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Moin zusammen,

da hat der JLL-Report aber tief in die Sci-Fi-Kiste gegriffen! Rechenzentren im Orbit sind eine faszinierende Vision, aber hier muss ich direkt mal den Stecker ziehen, was diese Timeline angeht.

Hier ist der Realitäts-Check, warum wir dieses Thema ganz anders einsortieren müssen:

1. Die 2027-Illusion (Die Physik gewinnt immer)
Der Report verkauft hier eine absolute Wunschvorstellung. Ja, der Transport wird dank SpaceX billiger und Solarstrom im All ist quasi unendlich verfügbar. Aber sie verschweigen das massivste physikalische Problem: Die Kühlung. Im Weltraum ist es zwar eiskalt, aber es herrscht ein Vakuum. Auf der Erde kühlen wir Server durch Luft oder Wasser (Konvektion). Im Vakuum gibt es jedoch keine Luft, die die Hitze abtransportiert. Server-Farmen würden sich im All aktuell schlichtweg selbst grillen, weil sie die Hitze nur extrem ineffizient über riesige Radiatoren abstrahlen können. Dazu kommt die ungeschützte kosmische Strahlung, die handelsübliche Mikrochips ohne massive Abschirmung sofort zerstört (sogenannte Bit-Flips).
Mein Urteil: Das ist ein spannender R&D-Spielplatz für das nächste Jahrzehnt. Aber bis 2027 macht damit noch absolut niemand kommerziell echten Profit.

2. Der Investmentcase bei Big Tech (AMZN, MSFT, GOOGL)
Wie ordnen wir diese genannten Giganten also ein? Ganz einfach: Sie gehören als Cash-Maschinen in das unzerstörbare A-Fundament des Depots.
Wenn man Microsoft, Alphabet oder Amazon kauft, dann kauft man ihr irdisches, gigantisches Cloud- und KI-Monopol. Ob diese Konzerne in fünf Jahren ein paar Server-Prototypen als Machbarkeitsstudie ins All schießen, ist in deren tonnenschweren Bilanzen aktuell nicht mal ein Rundungsfehler. Man kauft diese Unternehmen wegen ihrer massiven operativen Cashflows im Hier und Jetzt – nicht wegen Weltraum-Fantasien, die im Moment vor allem Geld verbrennen.

Mein Fazit: Coole Story für die ferne Zukunft, aber für echte fundamentale Investment-Entscheidungen auf Sicht der nächsten Jahre ist das ein reines Luftschloss. Lasst euch von solchen Reports nicht das Portfolio diktieren!

Gruß, Raketentoni
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@Raketentoni Kühlung stelle ich mir nicht so schwierig vor. Wasserkühlung in einem geschlossenen Kreislauf mit Pumpen und der Umgebungskälte sollte doch bei quasi null Energiekosten machbar sein, oder?

Das Thema Strahlung ist ein guter Punkt. Ich nehme an die Chips wären ähnlich wie Menschen geschützt durch die Hülle des Datacenters. Bin aber kein Physiker um das einordnen zu können. Aber die Satelliten und alles andere da oben hat ja auch Chips drin, also muss das stand heute ja schon lösbar sein?

An 2027 glaube ich auch nicht, aber warum nicht weiter weg in der Zukunft?
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@Keineui
Klasse Einwände! Genau diese technischen Diskussionen machen das Forum hier so stark. Dein Gedankengang zur Kühlung und Strahlung klingt irdisch betrachtet absolut logisch, aber die Physik im Orbit legt uns da leider ein paar massive Stolpersteine in den Weg.

Lass uns das mal kurz technisch filetieren:

**1. Der Kühlungs-Irrtum (Das Thermoskannen-Prinzip)**

Der große Denkfehler ist: Das All ist nicht einfach "kalt" wie ein Kühlschrank, sondern ein Vakuum. Und ein Vakuum isoliert perfekt – genau wie die Schicht in einer Thermoskanne! Auf der Erde funktioniert eine Wasserkühlung nur deshalb, weil der Radiator die Hitze am Ende an die vorbeiströmende Umgebungsluft abgeben kann (Konvektion).
Im All gibt es keine Luft. Du kannst die Hitze dort *ausschließlich* als Infrarotstrahlung abgeben. Um die gigantische Abwärme von modernen KI-Serverfarmen ins Nichts abzustrahlen, bräuchtest du absurd riesige, tonnenschwere Kühlpaneele. Deine geschlossene Wasserkühlung transportiert die Hitze zwar vom Server weg, aber du bekommst sie danach nicht effizient aus der Raumstation raus. Die Kiste würde sich einfach selbst kochen.

**2. Das Strahlungs-Dilemma (Nvidia-Chips vs. Mars-Rover)**

Du hast völlig recht: Satelliten haben Chips an Bord. Aber das sind extrem teure, speziell gehärtete Prozessoren ("Radiation-Hardened"). Der Haken: Um diese Chips gegen die brutale kosmische Strahlung (sogenannte Single Event Upsets, die Einsen und Nullen vertauschen) resistent zu machen, hinken sie der irdischen Leistung meist Jahrzehnte hinterher. Ein moderner Mars-Rover fährt mit der Rechenleistung eines 90er-Jahre-Computers!

Wenn du da oben aber Rechenzentren für KI-Modelle betreiben willst, brauchst du hochmoderne, winzige 3nm-Chips (wie von Nvidia). Wolltest du ein ganzes Data Center so dick mit Hüllen abschirmen, dass diese irdischen Standard-Chips überleben, wird das Ding so unfassbar schwer, dass die Raketen-Transportkosten jeden Business Case sofort pulverisieren.

**3. Die ferne Zukunft**

Klar, in 20 oder 30 Jahren gibt es dafür vielleicht neue Materiallösungen. Aber wir sind hier Investoren. Wir binden unser Kapital nicht in 30-Jahres-Fantasien und R&D-Projekte, wenn wir unten auf der Erde heute schon Unternehmen kaufen können, die mit handfesten Geschäftsmodellen echtes Geld drucken.
Es bleibt ein extrem spannendes Thema, aber als Investment-Case für uns aktuell noch zu 100 % Science-Fiction!

Gruß, Raketentoni
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@Raketentoni Danke für die klare und nachvollziehbare Zusammenfassung.
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