$SAP (+0,26 %) wäre jetzt ein guter Einstieg Punkt ? Nachdem das schon so gut gefallen ist
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221Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit - Februar-Update 📊
Die letzten Wochen waren gemessen an meiner Portfolio-Performance / Volatilität wohl die verrücktesten Wochen seit dem ich mit dem Investieren angefangen habe. Innerhalb einer Woche hat mein Portfolio während des Edelmetal-Crashs über 100.000 Euro an Wert verloren nur um in der darauffolgenden Erholung bis Ende Februar wieder über 200.000 Euro an Wert zu gewinnen.
In der Folge habe ich Stand Ende Februar einen neuen Meilenstein erreicht. Zum ersten Mal hat der Portfoliowert die Grenze von 1,5 Mio. Euro überschritten. 😊
👉🏻 Februar:
Beginn: 1.368.240 Euro + 100 Cash
Ende: 1.559.4604 Euro + 300 Cash
Einzahlung: 5.400 Euro
Profit: +186.020 Euro (+13,59%)
Der Wertzuwachs geht vor allem auf die gute Entwicklung meiner Gold-Portfoliowerte zurück (K92 Mining $KNT (-6,14 %) und Equinox Gold $EQX (-6,58 %) ). Mittlerweile hat sich der Goldpreis langsam wieder nach oben gemausert und das schlägt sich natürlich auch in den Aktienkursen nieder. Mittlerweile machen beide Unternehmen zusammen über 50% meines Portfolios aus... eigentlich ein unvernünftiges Verhältnis, aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass hier noch einiges geht. Beide Unternehmen sind operativ super aufgestellt, schuldenfrei und haben als Belohnung sogar kleine Dividendenzahlungen angekündigt. 👍🏼
Ansonsten habe ich auch im Februar wieder hier und da ver- und gekauft. Gewinnmitnahmen habe ich bei Puma $PUM (-1,06 %) , Vonovia $VNA (-0,17 %) , Henkel $HEN3 (-2,04 %) , K+S $KSC , Target $TGT (+1,99 %) und Western Union $WU (-1,41 %) getätigt, während ich meine Position bei SAP $SAP (+0,26 %) , PayPal $PYPL (+1,82 %) und Novo-Nordisk $NOVO B (+0,66 %) weiter ausgebaut habe.
Der Iran-Krieg wird die kommenden Tage sicherlich noch für die ein oder andere Turbulenz am Aktienmarkt sorgen. Edelmetalle werden in Zeiten von Unsicherheit erfahrungsgemäß profitieren, aber auch der Ölpreis dürfte ordentlich Rückenwind erhalten. Mit meinem hohen Goldexposure und meiner Position in Occidental Petroleum $OXY (-0,69 %) sehe ich mich zumindest kurzfristig gut aufgestellt. 👍🏼
➡️🆓: Auf meinem Weg in Richtung 4 Mio. Gesamtvermögen liegt der Zielerreichungsgrad nun bei 49,8%.
Auf gute Börsengeschäfte und bis die Tage! 😊
Markt macht keinen Sinn?
$NVDA (-0,69 %) und andere reine KI-Firmen werden derzeit abgestraft, weil viele Marktteilnehmer befürchten, dass KI eine Blase sein könnte. Gleichzeitig geraten aber auch klassische Software-Vendoren wie $SAP (+0,26 %) oder $IBM (+0,27 %) unter Druck – ironischerweise mit der Begründung, dass KI mittlerweile bessere Software entwickeln könne. Und Energieunternehmen werden ebenfalls argwöhnisch beäugt.
Das alles kann eigentlich nicht gleichzeitig stimmen und passt logisch nicht zusammen.
Meiner Meinung nach herrscht im Markt momentan eine weitgehend unbegründete Angst vor jeder Art von Veränderung. Diese Furcht führt zu einer merkwürdigen Zurückhaltung und füttert gleichzeitig die Doomsday-Apologeten.
Nüchtern betrachtet ist die These „KI ersetzt klassische Software“ bei genauerem Hinsehen sehr fragwürdig – vor allem bei geschäftskritischen Anwendungen:
Stellt euch vor, jeder Anwender baut sich mit KI einfach seine eigene Buchhaltungssoftware. Klingt erstmal verlockend. Aber in der Praxis muss ein Buchhaltungssystem zuverlässig und deterministisch funktionieren. Genau das leisten moderne Large Language Models und neuronale Netze aber nicht.
Neuronale Netze sind in der Regel nicht deterministisch (oder nur unter sehr engen Bedingungen). Noch wichtiger: Eine mathematische Korrektheit lässt sich bei ihnen nicht beweisen – und das Problem der formalen Verifikation großer neuronaler Netze ist NP-hart (bzw. in vielen Fällen sogar NP-vollständig).
Das bedeutet ganz konkret: Wenn ein KI-basiertes SAP-System dreimal hintereinander exakt dieselbe Rechnung verarbeiten soll, kann man sich nicht darauf verlassen, dass wirklich immer exakt dasselbe Ergebnis herauskommt. Bei einer anderen, aber eigentlich äquivalenten Rechnung erst recht nicht.
Noch kritischer wird es in sicherheitsrelevanten Bereichen (Cybersecurity, Medizin, Luftfahrt, autonome Systeme usw.). Hier ist es essenziell, dass Bedrohungen zuverlässig und reproduzierbar erkannt werden.
Kurz gesagt: Determinismus, formale Nachweisbarkeit, Governance und verlässliche Reproduzierbarkeit sind nach wie vor extrem wichtige Werte bei Unternehmenssoftware. Deshalb sollte man den Hype „KI ersetzt bald alle klassische Software“ deutlich gelassener und kritischer betrachten.
Teil 9 – Fiskalpolitik, Schulden und Märkte
Der Staat als Marktakteur
Wann Schulden problematisch sind – und wann sie Wachstum ermöglichen. Einordnung jenseits einfacher Schuldenquoten
Lesedauer: ca. 5-6 Minuten
Fiskalpolitik ist 2026 kein Nebenthema für die Märkte. Sie ist Bewertungsfaktor. Haushaltsdefizite, Sondervermögen, Verteidigungsbudgets, Industriepolitik – all das wirkt direkt auf Renditen, Bewertungsmultiplikatoren und Sektorrotationen. Wer nur auf Schuldenquoten schaut, verpasst den Kern. Entscheidend ist das Verhältnis von Wachstum zu Zins – kurz: g zu r.
g steht für das nominale Wachstum einer Volkswirtschaft, also reales Wachstum plus Inflation. r steht für den durchschnittlichen effektiven Zins, zu dem sich ein Staat refinanziert. Die Tragfähigkeit von Schulden hängt maßgeblich davon ab, wie sich diese beiden Größen zueinander verhalten.
Der zentrale Zusammenhang lautet: Solange das nominale Wachstum einer Volkswirtschaft höher ist als der durchschnittliche Finanzierungssatz ihrer Schulden, stabilisiert oder reduziert sich die Schuldenquote relativ zum BIP – selbst bei moderaten Primärdefiziten. Formal: Wenn g > r, wirkt Zeit für den Schuldner. Wenn r > g, wirkt Zeit gegen ihn.
Warum ist das so? Staatsschulden werden in Relation zur Wirtschaftsleistung gemessen. Wächst das BIP schneller als die Zinskosten, „wächst“ die Wirtschaft relativ in die Verschuldung hinein. Die Quote sinkt oder bleibt tragfähig. Dreht sich das Verhältnis, steigen Zinsausgaben relativ stärker als das Einkommen der Volkswirtschaft. Dann entsteht fiskalischer Druck.
Diese Logik ist nicht neu. Sie findet sich bereits in der klassischen Schuldenarithmetik und wurde in der neueren Diskussion häufig mit der Ungleichungsformel r > g aus dem Werk von Thomas Piketty verknüpft. Wichtig ist die saubere Einordnung: Dort beschreibt r > g die Relation von Kapitalrendite zu Wachstum im Kontext von Vermögenskonzentration. Für Staatsfinanzen ist die Mechanik ähnlich, aber der Fokus ein anderer – es geht um Schuldentragfähigkeit. Der mathematische Kern ist verwandt, die ökonomische Anwendung unterscheidet sich.
Übertragen auf 2026 heißt das: In einer Welt strukturell höherer Zinsen wird die Differenz zwischen g und r zum entscheidenden Makrohebel.
Die deutsche Staatsschuldenquote liegt aktuell bei rund 63–65 % des BIP. International ist das moderat. Entscheidend ist jedoch die Dynamik. Das nominale Wachstum lag zuletzt – je nach Quartal – grob im Bereich von etwa 2–4 %. Gleichzeitig bewegen sich Neuemissionsrenditen für zehnjährige Bundesanleihen im Bereich von rund 2,5–3 %. Deutschland befindet sich damit in einer Grenzzone. g und r liegen nahe beieinander. Ein klarer Wachstumsvorsprung existiert nicht mehr automatisch wie im Nullzinsregime.
Das macht die Qualität fiskalischer Ausgaben entscheidend. Wenn zusätzliche Schulden primär konsumtiv wirken, steigt die Quote schneller als die Wirtschaftsleistung. Fließen sie hingegen in Infrastruktur, Digitalisierung oder Verteidigungskapazitäten, erhöhen sie potenziell das Trendwachstum – also g – und verschieben die Gleichung zugunsten der Tragfähigkeit.
Steigende Verteidigungsbudgets wirken unmittelbar auf $RHM (+2,33 %) (Rheinmetall AG). Infrastruktur- und Industrieprojekte erhöhen die Auftragsbasis bei $SIE (-1,95 %) (Siemens AG). Netzinvestitionen stabilisieren regulierte Cashflows bei $EOAN (+2,89 %) (E.ON SE) und $RWE (+3 %) (RWE AG). Digitale Modernisierung stärkt Anbieter wie $SAP (+0,26 %) (SAP SE) oder Sicherheitsanbieter wie $YSN (+0,21 %) (secunet Security Networks AG). Das sind konkrete fiskalische Übertragungskanäle in Umsatz, Cashflow und Margen.
Doch jede zusätzliche Emission wirkt auch auf den Anleihemarkt. Höheres Angebot kann Renditen steigen lassen. Höhere Renditen erhöhen Diskontierungssätze – besonders relevant für langlaufende Wachstums-Cashflows. Fiskalpolitik erzeugt also zwei Kräfte: Gewinnimpuls durch Nachfrage und Bewertungsdruck durch höhere Kapitalkosten. Welche überwiegt, hängt vom Marktrahmen ab.
In den USA liegt die Staatsschuldenquote deutlich höher – grob im Bereich von 115–125 % des BIP. Gleichzeitig ist das nominale Wachstum robuster als in Europa. Solange das nominale Wachstum im Bereich von etwa 4–6 % liegt und langfristige Treasury-Renditen darunter oder nur leicht darüber notieren, bleibt die Schuldendynamik kontrollierbar. Kritisch wird es, wenn Zinsausgaben schneller steigen als das nominale Einkommen der Volkswirtschaft.
Industriepolitische Programme wirken direkt auf einzelne Sektoren. Halbleiterinvestitionen stabilisieren Investitionszyklen bei $INTC (+1,68 %) (Intel Corporation) und $NVDA (-0,69 %) (NVIDIA Corporation). Verteidigungsausgaben stützen $LMT (-0,18 %) (Lockheed Martin) und $NOC (+0,52 %) (Northrop Grumman). Infrastrukturprogramme wirken auf $CAT (-0,33 %) (Caterpillar Inc.). Steueranreize im Energiebereich stabilisieren Cashflows bei $NEE (+1,97 %) (NextEra Energy). Fiskalpolitik wird hier zur sektorspezifischen Ertragsquelle.
Das historische US-Nachkriegsbeispiel verdeutlicht die Dynamik. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Schuldenquote über 100 %. In den folgenden Jahrzehnten sank sie deutlich. Starkes nominales Wachstum spielte eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wirkten Finanzrepression, regulierte Kapitalmärkte und Phasen unerwarteter Inflation schuldenmindernd, weil sie reale Zinslasten reduzierten. g war über längere Zeit größer als r – teilweise auch politisch beeinflusst.
Umgekehrt zeigte die europäische Staatsschuldenkrise, was passiert, wenn r > g und Vertrauen schwindet. Steigende Risikoaufschläge erhöhten die Zinskosten, Wachstum stagnierte – die Schuldenquote geriet in eine negative Dynamik.
Für Anleger bedeutet das: Schulden sind kein moralisches Urteil, sondern eine mathematische und institutionelle Frage. Entscheidend sind Wachstum, Zinsniveau und Vertrauen. Wer nur auf die Schuldenquote blickt, ignoriert die Dynamik dahinter.
2026 ist genau diese Dynamik entscheidend. In einem Umfeld ohne Nullzins-Puffer ist Fiskalpolitik kein automatischer Wachstumshebel mehr. Sie kann Wachstum ermöglichen – wenn sie produktiv eingesetzt wird und g stabil über r liegt. Sie kann aber auch Bewertungsdruck erzeugen, wenn r strukturell über g steigt.
Der Staat ist damit einer der größten Kapitalallokatoren der Welt. Seine Budgetentscheidungen wirken wie ein zusätzlicher Investmentfonds in Billionenhöhe. Wer Märkte verstehen will, muss diese Dynamik im Bewertungsrahmen lesen – nicht isoliert in Prozentzahlen.
Im nächsten Teil folgt der Abschluss der Serie: Teil 10 – Warum Kennzahlen ohne Bewertungsrahmen scheitern. Dort führe ich die gesamte Reihe mit der Kennzahlen-Serie zusammen – und zeige, warum Einordnung wichtiger ist als mathematische Präzision.
KI braucht nicht weniger Software, sondern mehr! Aber ...
Ich habe die letzten 2-3 Tage ein paar echt spannende Gedanken aufgeschnappt, die ich teilen wollte. Der aktuelle Software-Abverkauf ist Teil einer Rotation, die ja schon etwas länger läuft
Die These: HALO statt Asset Light 😇 Josh Brown (The Compound) hat es treffend gesagt: Jahrelang war "Asset Light" (Software, Daten, Consulting) das Nonplusultra. Hohe Margen, kein physischer Ballast. Heute ist genau das ein Risiko. Wenn dein Produkt nur aus Information besteht, kann ein LLM es replizieren. Die Flucht geht jetzt in HALO (Heavy Assets, Low Obsolescence) – Firmen, die "echte" Dinge besitzen, die man nicht einfach weg-prompten kann.
SAAS - Ist das "Per Seat" Modell tot?
Nate (super spannender Typ) stellt die These auf: KI braucht Software. KI ersetzt auch nicht mal eben $CRM (-1,56 %) , oder $SAP (+0,26 %) & CO. Das ist Quatsch. Aber das, was gerade SaaS zu schaffen macht. KI ersetzt Menschen >>> Das "Per Seat" Geschäftsmodell, das non-plus-ultra der SaaS Welt, kommt ins Wanken.
Interessante Sektoren laut Dan Ives (Sell Side - hat selber Fonds, Bias!!!)
Enterprise AI: Palantir ($PLTR (-0,22 %))
"Die erste Adresse" für KI-Anwendungen in Regierung und Firmen. Er sieht hier den Weg zur Billionen-Bewertung.
Cybersecurity: CrowdStrike $CRWD (+0,76 %) & Palo Alto $PANW (+0,68 %)
KI macht Angriffe gefährlicher, also braucht jedes Unternehmen zwingend bessere Abwehr.
Daten-Layer: Snowflake $SNOW (+1,66 %) & MongoDB $MDB (+0,41 %)
Bevor eine KI arbeiten kann, müssen die Daten sauber strukturiert sein. Diese Firmen sind die "Müllabfuhr und Sortieranlage" für KI-Daten.
Platform-Giganten: Microsoft $MSFT (-1,06 %) & Salesforce $CRM (-1,56 %) oder $SAP (+0,26 %)
Er sieht Salesforce als massiv unterbewertet an (KGV von ca. 15), da der Markt das Potenzial von "Agentforce" (KI-Agenten) ignoriert.
KI-Modelle sind ohne Kontext wertlos. Die großen SaaS-Player sitzen auf den historischen Daten der Firmen. Wer die Daten hat, kontrolliert die KI-Agenten, die darauf zugreifen. Das ist der Grund, warum sie laut Ives nicht einfach „weg-gepromptet“ werden.
Quellen:
Okay Computer Podcast (Dan Ives / Dan Nathan)
The 200-line prompt that killed $285B (NoteGPT/Anthropic Analysis)
What Are Your Thoughts / Animal Spirits (Josh Brown & Michael Batnick)
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl Software-Entwickler auf der einen Seite schrumpft, aber die Zahl der klassischenAm Anwender eben auch. Hier müssen neue Abrechnungsmodelle entwickelt werden.
SAP: Enttäuschend oder nicht? Das ist die eigentliche Frage.
Der Kurssturz von SAP kam überraschend, aber nicht grundlos. Die Kernfrage ist jedoch, ob der Abverkauf gerechtfertigt ist.
Wenn Erwartungen enttäuscht werden
Der Kurssturz der SAP-Aktie kam für viele Anleger überraschend, hatte aber mehrere klar benennbare Ursachen. Als Hauptgrund für den Abverkauf wurde die enttäuschende Entwicklung im Cloud-Geschäft angeführt.
SAP gilt hier als einer der wichtigsten europäischen Hoffnungsträger, doch das Wachstum des Cloud-Backlogs fiel schwächer aus als prognostiziert. Das ist brisant, denn dieses Auftragsvolumen steht für künftige Umsätze. Als SAP zudem signalisierte, dass sich das Cloud-Wachstum 2026 verlangsamen könnte, kippte die Stimmung abrupt. Aus Zuversicht wurde Skepsis, was unmittelbar zu Verkaufsdruck geführt hat.
Hinzu kam, dass einzelne Kennzahlen die Erwartungen nicht erfüllt haben. Das reichte aus, um die Analysten nervös zu machen. Mehrere Banken und Researchhäuser senkten ihre Kursziele oder stuften die Aktie herab. In einem angespannten Marktumfeld wirken solche Signale wie Brandbeschleuniger.
Hinzu kommt das allgemein negative Sentiment für Softwareunternehmen. Steigende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, gepaart mit Zweifeln an klassischen Geschäftsmodellen im Zeitalter künstlicher Intelligenz, belasten den gesamten Sektor.
SAP als KI-Verlierer?
Und KI wird derzeit ja ohnehin als Argument für alles genutzt, so auch im Fall von SAP. Im Zuge des Kurssturzes wurde SAP an einigen Stellen auch als KI-Verlierer bezeichnet. Greifbare Argumente für diese These habe ich jedoch nicht gefunden. Mir erschließt sich die Logik hinter diesem Gedanken auch nicht.
Die Produkte von SAP sind tief in die operativen Kernprozesse von Unternehmen eingebettet.
Einkauf, Finanzbuchhaltung, Logistik, Personalwesen und Produktionsplanung sind hochkomplex, datenintensiv und geschäftskritisch.
KI dient hier als Tool, um die Effizienz zu steigern, aber nicht als Ersatzprodukt für SAP. KI-Anbieter haben auf diese Prozesse in der Regel überhaupt keinen direkten Zugriff, ganz im Gegensatz zu SAP.
Ferner verfügt SAP über einen strukturellen Vorteil, den reine KI-Firmen nicht haben: qualitativ hochwertige, unternehmensspezifische Daten. KI ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Die wertvollsten Daten liegen nicht in offenen Modellen, sondern in ERP-Systemen. SAP kontrolliert diese Datenebene seit Jahrzehnten. Wer Geschäftsprozesse optimieren will, kommt an dieser Datenbasis kaum vorbei.
Wohl eher Psychologie
Darüber hinaus werden ERP-Systeme nicht leichtfertig ersetzt. Die Wechselkosten sind hoch, die Integrationen tief, die Risiken enorm. KI kann diese Systeme verbessern, beschleunigen und vereinfachen – sie ersetzt sie nicht.
SAP bietet genau das, was Unternehmenskunden benötigen: Kontrolle, Sicherheit, Compliance und Nachvollziehbarkeit. Viele generative KI-Lösungen sind für Unternehmen regulatorisch heikel oder operativ schwer beherrschbar und vor allem für größere Unternehmen als Alternative undenkbar.
Am Ende basiert das Narrativ vom „KI-Verlierer SAP“ aus meiner Sicht weniger auf Fakten als auf Börsenpsychologie.
Wirklich enttäuschend?
Doch all das ist nur meine Einschätzung. Man kann das vermutlich auch anders sehen. Am Ende steckt die Wahrheit in den Zahlen. Schauen wir sie uns also an.
Im Kern möchte ich in dieser Analyse vor allem auf die Frage eingehen, was „enttäuschend“ ist und was nicht.
Die Quartalszahlen und der Ausblick von SAP wurden allgemein als enttäuschend bezeichnet, doch das liegt im Auge des Betrachters.
In diesem Fall dürfte die Trennlinie eindeutig sein. An der Börse wurde dem Umstand, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden, mehr Gewicht beigemessen – so ist das meistens.
Für Investoren ist jedoch entscheidend, ob sich das Unternehmen in die richtige Richtung entwickelt, der Ausblick positiv ist und ob die Bewertung stimmt.
Im vierten Quartal konnte der Umsatz um 3 % auf 9,68 Mrd. Euro gesteigert werden, währungsbereinigt lag das Plus jedoch bei 9 % und somit nur knapp unter dem Wert für das gesamte Geschäftsjahr in Höhe von 11 %.
Die Umsatzzahlen sind aber nach wie vor durch die Transformation in Richtung Cloud verzerrt.
Gewinn und Cashflow ziehen massiv an
Das Betriebsergebnis konnte im vierten Quartal um 27 % auf 1,90 Mrd. Euro gesteigert werden. Der Gewinn verbesserte sich um 16 % auf 1,62 Euro je Aktie. Davon kann man enttäuscht sein – oder auch nicht.
Das Betriebsergebnis konnte im Geschäftsjahr 2025 von 8,15 auf 10,42 Mrd. Euro verbessert werden, ein Plus von 31 %.
Das Ergebnis je Aktie kletterte um 36 % von 4,53 auf 6,15 Euro je Aktie (beides Non-IFRS).
Der freie Cashflow hat sich auf Jahressicht von 4,22 auf 8,24 Mrd. Euro nahezu verdoppelt.
Auch davon kann man enttäuscht sein – oder eben nicht. Es liegt im Auge des Betrachters. Rational betrachtet ist es aber vollkommen klar, wie man derartige Geschäftszahlen einordnen sollte – das muss nicht weiter kommentiert werden.
Ausblick und Bewertung
Der Auftragseingang spricht dafür, dass sich die gute Entwicklung vorerst fortsetzen dürfte. Der Current Cloud Backlog konnte um 16 % auf 21,05 Mrd. Euro gesteigert werden. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 25 %.
Für 2026 stellt SAP einen Anstieg der Clouderlöse von 21,0 auf 25,8 – 26,2 Mrd. Euro in Aussicht, was einem Plus von 23 – 25 % entspricht.
Die Cloud- und Softwareerlöse sollen von 32,54 auf 36,3 – 36,8 Mrd. Euro steigen und das Betriebsergebnis von 10,42 auf 11,9 – 12,3 Mrd. Euro.
Beim freien Cashflow erwartet man einen Anstieg von 8,24 auf 10 Mrd. Euro. SAP erwartet demnach einen Gewinnsprung um etwa 16 % und einen Anstieg des freien Cashflows um 22 %.
Auch davon kann man enttäuscht sein – oder aber nicht.
SAP kommt demnach auf ein KGVe von 23,8 und einen forward P/FCF von 20,8. In Anbetracht von zweistelligen Wachstumsraten ist das vertretbar.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 26,3 und der P/FCF bei 27,5.
Im Zuge der Quartalszahlen wurde ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Mrd. Euro beschlossen, was in etwa 5 % des Börsenwerts entspricht
SAP Aktie: Chart vom 09.02.2026, Kurs: 173,42 EUR – Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Gelingt jetzt eine Rückkehr über 175 Euro, würde sich die Lage aus technischer Sicht entspannen. Über 183 Euro würde es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 und 214 Euro kommen.
Fällt die Aktie hingegen unter 165 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 148 – 150 Euro gerechnet werden.
Quelle
SAP −14%! | Droht Siemens nach den Zahlen der nächste Absturz?
In diesem Video analysiere ich zwei der wichtigsten Schwergewichte im DAX, die jeweils rund 9,5 % Indexgewicht besitzen:
- SAP
- Siemens
Beide Aktien haben einen enormen Einfluss auf den Gesamtmarkt – und stehen aktuell vor entscheidenden Weichenstellungen.
SAP Analyse: Nach der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen ist die $SAP (+0,26 %) um rund −14 % eingebrochen.
Ich analysiere detailliert:
- die Ursachen des Kursrückgangs
- die Entwicklung der Gewinnzahlen
- die Bewertung nach dem Rücksetzer
- die wichtigsten charttechnischen Unterstützungen und Widerstände
Dabei kläre ich, ob der Abverkauf übertrieben war oder strukturelle Risiken dahinterstehen. Siemens Analyse (vor den Quartalszahlen am 12.02.):
$SIE (-1,95 %) wird in Kürze seine Quartalszahlen vorlegen. Ich gehe der Frage nach:
- welche Gewinnzahlen realistisch zu erwarten sind
- wie die aktuelle Bewertung einzuordnen ist
- welche charttechnischen Zonen jetzt entscheidend sind
- ob Siemens ein ähnliches Risiko wie SAP nach den Zahlen droht
Vergleich SAP vs. Siemens: Ein zentraler Fokus des Videos ist der direkte Vergleich beider Konzerne. Ich analysiere, ob sich bei Siemens ein ähnliches Szenario wie bei SAP entwickeln könnte – oder ob die Aktie fundamental und technisch stabiler aufgestellt ist.
In diesem Video erfährst du:
- wie ich Earnings-Risiken bewerte
- wie ich Kauf-, Verkaufs- und Zielzonen definiere
- wie sich Großkonzerne auf den DAX auswirken
- wann Rücksetzer Chancen sind – und wann nicht
Dieses Video richtet sich an aktive Trader, Swingtrader und Investoren, die fundierte Entscheidungen bei DAX-Schwergewichten treffen wollen.
Deutschlands wertvollster Konzern ist auch für Aktionäre spitze
In der vergangenen Woche war Siemens $SIE (-1,95 %) an SAP $SAP (+0,26 %) vorbeigezogen, dann lag am Donnerstag wieder SAP vorn. Derzeit befinden sich beide Konzerne mit einer Marktkapitalisierung von jeweils rund 200 Milliarden Euro auf Augenhöhe.
Kein anderer Konzern stand in der 38-jährigen Geschichte des am 1. Juli 1988 gestarteten Dax nach Handelsblatt-Berechnungen so oft an der Spitze wie Siemens. Ein Erfolgsrezept der Münchener ist die Verlässlichkeit in Form stetig steigender Erträge und Dividenden. Hinzu kommt die Fähigkeit, sich immer wieder der industriellen Entwicklung anzupassen.
Zehn der aktuell 40 Dax-Konzerne sind von Anfang an im ursprünglich nur 30 Titel zählenden Auswahlindex vertreten: Allianz, BASF, Bayer, BMW, Deutsche Bank, Henkel, Mercedes-Benz (damals noch unter dem Namen Daimler-Benz), RWE, Volkswagen und Siemens.
Am besten entwickelt hat sich unter diesen Dax-Veteranen nach Berechnungen des Handelsblatt Research Institute die Siemens-Aktie mit einem Kurszuwachs von knapp 2300 Prozent. Wer die Aktie seit der Dax-Gründung gehalten hat, erzielte mit ihr im Durchschnitt einen Kursgewinn von 8,7 Prozent pro Jahr.
Nicht berücksichtigt sind dabei die vielen Ausschüttungen an die Aktionäre. Um rund 5850 Prozent ist die Siemens-Aktie gestiegen, wenn Kurszuwächse und Dividenden zusammengerechnet werden. Pro Jahr ergibt das eine durchschnittliche Rendite von 11,3 Prozent.
Keine Aktie, die von Anfang an im Dax notiert, hat sich besser entwickelt. Zum Vergleich: Der Dax insgesamt schaffte, einschließlich aller Dividenden, seit Auflegung eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,8 Prozent.
In dieser Siemens-Rendite ist ein ganz besonders lohnendes Geschäft für die Anleger noch gar nicht berücksichtigt. Wer Ende September 2020 Siemens-Aktien gehalten hat, bekam für jeweils zwei Anteilsscheine gratis und automatisch eine Siemens-Energy-Aktie $ENR (-5,52 %) ins Depot eingebucht.
Mit diesem Schritt spaltete Siemens seine Kraftwerkssparte ab. Die neuen Aktien beendeten den ersten Börsentag am 28. September 2020 mit 21,21 Euro je Stück. Aktuell kostet eine Aktie 153 Euro. Das entspricht in nur fünfeinhalb Jahren einem Zuwachs von 621 Prozent.
Schon bald gibt es für Siemens-Aktionäre erneut einen kräftigen Nachschlag. Nach seinem Kraftwerksgeschäft spaltet Siemens den Medizinbereich ab. Dieser notiert mit dem Namen Siemens Healthineers $SHL (-0,66 %) zwar schon heute an der Börse und ist ebenfalls im Dax. Doch bislang hält Siemens rund 67 Prozent der Aktien.
Damit ist Healthineers in der Bilanz von Siemens immer noch voll konsolidiert, das heißt, Siemens verbucht die Gewinne in seiner Bilanz. Das wird sich demnächst ändern, denn 30 Prozent der Healthineers-Aktien sollen per Direktabspaltung an die Siemens-Aktionäre gehen. Sie sollen die neuen Aktien in ihr Depot eingebucht bekommen, ähnlich wie einst bei Siemens Energy. Wie das Aufteilungsverhältnis aussehen wird, ist noch offen.
Mit dieser Entkonsolidierung der seit 2018 an der Börse notierenden Medizintechnikeinheit verliert der Siemens-Konzern knapp ein Drittel seines Umsatzes, und auch im Gewinn zeigen sich die Spuren der Abspaltung. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren Analysten für Siemens im Schnitt einen Nettogewinn von 8,1 Milliarden Euro, nach 9,6 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr. Grund dafür ist der Wegfall von Healthineers.
Sinn macht diese Strategie aus Anlegersicht trotzdem, denn Priorität hat für Siemens das Ziel, schneller zu wachsen und profitabler zu werden. Dieser aktionärsfreundliche Anspruch der Fokussierung ist der Grund, warum es immer mehr verschiedene Aktien aus der Siemens-Familie gibt.
Auch Infineon $IFX (-0,89 %) gehört dazu, denn Siemens hat seine Halbleitersparte bereits im Jahr 2000 an die Börse gebracht. Es gibt also inzwischen vier Siemens-Aktien im Dax.
Ein Grund für die vielen Kaufempfehlungen der Analysten (aktuell: 21 Kaufen | 4 Halten | 4 Verkaufen) für Siemens ist neben der zwar ambitionierten, aber im Vergleich zu den Wettbewerbern günstigeren Bewertung die Gewinnbeteiligung für Aktionäre. Für das abgelaufene Geschäftsjahr, das bei Siemens bereits am 30. September 2025 endete, will der Vorstand die Dividende von 5,20 auf 5,35 Euro erhöhen. Es ist die fünfte Erhöhung in Folge. Seit 2010 hat sich die Dividende mehr als verdreifacht.
Dabei ist die Dividendenrendite mit 2,1 Prozent im historischen Vergleich zwar eher niedrig. Hier gab es in den letzten 20 Jahren fast immer mindestens drei Prozent zu holen. Doch die gesunkene Rendite resultiert keineswegs aus langsamer steigenden, geschweige denn sinkenden Ausschüttungen, sondern allein aus dem enorm gestiegenen Aktienkurs. Der verzeichnete in den vergangenen drei Jahren ein Plus von 80 Prozent.
Mit dieser rasanten Entwicklung konnten die Ausschüttungen nicht mithalten. Die Folge ist, dass die Dividendenrendite für Neueinsteiger gesunken ist. Ein wirkliches Problem ist das angesichts des starken Kursanstiegs aber nicht.
Quelle Text (Auszug) & Bild: Handelsblatt, 05.02.2026

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