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🛡️ Rentenlücke schließen mit System: 9 Kriterien für echte Qualitäts-Dividendenaktien (Teil 2/3)

Zunächst: Vielen Dank für das positive Feedback zum ersten Teil! Ich habe mich sehr darüber gefreut. 🙏


Hier nochmal der Link zu Teil 1: https://app.getquin.com/de/post/FNAfekaQoE


Es freut mich riesig, zu sehen, dass die Checkliste bei euch so gut ankommt.

Einige von euch haben mir eine Mail geschickt oder in den Kommentaren gefragt, ob ich mir bestimmte Aktien mal ansehen und nach meiner Liste bewerten kann. Dazu hatte ich auch ermuntert. 🔍


Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass einige wissen wollen, wie ihre „Favoriten“ abschneiden. Aber ich habe mich bewusst dazu entschieden, das erst dann zu machen, wenn wir alle Kriterien durchgegangen sind. Mir ist wichtig, dass meine Bewertung für euch am Ende transparent und nachvollziehbar ist – und dafür brauchen wir erst das komplette Bild. 🧩


Weil ich merke, wie viel Interesse an meiner Herangehensweise besteht, werden wir aus den geplanten drei Teilen wohl eher einen 5-Teiler machen. Wir ziehen das jetzt richtig durch – Themen habe ich genug! 🚀


So, jetzt geht es weiter: Im ersten Teil haben wir den äußeren Rahmen abgesteckt und ich habe die Ausschüttungsquote 💸, den Verschuldungsgrad ⚖️ sowie das Dividendenwachstum (DGR) 📈 als die ersten drei der insgesamt neun Auswahlkriterien genannt.


Das waren die ersten wichtigen Filter für die grundlegende Sicherheit. ✅


Was nützen jedoch gute Rahmenbedingungen, wenn das operative Geschäft keine ausreichenden Erträge liefert? Im nächsten Schritt schauen wir uns an, wie effizient das Unternehmen im Kern wirtschaftet und wie krisenfest die Bilanz aufgestellt ist, um auch in einem schwierigen Marktumfeld bestehen zu können.


Hier also die nächsten 3 Kriterien meines 9-Punkte-Checks für die Auswahl qualitativ hochwertige Dividendenaktien:


4. Die Umsatzrendite (Return on Sales - ROS) 💰


Die Umsatzrendite ist für mich ein Qualitätsmerkmal für die operative Kraft. Sie zeigt uns schlichtweg, wie viel von jedem eingenommenen Dollar/Euro nach Abzug der Kosten (wie Material, Personal und Miete) tatsächlich als Gewinn hängen bleibt. 🧪


Ziel: Durchschnitt der letzten drei Jahre mindestens 5%

Warum das für die Dividende wichtig ist:

  • Indikator für operative Effizienz: Eine hohe ROS zeigt, dass das Management Ressourcen intelligent nutzt und die Betriebskosten fest im Griff hat. Für uns ist das ein direktes Qualitätsmerkmal für die Führungsebene.
  • Bewertung der Dividendensicherheit: Unternehmen mit stabiler oder wachsender Umsatzrendite verfügen über ausreichende Mittel, um ihre Ausschüttungen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ohne Substanzverlust aufrechtzuerhalten. Eine solide operative Profitabilität ist dein Sicherheitsnetz.
  • Vergleichbarkeit innerhalb der Branche: Die ROS erlaubt es uns, die operative Schlagkraft von Wettbewerbern im gleichen Sektor direkt zu vergleichen. Wer hier effizienter arbeitet als die Konkurrenz, ist oft das attraktivere Investment.
  • Hinweis auf nachhaltiges Wachstum: Eine konstant hohe Umsatzrendite deutet auf ein funktionierendes Geschäftsmodell mit langfristigem Potenzial hin – genau das brauchen wir für steigende Gewinne und damit steigende Dividenden über Jahrzehnte.
  • Einfluss auf das Risiko: Für konservative Anleger ist eine hohe ROS ein Zeichen finanzieller Stabilität. Das Unternehmen ist weniger risikobehaftet, da es einen größeren Puffer gegen Kosten- oder Währungsschwankungen besitzt.


5. Die Eigenkapitalquote (Equity Ratio) 🏦


Die Eigenkapitalquote, im Englischen als „equity ratio“ oder „equity-to-assets ratio“ bekannt, ist die Finanzkennzahl Nummer 5 in meiner Checkliste. Sie misst den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtvermögen eines Unternehmens und ist ein unverzichtbarer Gradmesser für die finanzielle Gesundheit. 🏛️


Ziel: Durchschnitt der letzten drei Jahre mindestens 30%

Warum diese Kennzahl relevant ist:

  • Finanzielle Stabilität und Risikominimierung: Eine hohe Eigenkapitalquote deutet auf eine solide finanzielle Basis hin. Unternehmen mit einem hohen Anteil an Eigenkapital sind weniger abhängig von externen Geldgebern. In Zeiten steigender Zinsen ist dies ein massiver Vorteil, da die Zinslast nicht die Gewinne auffrisst. Das erhöht die Sicherheit deiner Dividendenzahlungen signifikant. 🛡️
  • Widerstandsfähigkeit bei Abschwüngen: Krisen sind unvermeidbar. Unternehmen mit einer starken Eigenkapitalbasis sind jedoch oft besser in der Lage, wirtschaftliche Abschwünge unbeschadet zu überstehen. Sie müssen ihre Dividendenpolitik nicht drastisch ändern oder gar die Ausschüttungen streichen, nur um Bankkredite zu bedienen.
  • Indikator für konservatives Finanzmanagement: Eine hohe Quote ist oft ein Zeichen für ein verantwortungsbewusstes Management. Es demonstriert eine vorsichtige Einstellung gegenüber der Kapitalstruktur und stellt sicher, dass die Interessen der Aktionäre nicht durch riskante Verschuldungsexperimente gefährdet werden.


6. Die Eigenkapitalrendite (Return on Equity - ROE) 📈


Die Eigenkapitalrendite, im Englischen als „Return on Equity“ (ROE) bekannt, ist eine weitere zentrale Finanzkennzahl. Sie misst, wie effektiv ein Unternehmen das ihm von den Aktionären zur Verfügung gestellte Eigenkapital einsetzt, um Gewinne zu erzielen. Berechnet wird sie, indem der Jahresüberschuss (Nettogewinn) durch das durchschnittliche Eigenkapital geteilt wird. 🎯


Ziel: Durchschnitt der letzten drei Jahre mindestens
15%

Warum der ROE für Dividenden-Investoren unverzichtbar ist:

  • Effizienz der Kapitalnutzung: Ein hoher ROE zeigt, dass ein Unternehmen effizient mit dem Kapital seiner Aktionäre umgeht und daraus signifikante Gewinne generiert. Dies ist ein erstklassiger Indikator für exzellentes Management und eine effektive Unternehmensführung. Wer aus wenig viel macht, hat die Nase vorn.
  • Dividendensicherheit und -wachstum: Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite sind oft in der Lage, stabile oder wachsende Dividenden zu zahlen. Eine starke ROE deutet darauf hin, dass das Unternehmen genügend Gewinne erwirtschaftet, um sowohl kräftig in das künftige Geschäft zu reinvestieren als auch attraktive Dividenden an die Aktionäre auszuschütten. Es entsteht ein gesunder Kreislauf aus Wachstum und Ertrag.
  • Langfristige Performance und Wertschöpfung: Eine konstant hohe Eigenkapitalrendite ist ein profunder Indikator für die langfristige finanzielle Gesundheit. Sie weist auf die Fähigkeit hin, über Jahrzehnte hinweg echten Wert zu schaffen – genau das, was wir für unsere Altersvorsorge und den Vermögensaufbau suchen.
  • Vergleichbarkeit innerhalb der Branche: Der ROE ermöglicht es uns, die Rentabilität von Unternehmen innerhalb desselben Sektors direkt zu vergleichen. Wer seine Konkurrenten hier schlägt, arbeitet effizienter und ist potenziell das attraktivere Investment.
  • Anhaltspunkt für zukünftige Investitionen: Eine hohe Eigenkapitalrendite signalisiert Investoren, dass das Unternehmen einen hohen "Return" auf das eingesetzte Kapital erzielt, was das Vertrauen in künftige Kursentwicklungen und Dividendenerhöhungen stärkt.


💡 Wichtiger Hinweis zur Vergleichbarkeit: Die hier genannten Zielwerte sind bewährte Richtwerte für die allgemeine Qualitätsprüfung. Allerdings tickt jeder der 11 Sektoren (GICS) – von Technologie bis hin zu Versorgern – nach seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten.


Ein Software-Unternehmen wird naturgemäß andere Margen und Eigenkapitalstrukturen aufweisen als ein kapitalintensiver Industrie-Konzern. Die Zielkorridore sollten also immer im Kontext der jeweiligen Branche betrachtet werden. Zu dieser sektorspezifischen Anpassung werde ich euch in den kommenden Teilen noch detaiillierte Informationen geben. 📊⚖️


🔔 Vorschau auf Teil 3: Der Realitätscheck


Wir haben jetzt das Fundament und den Maschinenraum geprüft. Aber kommt das Geld, das in der Bilanz steht, auch wirklich auf dem Bankkonto des Unternehmens an?


Im nächsten Teil machen wir den ultimativen Realitätscheck. Wir klären, wie wir echtes Wachstum von reiner Bilanzkosmetik unterscheiden und warum eine ganz bestimmte Kennzahl für mich das absolute Herzstück der gesamten Analyse ist. Seid gespannt – denn im nächsten Teil erfahren wir, warum der Cashflow niemals lügt! 🔥


🎁 Bonus: Folgt mir gerne, damit ihr den nächsten Teil und den kostenlosen PDF-Ratgeber - den ich gerade erstelle - am Ende nicht verpasst. ✅


Teil 3 und wie es dann weitergeht, schreibe ich in den nächsten Tagen zusammen.


Hand aufs Herz: Achtet ihr bei euren Investments in Dividendenaktien primär auf die harten Bilanzzahlen oder verlasst ihr euch am Ende mehr auf euer "Bauchgefühl" bezüglich der Marke, Der Dividendenrendite und des Burggrabens? 🏰 Schreibt es in die Kommentare! 👇

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7 Kommentare

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Direktnachrichten!?

Machst du auch noch bitte einen Post dazu, wie das hier bei getquin mit Direktnachrichten funktioniert? 😇🤭

Gruß
🥪
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@Stullen-Portfolio Damit meine ich per E-Mail. Einige haben diese von mir. Direktnachricht ist missverständlich und ich passe das an. Danke für den Hinweis.
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@Investor-College
Ah, das waren dann sozusagen Investor-Kollegen vom Investor-College 😉

Ja, gut, dass du es klarstellst und änderst. ✅

Gruß
🥪
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Team Bauchgefühl. Daher spannend hier mit zu lesen. Danke dafür
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Also ich versuche rational an die Sache ranzugehen, die Unternehmen zu „analysieren“ eventuell rauszufinden ob es einen Burggraben gibt. Was hat das Unternehmen bis jetzt erfolgreich gemacht und was könnte es auf Zukunft genauso erfolgreich machen.

Dann ist es mir wichtig zu verstehen was das Unternehmen macht und zwar kann ich es nachvollziehen. Am Schluss kommt noch bauchgefühl im Sinne fühle ich mich damit wohl.
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@Valesthor Rational an die Sache heranzugehen, ist genau der richtige Ansatz. Und genau deswegen arbeiten wir mit den neun Kriterien. Am Ende wird sich - pro Sektor - ein Filtrat jener Werte ergeben, die in Frage bzw. engere Auswahl kommen.
Und genau dann hast du die Freiheit, jenes Unternehmen oder jene Unternehmen herauszupicken, mit denen du dich wohlfühlst. Aber du hast die wichtigste Hausaufgabe (Analyse) vorher erledigt.
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@Investor-College genau deswegen hab ich mir einen Korb an ausgewählten Unternehmen zusammen gestellt und diese sollen es auch bleiben. Natürlich muss man immer wieder prüfen ob das Investment und Entscheidungen noch Sinn macht. Falls es nicht so läuft wie gedacht.
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