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Ungarische Aktien nächste Woche ...

Meine Einschätzung als Laie, der privat einen engen Bezug zu Ungarn hat:

Der aktuelle Aktienkurs von Gedeon Richter reflektiert den Optimismus, dass Orbán am Sonntag abgewählt wird.

Sinken werden die Aktien am Montag vermutlich in beiden Fällen:

Gewinnt Péter Magyar, wird Orbán sich an seiner Macht festklammern. Entweder wird er sich noch vor Konstitution des neuen Parlaments zum Präsidenten wählen lassen oder es wird gewaltsame Aufstände à la Bolsonaro und Sturm aufs Kapitol geben.

Gewinnt Orbán, wird der Optimismus der letzten Wochen in den Aktienkursen korrigiert.


Man darf nicht unterschätzen, wie stark Orbáns Rückhalt in der ungebildeten Bevölkerung auf dem Land ist, wie stark der russische Einfluss auf den Wahlkampf ist und wie unfair das Wahlsystem und die Wahlkreise unter Orbán wurden (bei der letzten Wahl bekam Fidesz mit der Hälfte der Stimme eine Zweidrittelmehrheit im Parlament).


In Ungarn gibt es alle paar Jahre mal großen Optimismus, dass man Orbán doch noch überwinden werde, und daraus wird dann oftmals doch nix.


Ich steige gerne wieder bei Richter ein, sobald die Lage klarer wird und man auf Gewissheiten bauen kann.


[PS: mein Verkauf war leider mit einem großen Spread; der Briefkurs stand da schon bei 34,40€]

10.04
RIC
Verkauf x5 zu 33,78 €
168,90 €
20,38 %
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4 Kommentare

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Da auch ich Monatlich in Ungarn bin, kann ich aus Erfahrung von den Landsleuten folgendes dazu sagen:
Die Politik von Viktor Orbán und seiner Partei Fidesz wird oft kontrovers diskutiert. Befürworter und Unterstützer sehen in seinem Regierungsstil jedoch spezifische Vorteile für das Land.
Seit 2010 regiert Orbán mit einer Zweidrittelmehrheit.
Orbáns „Vorteil“ liegt nach wie vor in seiner Fähigkeit, das konservative Lager zu einen und eine klare ideologische Richtung vorzugeben, während Kritiker in diesen Strukturen eher eine Aushöhlung der Demokratie sehen.
Kritiker und Ökonomen strukturelle Belastungen, die Ungarn langfristig schwächen könnten.
Abhängigkeit von Billiglohn-Industrie: Das Modell, Ungarn als verlängerte Werkbank für deutsche Autokonzerne und asiatische Batteriefabriken zu etablieren, stößt an Grenzen. Es fehlt an Investitionen in Bildung und Forschung, was die Innovationskraft des Landes langfristig hemmt.
Braindrain: Junge, gut ausgebildete Ungarn verlassen das Land aufgrund der politischen Stimmung und der schlechten Zustände im Bildungs- und Gesundheitssystem.
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Ungebildete Landbevölkerung hier:
Man sollte bitte bedenken, dass viele seiner Wähler sich einer Korruption wohl bewusst sind, und sie ihn daher für das geringere Übel halten. Viele sind sich damit sehr fein.
Im Gegensatz zu anderen großen HU Firmen wie OTP und MOL, hat orbán weniger Einfluss auf Richter, beziehungsweise hat er seine Leute nicht in die Oberen Etagen reingesetzt. Was dann bedeutet, dass Richter nicht ein Diener seienr Politik ist. Bewegungen im Preis sind dann wegen allgemeinen Stimmung, aber Inhlatlich ist Richter unabhängiger von politischen Geschehen.
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Delusion 11/10

Sieht so aus als wärst du komplett daneben gelegen. Das passiert halt wenn man nur ÖRR anschaut
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