt nichts nennenswertes mehr, weder beim Strom noch bei der Primärenergie.

Eine Strategie sollte man unbedingt ändern, wenn sie von Anfang an zum scheitern verurteilt war oder sich als offensichtlich falsch herausstellt. Wie weit muss es noch bergab gehen bis diese Erkenntnis eintritt?