Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen ein klares Bild: Während der Umsatz von Hermès auf dem amerikanischen Kontinent im ersten Halbjahr um 15 Prozent gestiegen ist, legte er in Asien ohne Japan lediglich um 2 Prozent zu. Da die Nachfrage in traditionellen Hochburgen wie China spürbar nachgelassen hat und sich die USA als starker Lichtblick erweisen – auf die im Jahr 2025 fast die Hälfte aller neu entstandenen Millionäre entfiel –, treibt das Unternehmen eine stärkere geografische Diversifizierung seines US-Marktes voran.
Anstatt nur in Metropolen wie New York oder Beverly Hills zu expandieren, eröffnet Hermès zunehmend Boutiquen in gehobenen amerikanischen Vororten und kleineren Städten wie Wilmette, Short Hills, Nashville oder Austin. Das Ziel ist maximale Kundennähe. Die Stores entstehen ganz bewusst in der Nähe des Wohnorts der Klientel – etwa in Open-Air-Einkaufszentren, in ehemaligen Industriegebäuden oder direkt neben gehobenen Gastronomieangeboten –, um spontane Besuche zwischen Alltagsbesorgungen oder beim Gassigehen mit dem Hund zu ermöglichen.
Bei der Gestaltung legt die Marke großen Wert auf Individualität und ein heimisches Gefühl: Jedes Geschäft wird von ein und derselben Pariser Architekturfirma entworfen, unterscheidet sich aber vollkommen von allen bisherigen Stores und passt sich optisch der lokalen Architektur an – wie etwa mit spanischen Revival-Elementen, Libellenmotiven oder rotem Klinker. Ausgestattet mit Fotografien und Kunstwerken aus der Familiensammlung, oft mit Pferdemotiven, sollen die Boutiquen eine gemütliche Atmosphäre bieten, die Stammkunden regelmäßig auf einen Kaffee oder Champagner einlädt. Gleichzeitig bleiben alle Lederhandtaschen wie die begehrte Birkin Bag per Familienbeschluss strikt in Frankreich gefertigt, um die gewohnte Exklusivität zu bewahren.
Ich weiß noch nicht genau, was ich davon halten soll, ob das Konzept zu Hermès passt. Was meint ihr?