Während alle auf den S&P 500 schauen passiert gerade etwas Interessantes östlich der deutschen Grenze. Polen, Ungarn und Tschechien gehören zu den stärksten Börsen Europas und sind trotzdem deutlich günstiger bewertet als der Rest.
Die Zahlen:
Der MSCI EM Eastern Europe ex Russia legte 2025 auf Jahresbasis über +54% zu (EUR, Net Return), der MSCI Emerging Markets im gleichen Zeitraum nur +17,76%. Trotzdem liegt das Forward KGV der Region bei rund 13, während MSCI Europe bei 17 handelt. Günstiger bewertet, stärker gewachsen.
Was treibt das Wachstum?
Polen ist der Hauptmotor. Das Land erhält allein aus dem EU-Wiederaufbaufonds rund 60 Milliarden Euro, dazu kommen weitere 76 Milliarden aus den EU-Kohäsionsfonds bis 2029. Laut IMF wächst die polnische Wirtschaft 2025 um rund 3,1% und 2026 konsistent auf ähnlichem Niveau. Nearshoring tut sein Übriges: deutsche Unternehmen verlagern zunehmend Produktion nach Polen wegen technologischer Leistungsfähigkeit und wettbewerbsfähiger Kosten.
Ungarn könnte der nächste Katalysator sein. Peter Magyar hat die Parlamentswahl am 13. April 2026 mit Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen, Orban nach 16 Jahren abgelöst. Magyar hat angekündigt, als erstes die eingefrorenen EU-Gelder für Ungarn freizubekommen und den Kurs in Richtung EU und NATO zu korrigieren. Laut Avaron Asset Management könnte die Freigabe der EU-Mittel das BIP um 8 bis 9% treiben, wobei das eine Einzelschätzung eines Asset Managers ist, kein IWF-Konsens.
Wie kann man z.B investieren:
Der Amundi MSCI Eastern Europe Ex Russia UCITS ETF (LU1900066462) bildet den Index mit einer TER von 0,50% p.a. ab und thesauriert Dividenden automatisch. Zusammensetzung: Polen ca. 70%, Ungarn ca. 21%, Tschechien ca. 9%. Dominanter Sektor: Banken mit über 50% Gewichtung.
Wer aktiv und breiter streuen will: Der Trigon New Europe Fund (LU1687403367) investiert in Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien und das Baltikum, mit Fokus auf Value, hohe Dividendenrenditen und nachhaltigen Cashflow.
Das Klumpenrisiko ist real. Polen dominiert jeden dieser Indizes mit rund 70%, Tschechien konzentriert sich auf wenige Schwergewichte. Dazu kommt Energieabhängigkeit: alle drei Länder sind Nettoenergieimporteure und damit anfällig für geopolitische Schocks wie den Iran-Konflikt. Und Währungsrisiken durch polnische Zloty, ungarische Forint und tschechische Krone beeinflussen die Rendite direkt.
Osteuropa ist keine Core-Position. Aber als Beimischung mit Forward KGV 13 während Westeuropa bei 17 handelt, ist das zumindest eine Überlegung wert.
Quellen: MSCI Factsheet (EUR, Net Return, Stand März 2026), DAS INVESTMENT März 2026, IMF World Economic Outlook, Avaron Asset Management, justETF.
Keine Anlageberatung.
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