@Metis Sorry, mit absoluten Zahlen halt ich mich gewöhnlich zurück. Aber es sollte ja grundlegend eine Meinung zu einem möglichen Ausstieg aus dem Berufsleben vorliegen?
Ganz aufhören würde ich glaube ich nie. Es fängt ja schon an, dass du als Privatier für Krankenversicherung etc. zur Kasse gebeten wirst. Mein Plan wäre daher deutlich kürzer zu treten 😀 aber klar, dafür muss man natürlich wissen welchen Lebensstandard man hat und demnach wie groß das Depot sein muss.
@Dividend_Donny Denke mal das Tool berücksichtigt das, je nachdem wie realistisch man mit den hinterlegten Daten hantiert. Gerade beim deutschen Steuerthema sehe ich eine gewisse Komplexität.
Was soll denn irgendjemand zu so einem Sceenshot sagen?
Du kannst vielleicht sowas teilen wie:
Wenn ich mit x Jahren y Mal ein Jahresausgabevolumen auf der Seite habe, was zu z% in Aktien allokiert ist: Kann ich dann mein Privatier-Dasein beginnen.
Ich stimme der Mehrheit zu, dass es ohne konkrete Zahlen schwierig ist hier eine konkrete Einschätzung zu geben. Es kommt sehr stark auf Deine persönliche Situation, Deinen avisierten Lebensstandard und die vorhandenen Vermögenswerte an.
Prinzipiell ist es natürlich möglich und erstrebenswert in den 50ern ins Privatier-Leben zu wechseln. Mit 50 ist man zwar schon älter, aber gesundheitlich in der Regel noch ohne größere Probleme, so dass man das Leben ohne Job auch noch eine Weile genießen kann. Man darf sich den Abschied aus dem Berufsleben nur nicht übermäßig schönrechnen und muss genügend Puffer für Inflation und Unvorgesehenes einkalkulieren.
Ich bin mit 49 Jahren 'ausgestiegen' und wenn ich ehrlich bin hab ich die Ausgaben schon etwas unterschätzt. Es war für mich trotzdem gefühlt 'höchste Zeit' da Vieles in meinem Job mich brutal genervt und aufgeregt hat. Ich bin froh, dass ich da raus bin und den Absprung geschafft habe.
Was hat mir geholfen das umzusetzen?
1) Ich hab nie in die gesetzliche Rente eingezahlt. Ich konnte somit frei investieren und muss mich an keine Regularien und Gesetze halten. Irgendwelche Mindestgrenzen oder Rentenpunkte interessieren mich nicht. Ich hab nichts eingezahlt und bekomme auch nichts raus. Für mich ist das ein prima Deal.
2) Ich hab sehr früh angefangen privat vorzusorgen. Mein Depot ist für mein Alter nicht riesig. Das liegt aber daran, das ich hauptsächlich in Immobilien investiert bin. Für mich ist das mein Ding - langsame, unaufgeregte und kalkulierbare Einnahmen mit zusätzlicher Wertsteigerung und steuerlich relevanten Abschreibungen. Ich finds gut, andere mögen das anders sehen. Ich bin hier nicht missionarisch tätig.
3) Ich hab meine Kosten reduziert. Ich wohnte in einer schönen Gegend in München. Ich fand die Stadt immer toll, trotzdem bin ich vor knapp 10 Jahren in eine ostdeutsche Großstadt umgezogen. Dadurch sind meine Lebenshaltungskosten runter und ich konnte meine Wohnung in München teuer vermieten.
Ist das eine Blaupause, wie mans am Besten anpackt? Nein - natürlich ist es das nicht. Man muss sich den eigenen Ausstieg nur gut im Detail durchrechnen.
Aus meiner Sicht ist es eine Kombination aus projezierten Einnahmen und Kostenreduktion.
Um das Thema richtig durchzurechnen, denke ich mal braucht es fachlichen Rat (Berater etc.). Ganz raus aus dem Job ist schon ein harter Cut. Die Rechnung für die restlichen, bis zum regulären Rentenalter bevorstehenden Jahre rechnet man sich ganz leicht schön. Keiner will dann plötzlich nach 35-40 Jahren Vollzeit seinen gewohnten Lebensstandard einschränken. Der sinnige Weg wäre dies geplant auf Etappen anzugehen. Das aber muss dann auch aus Sicht des Arbeitgebers umsetzbar sein. Ein weiteres Thema sind mögliche Cashflow Ereignisse auf dem Weg dahin. Eine fällige, private LV/RV ändert das Bild womöglich (Auszahlung zu welchen Konditionen, Steuersituation…). Und ja, es ist ein viel zu individuelles Thema für einen pauschalen Plan.
@MozartsGeist wäre eine Möglichkeit. Aber sagt Mal arbeitet ihr alle so ungern? Mir macht mein Job Spaß-> von daher sind nur solche Rechnungen sowieso fremd
Mir macht mein Job absolut Spaß, wäre dem nicht so hätte längst eine Veränderung in Angriff genommen. Allerdings wirkt es durchaus beruhigend, wenn das Gefühl des „nicht mehr zu Müssen“ allmählich zum Tragen kommen kann. Ist komplett individuell zu bewerten, das ist mir schon klar.
@MozartsGeist ich bin froh dass ich kein Ami bin. Bis 67 um volle Bezüge zu haben und nur ca 12 Tage Urlaub. Der arbeitet ca 4 Jahre mehr wie wir um in Rente zu gehen nur durch den Unterschied der Urlaubstage.
Aber ja das nicht mehr müssen das ist das Gefühl was ich auch erreichen möchte und das kann ich gut verstehen
@GoDividend Du darfst aber nicht vergessen, dass die Amis bei den Steuern und Möglichkeiten zur Altersvorsorge deutlich mehr Flexibilität seitens Staat eingeräumt bekommen. Vorraussetzung ist ein entsprechendes Einkommen und es gibt Abstriche bei den üblichen, in Deutschland „noch“ verfügbaren Leistungen durch den Staat.
@financial_wizard_xasbb Darf ich nach deinem Alter fragen und wie lange du schon arbeitest / im derzeitigen Job arbeitest? Der Begriff „Hamsterrad“ ist in meinem Post jetzt nicht wie von dir wohl verstanden im ausschließlich negativen Kontext zu sehen. Das sollte aus dem Verlauf heraus ja hervorgehen.
@MozartsGeist Kann gut sein, dass ich es falsch interpretiert habe. Arbeite seit 35 Jahren, hatte vor langer Zeit einen Job der sich nach genau dem Hamsterrad angefühlt hat, dachte erst, egal, bei dem Gehalt bin ich mit Mitte 50 spätestens Ende 50 raus. Habe dann den Job gewechselt. Deutlich weniger Gehalt aber auch deutlich mehr Lebensfreude. Dieses Jahr ist bei mir Mitte 50 und mir ist egal, dass ich Finanziell noch nicht aussteigen kann, das liegt aber daran, dass ich genug Freizeit habe um mein Geld jetzt wo ich es kann zum größten Teil auch ausgebe. Oft wenn ich hier lese wie viele das sammeln von Geld durch Verzicht als höchstes Ziel sehen, denke ich mir nur das das auch daneben gehen kann. Habe es leider in meinem Umfeld zu oft erlebt, dass zu lange auf die Zukunft hin gespart wurde und als es endlich soweit war die Träume alle umgesetzt werden konnten. Das wäre für mich die schlimmste Vorstellung überhaupt. Ich lebe jetzt und nicht in der Zukunft. Das Geld muss reichen aber der Job muss einem so viel geben dass es sich nicht wie Hamsterrad anfühlt. Das war mein Punkt.
Mein Job macht mir durchaus noch Spaß. Verstehe aber was du meinst! Die Gewichtung von Lebenszeit und was man davon in den Beruf einbringt, bewerte ich mit Mitte 50 anders.