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ETF-INVESTMENT

Pharmaunternehmen im Fokus von Anlegern

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Beschreibung: Pharmaunternehmen sind zuletzt aufgrund der Covid-19-Krise stark in den Fokus von Anlegern gerückt. Können Investoren von der Corona-Krise und dem medizinischen Trend profitieren?

Egal ob Du endlich wieder feiern gehen willst, Deine Großeltern besuchen oder alle Masken in die tiefste Schublade verfrachten willst. Wir alle hoffen auf ein nahes Ende der Corona-Krise. Dabei sind alle Augen auf BioNTech, Pfizer und Co. gerichtet. Lohnt es sich noch in die Pharma-Branche zu investieren und wer sind die größten Player? - Ein Überblick

Der Markt der Medikamente

In den letzten zwei Jahrzehnten ist der Umsatz der weltweiten Pharmabranche von 2001 bis 2019 von 390,2 Mrd. USD auf 1.250,4 Mrd. USD stark gestiegen.

Der Trend wird getragen von vielen Errungenschaften der Biotechnologie. Das wachsende Verständnis von Krankheiten und Anwendungen aus der Genomforschung führte zu vielen Innovationen, die es möglich machen Krankheiten wie Aids, Diabetes und auch manche Krebsarten zu behandeln oder zu heilen.

Auch weltweite Trends wie der demographische Wandel, eine immer ungesündere Ernährung und Umweltbelastungen führen zu einer wachsenden Nachfrage im Gesundheitsbereich. Pharmakonzerne werden demnach auch nach Corona noch genügend zu tun haben und sollten sowohl von neuen Errungenschaften und den gesellschaftlichen Trends profitieren können.

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Der Pharmamarkt wird von den Vereinigten Staaten dominiert, die mit einem Umsatz von fast 491 Mrd. USD in 2019 den ersten Platz belegen und 48% des weltweiten Pharmamarktes für sich beanspruchen. Zweiter Platz belegt China mit einem Umsatz von 134 Mrd. USD, während Deutschland nur einen Umsatz von 52 Mrd. USD in 2019 erwirtschaftet hat.

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Geschäftsmodell der Pharmakonzerne

Grundlegend ist es Pharmakonzernen meist nur 25 Jahre an ihren Medikamenten zu verdienen, da danach die Patente ablaufen. Im Gegensatz zu anderen Patenten, die eine Laufzeit von 20 Jahren haben, wird der Pharmabranche eine längere Patentlaufzeit von zusätzlichen fünf Jahren gewährt, um ihre hohen Forschungskosten auszugleichen. Nach Patentablauf können andere Unternehmen sogenannte Generika herstellen - Medikamente mit demselben Wirkstoff. Dies führt meist zu einer starken Preissenkung, sodass die resultierenden Umsätze des Medikamentes stark einbrechen.

Des Weiteren bestehen die Umsätze von Pharmaunternehmen oft zum großen Teil aus sogenannten Blockbustern, Medikamente mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde USD. Oft werden die Unternehmen in der Hinsicht finanziell abhängig von den Verkäufen ihrer Blockbuster und können nach Patentablauf in ein Umsatzloch fallen. Für Pharmaunternehmen ist es demnach besonders wichtig mit kontinuierlicher Innovation ihre Pipeline zu füllen.

Pharmawerte gelten oft als Stabilitätsfaktoren fürs Depot, weil auch in konjunkturschwachen Zeiten die Nachfrage an Medizin relativ gleich bleibt, da die Kosten meist von Versicherungen übernommen werden.

Sehr interessant sind hierbei zwei ETFs mit unterschiedlicher Herangehensweise:

Xtrackers MSCI World Health Care UCITS ETF 1C

Der thesaurierende ETF bildet den MSCI World Health Care Total Return Net Index physisch ab. Wie die meisten Health Care ETFs hat der Fonds eine hohe USA-Gewichtung mit fast 66%, was aber angesichts des Marktes verständlich ist.

iShares Healthcare Innovation UCITS ETF USD (Acc)

Der iShares ist ein riskanterer ETF, der global tätige Unternehmen abbildet, die mindestens 50% ihres Umsatzes aus Innovationen erwirtschaften. Der Fonds beinhaltet eher kleinere Unternehmen und ist somit volatiler, aber mit gleichzeitig höherer Renditeerwartungen.

Corona-Impfstoff - Player

Viele Unternehmen sind im Wettrennen um einen Corona-Impfstoff. Höchstwahrscheinlich werden dabei mehrere auf den Markt kommen und es wird mehrere Gewinner geben. Insgesamt wird der Corona-Impfstoffmarkt auf 35 Mrd. USD geschätzt, fraglich ist jedoch, ob die Impfstoffe auch langfristig Gewinne abwerfen können.

BioNTech & Pfizer

Die Partnerschaft zwischen dem deutschen Biotechnologie-Unternehmen BioNTech und dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer hat zuletzt für Schlagzeilen gesorgt.

Der Impfstoff muss innerhalb von drei Wochen zweimal verabreicht werden und soll insgesamt ca. 18 USD kosten.

Nach der dritten Testphase hat der Impfstoffes eine Wirksamkeit von 95% und soll nur wenige Nebenwirkungen mit sich tragen. 3,8% der Probanden sollen unter Müdigkeit und Erschöpfung gelitten habe, 2% hatten Kopfschmerzen.

Laut Aussage der Unternehmen ist der Impfstoff innerhalb weniger Stunden lieferbar, nachdem sie eine Genehmigung erhalten sollen. Der Impfstoff muss leider bei -70°C gelagert werden, sodass die entsprechende Lieferung eine Herausforderung darstellt.

BioNTech hat im dritten Quartal 2020 einen Verlust in Höhe von 210 Mio. Euro gemacht, jedoch hat BioNTech noch liquide Mittel in Höhe von 990 Mio Euro und ist somit gut gepolstert.

Ein Deal mit der Europäischen Kommission steht schon fest und hat einen Kaufvertrag mit BioNTech und Pfizer von zunächst 200 Millionen Impfstoffdosen abgeschlossen. Sollte der Impfstoff genehmigt werden, wird hier ordentlich Geld in die Kassen fließen.


Moderna

Auch Moderna arbeitet hart an einem Impfstoff und die EU hat auch schon einen Rahmenvertrag in Höhe von 160 Millionen Impfstoff-Dosen abgeschlossen. Das Vakzin hat einen Wirkungsgrad von 94,5% und hat einen Preis von 25 bis 37 USD pro Dosis festgelegt. Anders als bei dem Impfstoff von Pfizer und BioNTech benötigt es nur eine Dosis, was eine Summe von mindestens vier Milliarden sein würde. Auch bei dem Impfstoff von Moderna wurden bisher keine schwerwiegenden Risiken nachgewiesen. Ein entscheidender Vorteil ist die deutlich einfachere Lagerung, da der Impfstoff bei -20°C sechs Monate haltbar ist und sogar bis zu 30 Tage bei normalen Kühlschranktemperaturen stabil bleibt. Moderna geht davon aus in den nächsten Wochen eine Notfall Genehmigung einreichen zu können.

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