Die Aktien des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès International
$RMS (-2,5 %) sind am Mittwoch um über 7 % gefallen. Grund dafür war ein im ersten Halbjahr veröffentlichter verwässerter Gewinn pro Aktie, der die Analystenerwartungen verfehlte und damit ein starkes operatives Ergebnis überschattete. Belastet wurden die Resultate trotz einer höheren Bruttomarge durch negative Währungseffekte.
Das operative Ergebnis des ersten Halbjahres stieg auf 3,35 Mrd. €, womit der Analystenkonsens von 3,29 Mrd. € übertroffen wurde. Der verwässerte Gewinn pro Aktie verfehlte mit 21,32 € jedoch die Prognose von 21,56 €.
Der Umsatz lag mit 8,16 Mrd. € im Rahmen der durchschnittlichen Analystenschätzung. Währungsschwankungen reduzierten den Umsatz im ersten Halbjahr um mehr als 360 Mio. €. Das währungsbereinigte Wachstum beschleunigte sich jedoch von 5,6 % im ersten auf 6,7 % im zweiten Quartal.
Die Region Asien-Pazifik ohne Japan erwies sich weiterhin als Schwachpunkt: Hier stieg der Umsatz im zweiten Quartal währungsbereinigt um 2,5 % und verfehlte damit die Konsensschätzung von 4,0 %.
Japan wuchs um 12,3 % und lag damit über der Prognose von 10,3 %, während die Region Amerika um 13,7 % zulegte (Konsens: 13,3 %). Europe einschließlich Frankreich expandierte um 7,4 % und übertraf damit die Schätzung von 6,6 %.
Aufgeschlüsselt nach Produktlinien stieg der Umsatz mit Lederwaren im zweiten Quartal währungsbereinigt um 10,2 % und blieb damit leicht unter der Schätzung von 11 %. Der Bereich Seide und Textilien verzeichnete ein Plus von 12,2 %, während der Umsatz mit Parfüm und Kosmetik um 9,5 % sank.
Die operative Marge erreichte 41,0 % des Umsatzes. Sie übertraf damit den Analystenkonsens von 40,6 %, lag aber unter dem Vorjahreswert von 41,4 %. Das Unternehmen meldete keine Auswirkungen durch Zölle. Der bereinigte freie Cashflow stieg um 18 % auf 2,2 Mrd. €, und die Netto-Cash-Position erhöhte sich im Jahresvergleich um 2,2 Mrd. € auf 12,9 Mrd. €.
Hermès erklärte, man bestätige "ein ambitioniertes Ziel für das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen", nannte aber trotz geopolitischer und monetärer Unsicherheiten keine konkrete Zahl.
Jefferies, das die Aktie mit "Buy" und einem Kursziel von 2.000 € einstuft, erklärte, die Investmentdebatte werde sich "wahrscheinlich weiterhin auf das – gemessen an den hohen historischen Maßstäben des Konzerns – wenig beeindruckende relative Wachstum konzentrieren".
Das Analysehaus stellte zudem die Frage, ob "das anhaltend schwache Wachstum in China" teilweise darauf zurückzuführen sei, dass der Konzern das Angebot bestimmter Produkte in diesem Markt einschränke.
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